In Sambia wurden die Walking Safaris quasi erfunden. Das Luangwa Valley (South und North Luangwa) gilt als Mutter aller Walking Safaris in Sambia, wo die Kunst des Guidings nicht nur „erfunden“, sondern vor allem perfektioniert wurden. Aber auch im restlichen Land stehen exzellent ausgebildete und engagierte Guides und unterschiedliche Formen der Buschwanderungen zur Verfügung.

Mit allen Sinnen durch den Busch Teil 2 (von 3)

Teil 1 der Trilogie „Mit allen Sinnen durch den Busch: Auf Walking Safari“ finden Sie hier.
Teil 3 über Walking Safaris in Tansania finden Sie hier.

Sambia: Exzellente Guiding-Schools

Die Guiding Schools in Sambia haben neben denen von Botswana und Zimbabwe den besten Ruf im südlichen Afrika. Jeder Absolvent durchläuft ein hartes Training und wird bestens für alle Eventualitäten im Busch ausgebildet. Die Durchfallquote ist hoch, nur die Besten bestehen die Schlussprüfungen.

Deshalb sind Walking Safaris in Sambia ein Hochgenuss: Weil Gäste mit den besten Naturburschen Afrikas unterwegs sind.

Der Klassiker: Die Zwei-Stunden-Fusspirsch

In fast allen Camps werden kürzere Walking Safaris meist als Ergänzung zu Game Drives angeboten. Im Normalfall werden die Guides von den Camps gestellt, was immer ein Vorteil ist: Sie kennen sich im jeweiligen Gebiet perfekt aus. Die Märsche werden in den Tagesablauf integriert, meist früh morgens oder spät am Nachmittag, vor Sonnenuntergang, und bieten Abwechslung in der Tierbeobachtung.

Für Genießer: Ganztages-Wanderungen im Busch

In bestimmten Parks (z. B. North Luangwa) oder in bestimmten Camps (z. B. im South Luangwa, oder Kafue National Park) hat man sich auf Walking Safaris spezialisiert, d.h. der überwiegende Teil der Tierbeobachtung wird zu Fuss erledigt.

Man ist früh morgens, ab 6 oder 7 Uhr auf den Beinen, wandert bis 10, 11 Uhr, kehrt danach zurück ins Camp zum Lunch und zu einer Siesta und macht sich dann ab 15, 16 Uhr wieder auf eine weitere Fusspirsch. Vor Sonnenuntergang ist man spätestens zurück im Camp. Auf der Wanderung selbst wird immer mindestens eine Pause eingelegt, wo der tea bearer Erfrischungen (Tee, Kaffee, Säfte, Snacks, Obst, Biscuits) reicht.

Das Schöne an dieser Form der Walking Safaris: Die Gäste kehren täglich zurück ins befestigte Camp. Täglich das eigene Bad und WC, die Intimsphäre bleibt gewahrt und man schläft in einem ordentlichen Bett – viele Reisende empfinden die Kombination aus naturnahen Walking Safaris und Komfort in der Unterbringung als erholsam.

Walking Camp in Zambia, das Mwaleshi Camp

In Sambia stehen zahlreiche Camps für diese Art von Walking Safaris zur Auswahl, mindestens ein Camp pro Park, aber meist sind es mehrere. Als Faustregel gilt: Je weiter weg so ein Camp von Dörfern und Straßen ist, also je tiefer es im Busch liegt, desto teurer ist es im Regelfall.

Häufig befinden sich die einfacheren, billigeren Camps und Unterkünfte zentral, also in der Nähe des Headquarters oder eines Dorfes. Wer wirklich weit weg von der Zivilisation mit dem Busch verschmelzen möchte, muss mehr Geld in die Hand nehmen.

Da regelmäßige Lebensmittel- und Warenanlieferungen durch passierbare Pisten gewährleistet sein müssen, operieren die Camps von Juni bis spätestens Oktober oder November, d.h. die Walking Safaris fallen in die Trockenzeit.

Abenteuer pur: Richtige Buschwanderungen über mehrere Tage

Die Königsdisziplin der Walking Safaris sind die mehrtägigen Wanderungen durch den Busch.

Insbesondere im South Luangwa und Liuwa Plain National Park werden die Buschwanderungen angeboten, wo naturverbundene Safari-Enthusiasten mehrere Tage lange zu Fuß durch den Busch streifen (meist 8 – 10 km pro Tag) und dabei in Fly Camps übernachten. Intensiver können Besucher den afrikanische Busch nicht erleben!

Ich erinnere mich an eine Walking Safari im North Luangwa, auf der die Guides ein Rudel Löwen lokalisierten. Aus vier Stunden im Busch wurden sieben Stunden, aber keine Sekunde davon möchte ich missen. Endlich fanden wir das Rudel Löwen, bestehend aus acht frisch voll gefressenen Löwinnen und vier Jungen unter einer Baumgruppe. Der Anblick der rohen Kraft der Wildnis war erhebend!

Täglich wird von der Crew ein „fliegendes Camp“ an einer anderen Stelle als am Vortag aufgebaut. Während die Gäste immer weiter in eine Richtung wandern, ist die Crew damit beschäftigt, das alte Camp abzubauen und es an der neuen Stelle (die die Wandergruppe im Idealfall anpeilt) wieder aufzubauen.

Einfaches Fly Camp im Busch

Zusätzlich zu einem Tagesrucksack mit den üblichen Utensilien trägt man auch Wechselkleidung oder Toilettenartikel, während das Großgepäck mit der Crew ins nächste Camp fährt.

Die Fly Camps sind zwar ein logistischer Kraftakt, aber dennoch einfach gehalten. Die Ausstattung besteht aus großen Canvaszelten, Campingbetten, Campingsessel oder leichtem Alu-Geschirr. Das WC ist eine Art Plumpsklo, wo in der Erde ein Loch gebuddelt wird und eine tragbare Toilette darübergestülpt wird. Katzenwäsche und Zähneputzen werden rustikal mit dem Eimer abgewickelt. Wer duschen möchte, für den wird warmes Wasser am Feuer erhitzt, und in den Behälter über der mobilen Dusche geleert. Die Intimsphäre ist – ähnlich wie beim Campieren in unseren Breiten – relativ gering, aber immerhin lebt man für wenige Tage wirklich mitten in der Wildnis.

Der Lohn sind unauslöschliche Eindrücke der afrikanischen Wildnis. Tagsüber ist man ständig auf Augenhöhe mit dem Busch und den Tieren.

In der Nacht streifen die Tiere durchs Camp: Die Elefanten hört man gar nicht, so leise können sie auf ihren Luftpolstern gehen. Maximal die Sträucher und Äste hört man knacksen. Bei den Büffel oder den Gazellen ist ein Schnaufen hörbar; die Hyänen hingegen erkennt man an ihrem typischen Singsang. Das Brüllen der Löwen kommt immer näher, aber von wo her es genau kommt, ist nicht immer leicht zuzuordnen.

Die Tiere marschieren durchs Camp, aber Mensch und Tier kommen sich nicht in die Quere. In der Nacht sollte es aber vermieden werden, das Zelt zu verlassen, das könnte fatale Folgen haben. Nächtliche Toilettengänge sind daher gut einzuteilen – oder notfalls muss man den Nachttopf verwenden.

Elefanten sind neugierig und immer (und überall) auf der Suche nach Wasser!

Solche Buschwanderungen werden von Juni bis Oktober angeboten, in Ausnahmefällen auch in trockeneren Regenmonaten.