Walking Safaris haben in Tansania keine so große Tradition wie in Sambia oder Botswana, was aber nicht bedeutet, dass ausgesuchte Camps und Unternehmen ausgezeichnete Leistungen bieten. Man muss genau wissen, in welchen Gebieten sie erlaubt und empfehlenswert sind. Und welche Anbieter erlebnisreiche Fuss-Safaris liefern können.

Mit allen Sinnen durch den Busch Teil 3 (von 3)

Teil 1 der Trilogie „Mit allen Sinnen durch den Busch: Auf Walking Safari“ finden Sie hier.
Teil 2 über Walking Safaris in Sambia finden Sie hier.

Tansania: Walking Safaris nur in wenigen Parks erlaubt

Während Walking Safaris in Sambia in jedem Park gemacht werden, sind sie in Tansania eher die Ausnahme. In den staatlichen Nationalparks sind sie nur eingeschränkt erlaubt – und wo sie erlaubt sind, mit extra Gebühren sowie extra Lizenzen für Anbieter belegt.

Bei der Planung einer Reise nach Tansania muss man bewusst die Parks einplanen, in denen Fuss-Safaris möglich sind, z. B. im Selous Game Reserve, im Ruaha National Park oder im Arusha National Park. Zusätzlich bieten gerade Privat-Reservate gerne Fuss-Safaris an, wie Camps in der West Kilimanjaro Area oder die Manyara Ranch.

Guides werden häufig in Camps ausgebildet

Die Qualität der Führer hängt in starkem Maße vom Camp und dem Anbieter ab. Einige Camps bilden ihre Walking Guides speziell aus, solche Unterkünfte sind natürlich bei einer Buchung zu bevorzugen.

Das Problem in Tansania ist die schulische Ausbildung, die gerade im Bereich der Walking Safaris nicht so professionell wie im südlichen Afrika ist. Aus diesem Grund ist die Wahl der Camps bzw. Anbieter umso wichtiger.

Der Klassiker: Zwei Stunden Gehen im Busch

Die Safari besteht zum Großteil aus Pirschfahrten und vereinzelt, z. B. im Arusha National Park oder im Selous Game Reserve aus der einen oder anderen Walking Safari. Die Nächtigung erfolgt traditionell in einem befestigten Buschcamp oder einer Lodge.

Die Spezialisten: Zwei, drei Tage (und länger) auf ausgedehnten Buschwanderungen

Spezielle, auf Walking Safaris spezialisierte Tour Operators mit Sonder-Lizenzen, bilden ihre eigenen Walking Guides aus und bieten (maßgeschneiderte) Touren an, wo der Fokus auf die unterschiedlichen Spielarten der Tierbeobachtung liegt.

Durch die Extralizenzen dürfen sie in mehreren Parks Walking Safaris anbieten, z. B. im Manyara National Park, in der Serengeti oder der Ngorongoro Conservation Area oder auch in den südlichen Parks.

Häufig bieten sie Safari-Kombinationen, z. B. 2 Tage in einem Park mit Pirschfahrten und Übernachtung in einem permanenten Camp, darauf folgen 2 Nächte in einem einfacheren Fly Camp mit Walking Safaris. Sie fungieren als Ausgangspunkte für die Touren, allerdings bleibt das Camp an einem Fleck und wandert nicht mit der Gruppe mit. Danach fährt man wieder 1 Tag lang mit dem Auto.

Insgesamt sind die mehrtägigen Buschwanderungen in Tansania weniger standardisiert. Je nach Route, besuchten Parks, aber auch Distanzen zwischen den Tierreservaten werden die Safaris gestaltet.

Je nach Komfort der Camps fallen die Preise dafür aus, von einfach bis luxuriös wird alles geboten. Die Tageskosten beginnen bei € 350 – 400 für eine Kombination aus Gehen und Fahren und reichen bis an die € 800, 900 pro Tag (jeweils pro Person)

Nur wenige Anbieter für Walking Safaris

Allerdings: Die Anzahl der Anbieter, die diesen Aufwand in Tansania betreiben, ist überschaubar; es ist nicht mehr als eine Handvoll. Buschwanderungen sind insgesamt stärker reglementiert, teuerer in der Organisation und aufwändiger für die Anbieter zu bewerkstelligen.

Deshalb sind und bleiben Fuss-Safaris etwas Besonderes in Tansania!

Die besten Guides sind die beste Versicherung

Zu Fuß im Busch unterwegs, das ist nicht ungefährlich, da sollte man nichts beschönigen.

Elefantenkühe mit Jungen sind unberechenbar; die Büffel sind dafür bekannt, aggressiv zu sein und Nilpferde sind trotz ihrer Leibesfülle an Land wieselflink. Da sind umsichtige, kundige Guides und aufmerksame Ranger die beste Lebensversicherung.

Es gibt einige wichtige Regeln, die für den Ablauf einer sicheren Walking Safari unabdingbar sind:

  • Den Anweisungen des Führer ist IMMER Folge zu leisten. Die Guides und Ranger wissen, was sie tun. Ihre Sinne sind geschärft, sie haben Erfahrung darin, wie Gefahrensituationen entschärft werden können (z. B. durch Drohgebärden, Lärm, Rückzug oder notfalls auch mit dem Gewehr).
  • Niemals rennen, auch wenn die Situation danach schreit. Wegrennen löst bei den Tieren nur Jagdinstinkt aus und kann furchtbare Folgen haben. Besser ist, man versteckt sich hinter einem Baum oder zieht sich ruhig und langsam zurück.
  • Kinder unter 12 Jahren sind auf Walking Safaris oft nicht erlaubt, in manchen Parks muss man sogar 16 sein. Kinder und Jugendliche sind Risikofaktoren: Ihre Größe könnte Tiere dazu animieren, sie anzugreifen, denn Tiere können sehr wohl abwägen, mit welcher Beute sie es aufnehmen können.

Es kommt äußerst selten zu Vorfällen auf Walking Safaris, aber es gibt sie. Man muss sich dessen bewusst sein, dass man in der Wildnis unterwegs ist. Für einen Mitteleuropäer ist der Busch aufregend, aber auch gefährlich. Für Naturverbundene, die mit Respekt und gesundem Menschenverstand ein Abenteuer suchen, für die wird eine Walking Safari ein unvergessliches Erlebnis sein. Aber auch wenn ein Problem im Busch unwahrscheinlich ist, es ist nicht unmöglich.