Aus der Serie „Colors of Tanzania“

Das Tansania hinter der Postkartenidylle zu zeigen, ist das Ziel dieser Reihe. In regelmäßigen Abständen poste ich Alltagsschnipsel aus dem Leben der Tansanier.

1. Die Boomtown Mwanza

Mwanza am Lake Victoria ist mehr praktisch als schön.

Sie bezieht ihren ganz eigenen Charme vor allem aus der Lage am Lake Victoria und aus den auffälligen Steinformationen im Wasser und im Stadtgebiet.

Für Touristen ist Mwanza nur bedingt sehenswert, aber für Tansanier ist die Stadt ein interessantes Pflaster. Die Region gehört zu den fruchtbarsten Landstrichen Tansanias, weil es durch die große Verdunstung des Binnengewässers mehr regnet als anderswo. Dadurch kann das Land viele Menschen ernähren.

Zusätzlich finden viele Menschen Arbeit in den Fischfabriken, die die Viktoriabarsche aus dem See weiterverarbeiten.

Mwanza am Lake Victoria

Allerorten wird in Mwanza gebaut – ein Zeichen des wachsenden Mittelstandes

2. Maasai-Dorf in der Regenzeit

Während wir uns über Regen fast schon ärgern und solche Tage am liebsten aus den Kalendern streichen würden, bedeutet Regen in Afrika Leben.

Die Feldfrüchte können wachsen, die Flusspegel steigen (was Über-Leben für die Wildtiere und die Menschen bedeutet), was auch heisst, dass sich die Stromversorgung wieder stabilisiert. Das Land hängt zum überwiegenden Teil von der Wasserkraft ab, und häufig beginnen die Stromabschaltungen (wegen Niedrigwasser) zum Höhepunkt der Trockenzeit, manchmal schon im Oktober, manchmal erst im Dezember.

Für Ausländer hat die sonst von den Temperaturen her angenehme Regenzeit einen entscheidenen Haken: Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit trocknet die Wäsche nicht und beginnt schon nach kurzer Zeit modrig zu riechen.

Dies kann man häufig auch in den Camps und Lodges erschnuppern, wenn man im März oder Juni/Juli auf Safari geht.

Es kann in den besten Camps passieren, dass die Handtücher oder die Bettwäsche unangenehm riecht.

Trockner oder Waschmaschinen gibt es ja keine im Busch, in den allermeisten Camps gibt es nicht einmal Steckdosen im Zelt!

Maasai-Dorf in der Regenzeit

Selbst bei drohendem Regen sind die Farben faszinierend

3. Maasai-Frau bei der Arbeit

Diese Frau lernten wir in der West Kilimanjaro Area kennen. Sie verarbeitete kleine Rocailles-Perlen und gestanzte Blech-Ornamente zu prachtvollem, klimpernden Maasai-Schmuck und bot sie den Touristen an.

Im Normalfall adjustieren sich die Frauen nur für besondere Anlässe mit so viel Schmuck, aber diese Maasai-Gemeinschaft wartete auf eine Touristengruppe und hat sich dementsprechend in Schale geworfen.

Maasai-Frau bei der Arbeit

An den Gesichtzügen dieser Frau ist leicht zu erkennen, dass die Maasai keine Bantu-Völker sind

4. Fischer am Lake Nyasa (Malawi)

Der Lake Nyasa (Malawi) ist einer der schönsten Plätze in Tansania – meiner Ansicht nach. Die landschaftliche Schönheit und Unberührtheit (auch vom Tourismus) erleben zu dürfen, müssen sich Besucher jedoch unter Schmerzen erkämpfen.

Denn an den Lake Nyasa zu gelangen braucht Zeit, Planung und ein gutes Sitzfleisch.

Die Fischer am Bild fahren in den frühen Morgenstunden los, um Fisch zu fangen, großteils für den Eigenverbrauch. In den kühlen Morgenstunden wandern die Stimmen pfeilschnell über die glatte Wasseroberfläche, und selbst wenn die Fischer schon gar nicht mehr zu sehen waren, die Stimmen konnte man noch klar  und deutlich hören.

Wir brauchten also keinen Wecker während unserer Zeit am Lake Nyasa.  Pünktlich weckten uns die fleissigen Fischern bei Sonnenaufgang auf.

Fischer am Lake Nyasa (Malawi)

Spiegelglatt und ruhig – der See in den frühen Morgenstunden

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