Ja, natürlich, eine so teure Reise in Angriff zu nehmen, will gut geplant sein. Am besten optimal, noch besser maximal gut geplant. Dennoch lässt sich diese Frage gar nicht so eindeutig beantworten.

Die Antwort ist lapidar wie (auf den ersten Blick) wenig zufriedenstellend: Es kommt ganz darauf an, was die Schwerpunkte Ihrer Reise sind.

Tiere, Tiere, Tiere

Die meisten Besucher kommen wegen der Wildtiere: Elefanten, Löwen, Nashörner, Giraffen, Hippos. Wer keine besonderen Präferenzen hat und einfach so viele Tiere wie nur möglich sehen will, hat am wenigsten Stress damit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sehen.

Sie können fast in jedem Monat irgendwo in Tansania Tiere beobachten. Ihr Reiseveranstalter sollte nur wissen, wann wo welche Tiere zu sehen sind.

Es existieren so viele Naturschutzgebiete, dass es fast unmöglich ist, keine Tiere zu sehen – bis auf die Monate April und Mai, wo viele Parks und Camps wegen der Regenfälle geschlossen sind.

Natürlich muss auch das Budget dementsprechend flexibel sein. So herrlich tierreich und abgeschieden der Ruaha National Park ist, die teuren Flugkosten, um überhaupt dorthin zu gelangen, treiben die Reisekosten ganz schön in die Höhe. Am „preiswertesten“ reisen Sie entlang der Standardrouten, also jenen Routen, die mit dem Geländewagen machbar sind und die die höchste Dichte an Unterkünften aufweisen: Arusha – Tarangire – Manyara – Ngorongoro Crater – Serengeti.

Raubkatzen in freier Wildbahn zu sehen, ist für viele der Höhepunkt einer Safari. Sie sind immer da zu finden, wo es Nahrungsquellen gibt. Das Wetter ist ihnen dabei schnurzegal.

Große Migration

Viele träumen von der Großen Migration, wo sich Millionen von Gnus, Zebras, Thomson-Gazellen und Freunde auf einen Rundkurs durch die Serengeti bewegen, nur um immer genug frisches, saftiges Gras für sich und die Nachkommen vorzufinden.

Wenn Sie dazugehören, haben Sie etwas weniger Freiheiten in der Wahl der Reisezeit.

Die Natur vorauszusagen, ist so unmöglich wie eine Giraffe in den Ngorongoro Crater zu lotsen. Aber es gibt Erfahrungswerte von vorher gegangenen Jahren. Im Juli/August sowie Januar/Februar/März ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, Augenzeuge der Große Migration in der Serengeti zu werden.

Weil die Natur unberechenbar ist, stehen die Chancen ebenso durchaus gut, die Migration im Juni, Oktober, Dezember oder April/Mai zu beobachten, natürlich nur, wenn Ihr Reiseveranstalter Ahnung von den Migrationsrouten der Tiere und den Camps in der Serengeti hat. Nichts ist unmöglich, die Natur überrascht uns fast jedes Jahr.

Am liebsten empfehle ich für die Große Migration – egal in welchem Monat – zwei Standorte, einfach um die eigene Reichweite zu erhöhen und ein größeres Gebiet abdecken zu können. Ein Restrisiko bleibt immer, aber die Chancen potenzieren sich durch so eine Planung.

Wandern, Trekking und Fernsichten

Wie schon bei den Tieren gilt: Es hängt ganz davon ab, was Sie sich wünschen. Im Prinzip gibt es nur zwei Faustregeln für Gipfelstürmer:

Je trockener die Luft, desto besser die Fernsichten. Je wärmer die Jahreszeit, desto wärmer die Temperaturen am Gipfel.

Einen Gipfel (Mount Meru, Mount Kilimanjaro) können Sie bis auf die Regenzeit das ganze Jahr über besteigen. Am liebsten werden solche Besteigungen von den Veranstaltern in den warmen Jahreszeiten mit besserer Fernsicht ausgeschrieben, also Dezember bis März.

Das bedeutet nicht, dass nicht auch andere Monate für eine Besteigung bestens geeignet wären. Je trockener die Luft und die Vegetation in den umliegenden Gebieten, desto besser die Fernsichten auf den Bergen. August/September machen dabei schon eine recht gute Figur, allerdings nur mit ausreichend warmer Bekleidung wegen der sehr kalten Nächte in den Höhenlagen. Auch der Oktober kann in Betracht gezogen werden, nur ab November, wenn die Regenzeit einsetzt, degradiert sowohl die Fernsicht als auch die Wegebeschaffenheit.

Wenn Ihnen Ganztages- oder Halbtageswanderungen völlig ausreichen, hängt die Planung maßgeblich von der Jahreszeit und der besuchten Gebiete ab. Solange Sie sich in höheren Höhenlagen, z. B. in den Ngorongoro Highlands aufhalten, sollten Wanderung im brachial heißen Januar/Februar kein Problem darstellen. Sollten Sie in diesen Monaten in tieferen Lagen wandern wollen, würde ich aber davon abraten.

Walking Safaris

Bei den Walking Safaris steht nicht so sehr die wettertechnische Eignung im Vordergrund, sondern das Verhalten der Tiere.

Selbst in den heißen Monaten können Walking Safaris unternommen werden. Der Mensch muss man sich dann denn Gegebenheiten anpassen und einfach früher am Morgen losmarschieren.

Natürlich sind die kälteren Wintermonate von Juni bis September tendenziell angenehmer für Hitzeempfindliche, aber grundsätzlich haben Walking Safaris immer Hochsaison.

Wolken am Himmel beeinträchtigen zwar Fotos (von Fotografierlaien wie mich), aber für Walking Safaris sind sie ein Segen. Nicht nur für die Menschen!

Abseits des Massentourismus

Mittlerweile ist es gar nicht mehr so leicht, diese Anforderung zu erfüllen.

Am besten Sie meiden Juli/August und die Weihnachts-/Neujahrszeit. Ich weiß, für viele ist dies nicht möglich.

Sie können nur während der Schulferien reisen? Dann müssen Sie wenigstens die Massencamps meiden. Das sind in der Regel jene Camps, die Sie bei allen Anbietern in den Reiseprogrammen finden. Es sind immer die gleichen Namen und wenn Sie recherchieren, werden Sie bald erkennen, welche das sind.

Massencamps zu meiden heißt in aller Regel, einen teureren Reisepreis in Kauf nehmen zu müssen, denn nur mit Masse sind billigere Preise möglich. Es verhält sich ungefähr so, wie wenn Sie Kleidung bei H&M oder sie in einer kleiner Boutique mit Qualitätsware kaufen.

Wenn Sie außerhalb der typischen Ferienzeiten reisen können, dann ist das schon die halbe Miete. Meine Top-Tipps: Juni, September, Oktober, teils November, Anfang Dezember. Ab Januar beginnt wieder die Hochsaison in Tansania, diesmal nicht wegen der Schulferien, sondern der Großen Migration in der Serengeti. Ab März beruhigt sich das Besucheraufkommen wieder.

Reisen in der Regenzeit April und Mai?

Ja, auch das ist möglich, man muss halt die Vor- und Nachteile gegeneinander abwiegen.

Nicht überall, aber an vielen Orten hat es Unmengen von Tieren, die Tiere verschwinden ja nicht, nur weil es regnet. Angenehm ist, dass nicht viele andere Touristen unterwegs sind. Erfreuen Sie sich an den Green Season Rates, die eine Safari schon mal um 20, 30 % billiger machen können.

Allerdings kann es je nach Intensität der Regenfälle vorkommen, dass die Pisten verschlammt sind und Ihre Reichweite eingeschränkt ist, weil Pisten einfach nicht passierbar sind. Viele Camps schließen in den Regenmonaten, um ihren Angestellten den gesetzlich vorgeschriebenen Urlaub zu gewähren. Daher ist man in der Wahl der Camps eingeschränkt. Viele Camps laufen nur mit halber Belegschaft, d.h. Dinge laufen nicht immer ganz rund.

Mein Fazit

Außer Sie haben spezielle Wünsche wie die Große Migration oder eine Kilimanjaro-Besteigung oder Sie sind an bestimmte Ferienzeiten gebunden, gibt es in Tansania fast keine Beschränkung für die richtige Reisezeit.

Sie müssen nicht die gleichen Parks wie alle anderen abgrasen. Seien Sie mutig und fragen Sie mich nach Alternativen. Als Autorin von Reiseführern kenne ich das ganze Land und freue mich, Ihnen wunderbare Alternativen zu den – großteils leider überlaufenen – Highlights aufzuzeigen.

Ich freue mich auf Ihre Anfrage!