Auf Schritt und Tritt begleitet – Teil 2

Einer der beliebtesten Berufe, die Männer in Tansania ergreifen möchten, ist der des Guides. Gute Gehälter, ein sicherer Arbeitsplatz und fürstliche Trinkgelder winken. Nicht alle haben die Geldmittel oder den Grips für eine formale Ausbildung als Guide („driver guide“, „walking guide“, „boat guide“); andere, nämlich die „mountain guides“, müssen sich regelrecht „nach oben“ arbeiten. Sie alle haben eines gemeinsam: Sie sind bei Agenturen angestellt und müssen sich tagtäglich beweisen.

Weniger um zoologisches oder botanisches Wissen geht es bei den „freiberuflichen“ (freelance) Guides in den Dörfern oder Kulturtourismusprogrammen bzw. bei den Flycatchern. Sie werden abgesehen von den Guides für Buschwanderungen und Boot-Safaris im heutigen Blog thematisiert.

Walking und Boat Guides

Für Buschwanderungen

Walking Guides begleiten Walking Safaris in den Nationalparks oder tierreichen Gebieten. Ähnlich wie ein „driver guide“ müssen sie über profunde Kenntnisse im Busch und über eine vertiefende, ergänzende Ausbildung verfügen, denn Walking Safaris birgen mehr Gefahren als Pirschfahrten im Auto.

Was in Ländern des südlichen Afrikas (Sambia, Botswana, Simbabwe, Südafrika) auf Safari an der Tagesordnung steht, hat in Tansania aber kaum Bedeutung.

In den Guiding Schools Tansanias fristen Walking Safaris nur als Randnotiz in den Unterrichtsmaterialien ein unbeachtetes Dasein. Deswegen bilden die wenigen Anbieter, die die Lizenzen für Walking Safaris in den Nationalparks haben, ihre Walking Guides allesamt selbst aus.

Teilweise sind (mangels geeigneter heimischer Führer) Walking Guides aus anderen afrikanischen Ländern im Einsatz, z. B. aus Simbabwe oder Südafrika.

Auf einer Walking Safari (hier im Tarangire National Park) lernen Gäste die Zusammenhänge in der Natur besser verstehen, weil die Aufmerksamkeit nicht nur lebenden Tieren, sondern auch Skeletten, Exkrementen, Pflanzen, Insekten oder Spuren im Sand gilt.

Am Wasser

An einigen wenigen Orten dürfen Boot- und Kanu-Safaris in Tansania durchgeführt werden, z. B. im Saadani National Park, im Arusha National Park oder im Selous Game Reserve. Die Safaris auf dem Wasser werden meist von Guides begleitet, die im jeweiligen Camp oder bei der Safari-Agentur, die die Linzenz dafür hat, angestellt sind. Sie müssen ebenfalls ausgebildete Guides sein.

Safari Insider Tipp: Ein guter Guide entscheidet darüber, wie sehr eine Safari im Gedächtnis bleibt! Nur ein paar Elefantensichtungen abzuhaken (z. B. auf einer Selbstfahrer-Safari) ist lange nicht so eindrücklich, als wenn ein Guide die Zusammenhänge zwischen Elefanten und den anderen Bewohnern des Busch lebendig vor Augen führt.

Guides in den Dörfern und Städten

Wer Kulturtourismus-Aktivitäten oder andere aktivere Programmpunkte absolviert, kommt mit einer weiteren Gruppe von Guides in Berührung. Die wenigsten haben eine formale Ausbildung, aber sie stellen sich geschickt an und kennen sich in der jeweiligen Gegend gut aus. Manchmal werden sie angelernt; einige haben zuvor in einer Lodge oder einem Tourunternehmen gearbeitet und machen sich selbständig. Sie begleiten Village Tours, kürzere Wanderungen (z.B. in den Usambara Mountains), Farm-Besuche, Abstecher zu Maasai-Märkten und vieles mehr.

Sie kennen den Weg, wissen, was ausländische Besucher gerne sehen möchten, sprechen ein paar Sätze Maa (um mit den Maasai zu kommunizieren) oder sind grundsätzlich kommunikativ.

Teilweise reglementiert durch Dorfräte

In einigen Regionen, z. B. am Lake Eyasi oder am Lake Natron, hat man sich organisiert; es gibt Kommittees, Entscheidungsgremien und akkreditierte Guides, die vom Dorfrat mit der Aufgabe betraut werden, Gäste zu betreuen und zu führen. In anderen Gegenden, wie den Usambara Bergen, kommen die Guides zum Zug, die gutes Feedback von den Touristen erhalten. Hier entscheidet also die Performance über das jeweilige Arbeitsvolumen.

Unterwegs zu den Hominid Footprints mit einem Maasai-Guide am Lake Natron.

Dennoch ist es schwierig, für Besucher, die guten von den schlechten zu unterscheiden. Am besten weiß man es immer hinterher. Qualitätsgarantie gibt es keine und selbst renommierte Guides können mal einen schlechten Tag haben.

Safari Insider Tipp: Scheuen Sie sich nicht, diese Begleiter in Anspruch zu nehmen! Sie erfahren viel Wissenswertes über den Alltag in Afrika und erleben das Land aus einer anderen (nicht-europäischen) Perspektive. Ausserdem bin ich mir sicher, dass Sie das Chamäleon im Gestrüpp übersehen…. und er nicht. Sie geben einer Person Arbeit und einen Lohn, von dem eine ganze (erweiterte) Familie profitiert.

Flycatcher

Flycatcher sind  junge Männer, die es aus verschiedensten Gründen nicht in eine Safari-Agentur oder ein Kulturtourismusprogramm geschafft haben. Vielen fehlt es an Bildung, einigen an Englisch-Kenntnissen, manchen an Umgangsformen oder der richtigen Arbeitseinstellung. Einige sind weder zuverlässig noch ehrenwert. Manche sprechen dem Alkohol zu, nehmen Drogen oder sind irgendwie anders auf die schiefe Bahn geraten.

Zielgruppe Individualisten

Die jungen Männer haben sich darauf spezialisiert, Individual-Touristen, Backpacker oder Selbstfahrer bei alltäglichen Dingen im Reisealltag zu unterstützen. Sie wissen, wo man Auskünfte für die nächste Busfahrt einholt und auf schnellstem Weg zu einem bestimmten Markt gelangt.

Sie sprechen potenzielle Kunden auf der Straße, am Busbahnhof, vor dem Informationsbüro oder in Cafés an und hoffen auf Mundpropaganda.

Die monetäre Gegenleistung für diese Dienste muss unbedingt im Vorhinein festgelegt werden.

Üblicherweise treffen eher Besucher auf selbst arrangierten Reisen auf Flycatcher; wer auf arrangierten Reisen unterwegs ist, hat am ehesten in Stone Town oder am Strand mit Flycatchern (die dort auch papaasi heißen), zu tun.

In Dörfern finden sich schnell ein paar junge Männer, die ihre Begleitdienste anbieten.

Mit Hausverstand

Weder Konzessionen noch Gesetze regeln das Berufsbild eines solchen Begleiters. Jedermann kann diese Tätigkeit ausüben. In vielen Fällen sind die jungen Männer harmlos und frei von kriminellen Absichten. Trotzdem ist es empfehlenswert, zumindest die in Europa gängigen Sicherheitsvorkehrungen einzuhalten. Geben Sie Ihrem Guide nicht Ihre Handtasche zum Halten, folgen ihm in eine zweifelhafte Gegend oder geben Sie zu viel von sich preis. Das würden Sie zu Hause auch nicht mit einer x-beliebigen Bekanntschaft von der Straße machen….

Safari Insider Tipp: Beim Wort „free“ müssen alle Alarmglocken läuten! So gastfreundlich die Menschen im ganzen Land sind – für weiße Ausländer gibt es nichts „for free“. Nichts ist gratis! Ein klares „No, thank you“ sollte genügen, um unerwünschte Angebote abzuweisen.

 

Ein weiterer Beitrag über Guides und Begleiter:

 

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