Bei Flut sehen die Strände Tansanias aus wie aus dem Bilderbuch. Sobald das Wasser zurückgeht, schaut es jedoch – außer an der Küste bei Nungwi im Norden von Sansibar – ganz anders aus. Dem Charme von Sansibar, Tansanias Festlandküste, Mafia oder Pemba Island tut dies keinen Abbruch – sofern man rechtzeitig darüber Bescheid weiß.

1. Flache Küsten = große Gezeitenunterschiede

Die Küste ist vorwiegend (an 99 % aller Abschnitte) flach, wodurch sich die Gezeiten massiv auswirken. Meist dauert es 6 – 7 Stunden von einer Flut bis zur nächsten.

Das bedeutet, dass das Wasser innerhalb von 24 Stunden dreimal seinen Höchststand erreicht. Dies sind die Zeiten, zu denen die bekannten Fotos entstehen.

Kaum ein professionelles Foto zeigt aber die flache Küste ohne türkisblaues Wasser. Dabei macht gerade dieser Stimmungswechsel den Reiz der Küsten Tansanias aus.

Das Meer verändert sich ständig: mal ist es kitschig türkis, dann mal wieder dunkelblau, mal poltern die Wellen laut und heftig an den Strand, um eine Stunde später zahm und zaghaft wieder den Rückzug anzutreten.

Wenn das Wasser sich zurückzieht, gibt es einen lebendigen Meeresboden frei. Die kleinen Sandkrabben bauen eifrig ihre Löcher, in kleinen Pools bleiben ein paar Fische zurück und allerlei Meeresgetier kann bei einer gemütlichen Wattwanderung entdeckt werden.

Frauen bei der Arbeit bei Ebbe (Nungwi)

2. Tansanier leben vom Meer

Tansanier leben nicht nur am, sondern auch vom Meer leben. Wenn die Fischer mit ihren Dhows rausfahren, haben Besucher ja meist noch Verständnis dafür, weil die Boote romantische Fotomotive abgeben. Aber Beschwerden beziehen sich beispielsweise auf die Seetang-Farmen. Speziell an der Ostküste Sansibars entstanden in den letzten Jahren immer mehr von diesen Seetang-Farmen.

Safari-Insider-Tipp: Nicht zu verwechseln ist der Seetang mit dem Seegras, das je nach Saison, Wind und Strömungsverhältnisse ein natürliches Phänomen darstellt. In den Monsunmonaten, also von November bis Dezember und von März bis Mai, sind die meisten Küstenabschnitte  betroffen.

Was den Dorffrauen ein Einkommen beschert, lässt je nach Saison, Wind und Strömung die Herzen der Urlauber nicht unbedingt höher schlagen. Wer denkt denn an Seetang, wenn er blütenweiße Strände und türkisblaues Wasser bucht?

Seetang-Farmen, hier in Bwejuu

3. Korallenuntergrund

Nicht jeder Strand Tansanias ist gleich gut zum Baden eignet. Oft ist der Untergrund bedeckt von Korallen. Nur an wenigen Plätzen kann man bequem über sandigen Untergrund ins Wasser gehen.

Safari-Insider-Tipp: Packen Sie sicherheitshalber Badeschuhe ein. Korallen, steiniger Untergrund sowie Seegurken und Seeigel sind fast an jedem Strandabschnitt möglich.

Früher, als der Tourismus noch in den Kinderschuhen steckte, bauten die ersten Investoren ihre Hotels an makellosen Sandstränden. Heute, wo Grund und Boden rar ist und Sansibar und die Festlandküste immer dichter verbaut werden, quetscht man Strandhotels überall hin – auch möglicherweise an Abschnitten, die nicht so makellos wie auf den Hochglanzfotos sind.

4. Schwimmen im Meer nur bei Flut

Wer an Tansanias Stränden Urlaub macht, will natürlich schwimmen – was nur bei Flut möglich ist. Die restliche Zeit muss man mit dem Pool vorlieb nehmen.

Die meisten Urlauber bevorzugen ohnehin einen Pool, den mittlerweile jedes noch so kleine Resort haben muss, um überhaupt Gäste zu bekommen.

Laut Zanzibar Association of Tourism Investors tummeln sich lediglich 6 % der Gäste tatsächlich im Meer.

Auch wenn Wasserratten hier eher Poolratten sind, Sonnenanbeter kommen an der Küste Tansanias auf jeden Fall voll auf ihre Kosten.

5. Nicht überall blütenweiß und kilometerlang

Reiseveranstalter verbreiten gern das Bild von Sansibars blütenweißen, palmengesäumten, kilometerlangen Stränden. Doch nicht alle Strände sind gleich: Es gibt auch Strandabschnitte mit dunklerem oder gelblichen Sand, wo das Wasser zu keiner Tageszeit türkisblau schimmert. Anderswo liegen Hotels an kleineren Buchten oder  gar auf vorgelagerten Inseln.

Safari-Insider-Tipp: Buchten und Inseln haben einen großen Vorteil: Bei Flut ist man komplett isoliert, denn das Wasser schneidet den Zugang ab. Das ist gut für Erholungsbedürftige und schlecht für Beach Boys, die solche Abschnitte meiden.

So kann ein Strandabschnitt bei Ebbe auch aussehen: Seegras, steiniger Untergrund, und das Hotel dahinter thront auf einer kleinen Klippe.

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