Die letzten Wochen waren herausfordernd, eher psychisch als tatsächlich arbeitstechnisch. Das erste Mal seit Bestehen meines Reiseveranstalters plagten mich echte Existenzsorgen. Glücklicherweise haben sich viele meiner lieben Kunden bereiterklärt, ihre Reisen aufs Jahr 2021 zu verschieben.

Nur ihnen ist es zu verdanken, dass ich momentan recht hoffnungsfroh in die Zukunft blicken kann, wenngleich nicht jeden Tag, denn meine Zuversicht ist ähnlich schreckhaft wie ein Dikdik: mal zeigt sie sich mit großen fragenden Augen, dann wieder verkriecht sie sich in den hintersten Winkel im Unterholz.

Aber der Weg ist noch weit. Momentan sehe ich noch viel Tunnel und nur ganz, ganz blasses Licht am Ende. Vor kurzem war es noch Corona selbst, das Reisen verhinderte. Mittlerweile erkennen aber viele Menschen, dass wir einen Weg werden finden müssen, um mit dem Virus in Koexistenz zu leben. Immerhin kann auch ein Urlaub in Österreich oder an der Ostsee nicht davor schützen, an Covid-19 zu erkranken. Ganz im Gegenteil: Das Virus ist mitten unter uns und es liegt nur an uns selbst, damit verantwortungsvoll, eigenverantwortlich und vernünftig umzugehen.

Mittlerweile sind es nämlich die Airlines, die das Reisen erschweren. Flüge werden gestrichen, verschoben, zusammengelegt, Kunden können ein paar Tage vor dem Flug nicht sicher sein, ob sie pünktlich an der Destination ankommen bzw. wieder pünktlich abfliegen können. Das Chaos am Himmel bremst die Wiederauferstehung  des Ferntourismus ganz gehörig.

Wohin führt der Weg? Wie lange wird es wohl dauern, um am Ende der Durststrecke angelangt zu sein? Ich frage mich dieselben Fragen wie jener Maasai am Lake Natron.

Hinter den Kulissen von Safari Insider

Seit März 2020 bin ich kalt gestellt. Was bedeutet dies in meinem Fall als Reiseveranstalterin?

  • 0 € Einnahmen und keine Abflüge seit März 2020
  • Dennoch leiste ich viele Arbeitsstunden mit Umbuchungen, Stornierungen und fruchtlosen Emails an Airlines, die ich gratis verrichte.
  • Leider kaum Anfragen und Neubuchungen, wegen der allgemeinen Verunsicherung. Die Medien und die Politik verstehen es bestens, Angst zu schüren.
  • Unglücklicherweise konnte ich einige Kunden nicht davon überzeugen, auf 2021 zu verschieben, sie stornierten ihre Safaris. Die geleisteten Zahlungen habe ich umgehend rückerstattet, denn so ist es in der Pauschalreiserichtlinie geregelt, obwohl das Gesetz nur wegen sorglosen, unseriösen Reiseveranstaltern erfunden wurde und nicht für Pandemien ausgelegt ist. Die Zahlungen erfolgen aus der eigenen Tasche. Meine Partner in Afrika und deren Angestellte kämpfen selbst ums Überleben, im wahrsten Sinne: kein Job, kein Geld, kein Essen, keine medizinische Versorgung, keine Schulbildung, im schlimmsten Fall der gesamten extended family mit 20, 30 Menschen.
  • Die Perspektiven sind wenig rosig, denn obwohl Länder wie Tansania wieder geöffnet sind, existieren pauschale Reisewarnungen, die Reisende verunsichern.

Am schlimmsten dabei empfinde ich das Nicht-Handeln der politischen Entscheidungsträger. Klar, wir Reiseveranstalter schaffen keine Wertschöpfung im eigenen Land, weil die Gelder in die große weite Welt abfließen, aber sind wir deshalb Unternehmen zweiter oder dritter Klasse? Wenigstens sind wir gut genug, um Steuern, Abgaben und Sozialversicherungen pünktlich zahlen zu dürfen.

Unlängst wurde im österreichischen ORF, in der Sendung „Thema“, die vergessenen Sexarbeiterinnen thematisiert, die knallhart von der Krise getroffen wurden. Da dachte ich mir: „Interessant, scheinbar ist das Ansehen der Reiseveranstalter und Reisebüros mittlerweile tiefer als das der Prostituierten gesunken, denn während sich Journalisten der Sexarbeiterinnen annehmen, wird über die beispiellose Misere in der Reisebranche eisern geschwiegen. Und das systematisch, durch alle Kanäle hindurch, egal ob in Österreich oder Deutschland, egal ob im TV, Radio, Printmedien. Die Beyond-Europe-Outgoing-Reisebranche ist in den Medien schlichtweg nicht existent.

Wie sicher ist nun das Reisen nach Tansania?

Tansania hat als erstes afrikanisches Land wieder seine Grenzen geöffnet, gefolgt von Äthiopien.

Es wäre natürlich utopisch zu glauben, dass es keine Covid-19-Fälle in Tansania gäbe, es gibt sie mit Sicherheit (auch wenn keine gesicherten Zahlen darüber existieren).

Dennoch: Auf einer Reise durch Tansania werden Sie kaum mit Menschenmassen in geschlossenen Räumen in Berührung kommen. Jedenfalls bin ich zuversichtlich, dass Sie auf weniger Menschen treffen würden als bei Ihrem Urlaub am Wörthersee oder in Usedom.

100 % Sicherheit

Diese kann ich Ihnen nicht garantieren. Wer 100 % Sicherheit wünscht, darf das Haus nicht verlassen. Und selbst da könnte ein Kabelbrand die Bude abfackeln. Oder der Fön in die Badewanne fallen.

Reisewarnungen

Es existieren nach wie vor Reisewarnungen für Afrika, allerdings bemängeln wir Afrika-Veranstalter, dass diese in Unkenntnis der wahren Gegebenheiten vor Ort verhängt wurden. Die Wahrscheinlichkeit, sich im Trubel an der Strandpromenade von Velden oder Usedom anzustecken, ist um ein Vielfaches höher als im afrikanischen Busch in einem Camp, wo es nur wenige Menschen gibt, und die zudem ausreichend Platz haben, um 5-Meter-Abstände einzuhalten.

Die breite Masse leidet unter dem ausbleibenden Tourismus, weil die Fahrer, Köche, Camp-Manager, Automechaniker, Tankstellenmitarbeiter oder Souvenirverkäufer ihre Großfamilie nicht versorgen können. Dies treibt viele Menschen am Rande der Nationalparks zur Wilderei.

Diverse Covid-19-Maßnahmen

In Tansania haben die Camps umfassende Maßnahmen ergriffen, basierend auf den Vorschriften der tansanischen Regierung.

  • Alle im Tourismus bzw. im Service-Bereich tätigen Mitarbeiter (Airlines, Hotels, Guides, Transferfahrer, etc.) müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.
  • Fast alle Tätigkeiten finden im Freien statt, es gibt kaum geschlossene Räume, wo sich Touristen aufhalten. Die Camps sind luftig gebaut und erlauben Luftzirkulation, was den heißen Temperaturen geschuldet ist. Auf den Safaris werden große Geländewägen verwendet, wo immer ein oder mehrere Fenster bzw. das Hubdach für die Tierbeobachtung geöffnet sind.
  • Die Camps haben ihre Mitarbeiter in Hygiene geschult und sie wurden mit Desinfektionsmittel, Handwaschstationen und Desinfektions-Prozeduren getunt. Ich wage sogar zu behaupten, dass die Vorschriften in Tansania ernster genommen werden als bei uns.
  • Die Angestellten im Tourismus, also Ihr Fahrer, der Bergführer oder das Camp-Personal, müssen alle 14 Tage auf Covid-19 getestet werden. Orte, die von Touristen frequentiert werden, z. B. Auto,  Hotelzimmer, Restaurants, werden regelmäßig desinfiziert.
  • An den Flughäfen existieren Leitfäden, Hygienevorschriften (Desinfektionsvorgaben), Abstandsregeln, Körpertemperatur-Scanner, Maskenpflicht beim Flughafenpersonal und einiges mehr.

Ihr Urlaub in Afrika findet vorwiegend im Freien bzw. in gut durchlüfteten Räumen ohne stehende Luft statt. Sie treffen im Busch auf wenige Menschen, und wenn doch, dann haben Sie ausreichend Möglichkeiten, um Abstand zu wahren. Außerdem bin ich mir sicher, dass die Vorgaben der Regierung auf Punkt und Strich eingehalten werden – viel strikter als bei uns. Denn wenn Afrikaner in einem Weltmeister sind, dann ist es Bürokratie umzusetzen.

Und was ist mit den Flugzeugen?

Tja, hier scheiden sich die Geister, ob sie nun Virenschleudern seien oder doch gänzlich unbedenklich (wenn sie denn doch fliegen). Aber wenn Sie sich schon in einem Großraumflugzeug mit hunderten unbekannten Menschen aus aller Herren Länder gezwängt haben, so kann ein Inlandflug ans Meer in einer kleinen 12-sitzigen Cessna mit Frischluft-Ventilatoren und Luftzirkulation kaum ein höheres Infektionsrisiko aufweisen.

Überdies ist es möglich, Ihre Safari so anzupassen, dass Inlandflüge komplett wegfallen. Was natürlich schade wäre, denn dann müssten Sie auf Sansibar oder Mafia Island verzichten und mehr Stunden im Fahrzeug in Kauf nehmen.

Sie machen das Reisen in Tansania angenehm (mit bedeutend kürzeren Wegstrecken), aber für viele Besucher waren die kleinen Propellermaschinen selbst vor Corona schon ein Abenteuer für sich….

Was tun, wenn ich auf der Safari Symptome verspüre?

Dann informieren Sie Ihren Fahrer bzw. meine Partner-Agentur und Sie werden unverzüglich in eine westlich geführte Krankenstation gebracht. Hier tun europäische Ärzte ihren Dienst, oftmals auch deutschsprachige.

Weitere praktische Infos für Reisen nach Tansania

Bei der Einreise nach Tansania sind keine negativen Covid-19-Tests erforderlich.

Sollten bei einem ankommenden Touristen Corona-Symptome erkannt werden, muss er oder sie sich auf eigene Kosten in ärztliche Behandlung und 14 Tage in Quarantäne begeben. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, kurz vor Ihrer Abreise Ihren Gesundheitsstatus mittels Test zu bestimmen.

Momentan gilt für die Einreise in die EU noch die Quarantäne-Pflicht von 14 Tagen – außer Sie können einen negativen Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. An den Flughäfen Wien (190 €) und Frankfurt (59–139 €) wurden Testcenter eingerichtet, wo PCR-Tests binnen weniger Stunden ausgestellt werden. Momentan wird ohnehin darüber diskutiert, an allen Flughäfen Teststationen einzurichten.

Schweizer Reisende haben keine Einreise-Vorschriften zu beachten.

Meine große Bitte in eigener Sache

Ja, eine Reise nach Tansania in den nächsten Wochen und Monaten erfordert etwas Mut und Eigenverantwortung, weniger wegen des Corona-Risikos an sich, sondern wegen der möglicherweise unangenehmen Umstände (unsichere Langstreckenflüge, Quarantäne, PCR-Tests, etc.).

Gerade in solchen Zeiten bitte ich Sie inständig: Buchen Sie bei uns kleinen, spezialisierten Veranstaltern und Reisebüros. Warum? Weil sich in der Krise der wahre Charakter eines Unternehmens zeigt.

Die Krise stellt den großen Veranstaltern, Online-Portalen oder auch Fluggesellschaften nämlich kein gutes Zeugnis aus. Niemand erreichbar, keine Antwort auf Emails, keine Unterstützung in Notsituationen. Alleingelassen, unbeantwortete Fragen, im schlimmsten Fall gestrandet.

Für mich ist das schändliche Verhalten der Big Players der beste Beweis, dass der Preis allein keine Buchungsgrundlage sein sollte. Ja, wenn es keine Krise oder keine Katastrophen gibt, haben Sie für eine Safari bei Safari Insider (oder anderen spezialisierten Veranstaltern) etwas mehr bezahlt als beispielsweise bei einem multinationalen Reiseunternehmen mit einem superfancy Buchungsportal.

In einer Notsituation machen sich aber mein Engagement und meine persönlichen Kontakte nach Tansania bezahlt. Damit Sie Ihren Urlaub zu 100 % genießen können und gerne Ihre Erlebnisse an Ihre Freunde weitererzählen. Denn davon lebe ich als kleines Unternehmen: ausschließlich von Ihrer Zufriedenheit. 

Tansania wird wohl nicht so schnell wieder so untouristisch sein wie im Moment. Wenn Sie die Gunst der Stunde nützen und in den nächsten Monaten nach Tansania reisen möchten, freue ich mich, Ihnen Ihre unvergessliche, 100 %ig maßgeschneiderte Safari zu planen.

In diesem Sinne: Safari njema!