Afrika in Zeiten von Corona – geht das überhaupt? Und ob! Es bedarf einiger Voraussetzungen, nämlich einer gewissen Flexibilität von Seiten der Reisenden, guter Planung eines Veranstalters mit Landeskenntnis und verlässlichen Kontakte vor Ort, Verständnis dafür, dass Dinge manchmal nicht so laufen (können) wie geplant und – eh klar – ausreichend Abenteuergeist.

Zwei, die eine ausgiebige Zwei-Länder (eigentlich Drei-Länder-Reise mit dem Zwischenstopp in Nairobi) gewagt haben, sind Andrea Dublaski und Matthias Jobmann.

Safari Insider: Warum hat es Euch im Juli 2021 nach Afrika gezogen?

Andrea und Matthias: Zunächst einmal unser sehr großes Interesse an den Tieren, den Menschen, den Landschaften und der Natur der Länder Tansania und Sambia. Ein zweiter Hauptgrund ist die umfangreiche Film- und Fotomaterialsammlung als ersten Teil unseres neuen Multivisionsshow-Projektes für das Jahr 2022 mit dem Arbeitstitel „A Window Into Africa“ gewesen.

Im Oktober 2021 sind wir noch einmal knapp vier Wochen in Marokko und in der Westsahara. Wir haben dann drei speziell ausgewählte afrikanische Länder (Osten, Süden und Norden des Kontinents) im Kasten und werden daraus einen wunderschönen Film machen…… Viel Arbeit steht vor uns.

Wie genau sah Eure Reiseroute aus? Welche Länder und Gebiete habt Ihr besucht?

  • Tansania: Arusha – Tarangire National Park – Mto wa Mbu – Lake Eyasi – Ngorongoro Crater – Ngorongoro Conservation Area – Central Serengeti – Northern Serengeti
  • Umstieg in Nairobi (Kenia) für den Weiterflug nach Sambia
  • Sambia: Lusaka – South Luangwa National Park – Lower Zambezi National Park – Victoria Falls – Livingstone – Lusaka
(C) Andrea Dublaski

Während einer Kanutour in „Hippo City“ – kein Scherz – blieben wir an diesem Flusspferd „hängen“. Die Guides nennen diesen Ort im Lower Zambezi National Park tatsächlich so. Schnauben und Grunzen, sowohl oberhalb als auch unterhalb des Wassers gleichzeitig und unaufhörlich. Will heißen: Tag und Nacht. Das können sie, die dicken Flusspferde in Sambia. Und von ganz nah sehen sie trotz ihrer superkleinen Ohren schon ein wenig unheimlich aus, oder? (C) Andrea Dublaski

Was waren die Highlights Eurer Reise?

  • Die intensiven Begegnungen mit den Tieren Afrikas
  • Die großartige Große Migration inklusive Gnu-Überquerungen am Mara River
  • Die Besuche des ersten Massai-Dorfes und der Hadzabe am Lake Eyasi
  • Überhaupt die eindrucksvolle Natur dieses Kontinents
  • Die Farben
  • Elefanten, die völlig gelassen mitten durch unser Camp marschieren

Was hat Euch am meisten überrascht?

  • Die sehr freundlichen, fast überall uns zuwinkenden Menschen an den Straßenrändern
  • Der afrikanische Winter mit seinem tollen Tag- (gemäßigt warm) und Nachtklima (kühl)
  • Die unfassbare Menge an und die Nähe zu wilden Tieren
  • Die unglaubliche Ruhe und Gelassenheit am Zambezi River
  • Der superklare Sternenhimmel

In der Nord-Serengeti lief dieser einsame Elefant mit dem kreativ gewachsenen Stoßzahn direkt auf uns zu. Kurz vor unserem Toyota Landcruiser blieb er stehen und legte seinen langen Rüssel über den widerspenstigen Stoßzahn – quasi als Ablage zum Ausruhen dieses beweglichen „Staubsaugers“ mit zwei „Fingern“ an dessen Ende. Welch ein Augenblick! (C) Andrea Dublaski

 Wie war es, gerade jetzt zu reisen?

Genau so, wie wir es uns vorgestellt hatten: Ganz wenig Touristen, fast leere Nationalparks, volle Aufmerksamkeit der Mitarbeiter von Camps und Lodges, sich selbst überall sehr viel Zeit nehmen können.

Keine Hektik oder Stress während der Tagessafaris, individuelle Entscheidungsmöglichkeiten bei Auswahl und Aufenthaltsdauer von Fotospots, keine Menschen, die sich mitten ins Fotomotiv stellen,  keine übervollen Flugzeuge, keine Warteschlangen.

Fazit: Besser geht es nicht. Inklusive des „afrikanischen Winters“ (was eine Super-Reisezeit ist).

Wie war das Besucheraufkommen? Wie gut ausgelastet waren die Unterkünfte? Wie groß war das Verkaufskommen in den jeweiligen Parks?

Wir waren fast immer ganz allein in den Camps und Lodges. Welch ein gesegnetes und schönes Gefühl! Diese Ruhe und dieser Frieden. Für uns persönlich genial. Nur ganz selten einmal ein oder zwei zusätzliche Gäste, mehr nicht.

Touristen und/oder Fotografen sind wir in den Nationalparks in beiden Ländern ganz selten begegnet.

Zum Beispiel haben wir an einem 10stündigen Safari-Tag im Tarangire National Park in Tansania vielleicht drei bis vier andere Geländewagen gesehen. In der Serengeti verläuft sich eh alles, wenn überhaupt mal Touristen – außer uns – unterwegs waren und gesichtet wurden. Auch im Ngorongoro Crater war echt wenig los.

In den Nationalparks von Sambia dasselbe Bild.

Viele Menschen haben wir eigentlich – welch ein Segen – nur im Airport-Hotel von Nairobi erlebt. Etwas voller wurde es lediglich an unserem vorletzten Tag an den Victoria Falls, aber erst ab circa 11.00 Uhr morgens. Und da waren wir bereits mit unseren Foto- und Filmaufnahmen an diesen gewaltigen Wasserfällen durch.

Was war die größte Herausforderung in der Planung und Durchführung der Reise?

Den Mut zu haben, in diesen Corona-Zeiten überhaupt eine solche umfangreiche Reise zu machen – und dann noch in zwei sogenannte „Hochrisikogebiete“ (Anmerkung Safari Insider: mit Umstieg in Nairobi!).

Im Hinblick auf Planung und Organisation bestand die Herausforderung sicherlich darin, alles miteinander in die gewünschte Reihenfolge zu bringen und die einzelnen Steps verbindlich zu realisieren (inkl. zuverlässiger Vereinbarung der notwendigen PCR-Tests vor Ort). Aber das Letztere war nicht etwa unser Erfolg bzw. unsere Herausforderung, sondern die des von uns beauftragten Reiseveranstalters Safari Insider.

Diese unglaublich rot-orangefarbenen, afrikanischen Sonnenuntergänge hauten uns jedesmal wieder aufs Neue aus den Socken. Sie dauern leider viel zu kurz (und sind nicht täglich zu sehen), deshalb gab es für uns nur eines, wenn sie sich zeigten: aussteigen, hinsetzen und genießen. (C) Andrea Dublaski

Beschreibt kurz die Einreise- und Ausreiseprozeduren in Tansania, Kenia und Sambia. Sie sind aufwändig, aber machbar, oder nicht?

Sie waren sehr unterschiedlich in puncto Aufwand/Zeitdauer, Qualität und Verfahren.

Wir sind ja als Deutsche schon an Bürokratie und Formulare gewöhnt, aber die Einreiseverfahren in/aus Tansania und Kenia haben dann doch einen Spitzenplatz in dieser Hinsicht eingenommen. Mehr geht echt nicht. Wir mussten jede Menge Geduld und Zeit aufbringen – und auch IT-technologische Fertigkeiten und Kenntnisse -, um dort alles rechtzeitig und ordnungsgemäß zu erledigen.

Nach Sambia hinein- und wieder herauszukommen, war dagegen jeweils ein nur 10minütiges Intermezzo. Sie sind dort einfacher viel weiter in ihren Prozeduren und Systemen. Sehr angenehm.

Wie präsentierten sich die Covid-19-Maßnahmen in Tansania und Sambia?

Nach dem langwierigen Procedere im Airport Kilimanjaro in Tansania gab es keine für uns sichtbaren Covid19-Maßnahmen mit Ausnahme der Mitarbeiter der Leistungsträger vor Ort sowie der Camps und Lodges. Bis vor kurzem war das Pandemie-Thema in Tansania gar keines, da der im März 2021 verstorbene Präsident die Existenz des Virus grundsätzlich verneinte. Die neue Präsidentin sieht dies komplett anders und legt nun mit einer Aufklärungs- und Impfkampagne so richtig los.

Ganz anders stellte sich für uns Sambia dar. Fast jeder Sambier trug eine Gesichtsmaske. Bis auf den großen Public Market in Livingston, da war es anders. An fast allen Orten sehr viele Warn- und Hinweisschilder wegen Corona. Plus Aufforderungskampagnen zum Thema Impfen. Überall übrigens mobile Händewaschmöglichkeiten und 10000fache Optionen, die Hände zu desinfizieren. Selbst frisch gekaufte Telefonkarten wurden von möglichen Bakterien gereinigt.

Lediglich der Punkt „Abstandhalten“ war bzw. ist in beiden Ländern bestimmt noch entwicklungsfähig.

War Social Distancing, Masken tragen und Handhygiene leicht zu bewerkstelligen auf der Reise?

Für uns grundsätzlich ja. Es liegt ja immer an dir selbst, was man daraus macht.

Habt Ihr Euch (in Bezug auf die Ansteckungsgefahr) durchweg sicher gefühlt?

Im Großen und Ganzen ja. Wir haben insgesamt vier (negative) PCR-Tests und einen (negativen) Schnelltest während der Reise absolviert und waren einen Monat vor Tourantritt bereits zweimal mit Biontech geimpft worden. Das gab uns ein sehr gutes Gefühl. Wie oben bereits gesagt, es kommt im Wesentlichen auf dich darauf an, wie man selbst die Maßnahmen einhält und einfordert.

Diese Foto entstand in Mto wa Mbu, als wir eine Kaffeepause einlegten. Wir haben bestimmt eine halbe Stunde lang miteinander gelacht und Geschichten ausgetauscht. Ein wenig beschämten wir sie, als wir ihr Komplimente wegen des tollen blauen Kleides machten. (C) Andrea Dublaski

Haben die Maßnahmen rund um Covid19 das Reiseerlebnis getrübt?

Nein, ehrlich gesagt nicht. Gut, es ist echt nicht angenehm, im Flieger 7 bis 8 Stunden mit dieser Maske im Gesicht zu sitzen, aber das wussten wir ja.

Unser Reiseerlebnis wurde jedoch definitiv dadurch zu keiner Minute getrübt.

Im Gegenteil, wir sind nach der Tour stolz auf uns, dass wir es alle Unbill zum Trotz so perfekt bewerkstelligt haben. Mit 100prozentiger Sicherheit ist dies aber auch wesentlicher Verdienst von unserer unglaublichen Chefplanerin und -organisatorin Daniela Eiletz-Kaube von Safari Insider und ihren Partnern vor Ort in Tansania, Sambia und Kenia. Ohne alle deren Mitarbeiter und deren zuverlässigem Einsatz hätte es niemals so hingehauen.

Gab es etwas, was Euch ganz und gar nicht gefallen hat?

Nein, das gab es nicht.

Gibt es Ratschläge von Euch für Interessenten, die gerne nach Afrika reisen möchten, sich aber nicht so recht trauen?

Ja, die gibt es. Eine solche Reise muss man (mindestens) einmal im Leben in dieser Länge und Intensität machen.

Also den Mut auspacken, die oben von uns geschilderten Punkte beachten und dann los. Ihr werdet es nie bereuen. Traut Euch bitte!

Wir als doch schon etwas ältere Generation haben es auch gemacht. Und wir leben noch und sind gesund und munter.

Und wir sind immer noch komplett erfüllt von den unglaublichen Impressionen, intensiven Gefühlen, den freundlichen Menschen, den wilden Tieren, grandiosen Landschaften und der Energie Afrikas.

Als Chefin von Safari Insider hat Daniela Eiletz-Kaube durch ihr wirklich einzigartiges und beispielloses Engagement für ein wunderschönes Lebensereignis von uns beiden gesorgt. Diese Tour war definitiv prägend und nachhaltig. Einfach ein Traum! Es war alles – bis echt auf geringfügige Ausreißer – supergut. Und das Alles trotz der notwendigen, umfangreichen Abläufe und Vorgaben in den afrikanischen Ländern während der Corona-Zeiten. Wir werden es niemals vergessen.

Über Andrea und Matthias

 

Die Fotografin und Filmerin Andrea Dublaski vertraut auf die unbändige visuelle Kraft von Bildern. Am türkisblauen Meer irgendwo in Jamaika flog ihr die Idee zu „Spicy Artworks“ zu, und seitdem lebt sie ihre Leidenschaft für Fotografie, Film und Kunst. Glücklich ist sie dann, wenn sie mit Hilfe ihrer Fotos Emotionen und Gefühle vermitteln kann, die sie selbst beim Fotografieren in ganz besonderen Momenten verspürt. Abenteuer und Wildnis sind ihr nicht fremd; als weitgereiste Weltensammlerin lernt sie mit Vorliebe von fremden Kulturen und wagt sich mit ihnen an bislang Unbekanntes. Die Fotografie gibt ihr Möglichkeit, tiefer zu blicken und die Erfahrungen zu intensivieren. Sie fotografiert mit Vorliebe Menschen, die in herausfordernden Umgebungen arbeiten oder in enger Verbindung mit der Natur leben.

Tatkräftig unterstützt sie Matthias Jobmann bei Marketing, Organisation und als Autor der Blogs und der Texte. Bevor er als Andrea’s Reisebuddy und Referent bei den Multivisionsshows seine zweite Berufung fand, war er bis Ende 2015 über 30 Jahre lang als Personalchef in internationalen Unternehmen weltweit tätig.

Andrea und Matthias sind SPICY ARTWORKS und stehen für die professionelle Kombination von cooler Fotografie, spannenden Multivisionsshows & Live-Reportagen, Videografie, kreativer Digital Art und interessanten Blogs. Mehr zu den beiden finden Sie auf www.spicy-art.workswww.facebook.com/spicyartworkswww.instagram.com/spicy.artworks oder www.youtube.com/spicyartworks.

Das letzte Wort hat die „Chefin“ 🙂

Liebe Andrea, lieber Matthias, vielen lieben Dank für das ausführliche Interview und vor allem für die Buchung Eurer ausgedehnten, tollen Reise! Ja, Planung und Durchführung Eurer Reise waren vor allem wegen der staatlichen Vorgaben und Vorschriften in Afrika wie auch Deutschland herausfordernd, aber vor allem für mich lehrreich: 1. Ich kann mich in jeder Situation auf meine Partner vor Ort zu 100 % verlassen und 2. Nach langen, dunklen Monaten zweifle ich nicht länger an mir, denn die Reiseplanung und -begleitung von Euch beiden hat mir so viel Freude gemacht, dass ich (wieder) weiß, wofür ich brenne.