Bei der ersten, jungfräulichen Safari weiß man noch nicht, was einen erwartet: Kalte Schauer, die einem beim Anblick von einem stattlichen Löwen über den Rücken laufen. Beschützerinstinkt, wenn eine Herde Elefantenkühe penibel akkurat ihre Babies schützt, indem sie die Jungen zwischen sich einkesseln. Ein Schmunzeln, wenn freche Paviane bis zum Autofenster kommen und ihre Pfoten pfeilschnell nach der Jause ausstrecken.

Damit gerade die „Neulinge“ eine Safari genießen können, gibt es ein paar Do’s und Dont’s, die zu beachten sind.

  • Erwarten Sie nicht die Big Five! Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie viele Wildtiere sehen, aber es gibt keine Garantie dafür, die Big Five zu sehen. Es kann zwischendurch Stunden oder gar einen oder zwei Tage geben, wo außer ein paar Zebras, Giraffen und Impalas keine richtig spektakulären Tiere Ihren Weg kreuzen.
  • Als wir im Camp im Selous Game Reserve arbeiteten, hatten wir täglich mindestens 3 Gäste, die uns fragten, ob (und wo) sie am nächsten Tag Löwen sehen würden. Natursendungen, wie Universum oder die BBC-Dokumentationen, bringen zwar die weite Welt ins Wohnzimmer, aber vielen Besuchern ist nicht bewusst, dass für eine 45 Minuten Sendung die Filmcrew vermutlich mehrere Wochen im Busch verbringt…

    Löwen zu sehen ist nicht unbedingt alltäglich auf Safari

  • Safaris sind kein Wunschkonzert! Klar, die Fahrer und Guides geben ihr Bestes, um Ihre Wünsche nach Sichtung von bestimmten Tieren zu entsprechen, aber an manchen Tagen ist einfach nicht mehr drin. Obwohl die Fahrer und Guides aus Erfahrung wissen, wo sich bestimmte Tiere aufhalten könnten – gegen den Lauf der Natur sind sie machtlos.
  • Stellen Sie sich am besten auch auf weniger spektakuläre Tage ein!

  • Enden Sie nicht als Löwenfutter! Bedeutet: Verlassen Sie das Fahrzeug in einem Nationalpark nur in Absprache mit dem Fahrer bzw. Guide.
  • Mit menschlichen Bedürfnissen gehen Afrikaner ohne Tabus um. Wenn Sie also in einem Park weit weg von Toiletten die Notdurft plagt, bleibt Ihr Fahrer gerne für Sie an einem sicheren Ort stehen, damit Sie „die Reifen überprüfen können“ („check the tires“ als Codewort im Safari-Slang). Die Busch-Toilette hinter dem Fahrzeug ist der sicherste Platz!

  • Keine Alleingänge in der Nacht! Nach Einbruch der Dunkelheit spaziert man nicht auf eigene Faust durch’s oder hinter’s Camp. Im Normalfall sind bewaffnete Maasai-Krieger oder watchmen abgestellt, die die Gäste vom Restaurant zu ihrem Zelt oder Chalet begleiten. Rund um die Camps und Lodges gibt’s keine Zäune, die Wildtiere marschieren ungeniert durch’s Camp – und sie sehen mit Abstand besser in der Nacht als Menschen.
  • In den meisten Camps und Lodges stehen in den Gastquartieren eine Trillerpfeife (whistle) oder eine Taschenlampe zur Verfügung, womit Sie sich bei den Wachmännern bemerkbar machen können, wenn Sie eine Eskorte benötigen.

  • Nehmen Sie Ihr Handy nicht mit auf Safari! Schalten Sie auf Safari Ihr Handy auf lautlos (oder gleich ganz ab) und verzichten Sie darauf iPads o.ä. mit auf die Pirschfahrten zu nehmen. Nichts ist störender als klingelnde Handies (im Busch) oder desinteressierte Reisende, die iPads wichtiger nehmen als die Natur.
  • Leider ist die Netzwerkabdeckung in Tansania durchweg gut, sogar an abgelegenen Orten. Da sind viele Leute versucht, erreichbar zu bleiben. Genießen Sie stattdessen das Gefühl, endlich mal nicht erreichbar zu sein!

  • Pscht! Verhalten Sie sich ruhig. Lärm (z. B. lautes Sprechen) verschreckt die Tiere. Außerdem sind Safaris am schönsten und eindrücklichsten, wenn die Geräusche der modernen Welt komplett ausgeblendet werden.Schalten Sie deshalb die Signaltöne Ihrer Kamera unbedingt auf lautlos! Das konstante Piepsen der Kameras ist wirklich störend. Man hört es über mehrere Fahrzeuge hinweg, z. B. wenn zahlreiche Fahrzeuge vor einem Rudel Löwen stoppen und die Insassen ganz aufgeregt fotografieren.
  • Gleiches gilt übrigens fürs Sprechen. Sprechen Sie leise und gedämpft, ich persönlich finde es furchtbar anmassend, wenn die Besucher lautstark über alles mögliche im Busch poltern (noch blöder, wenn die Stimmen dann auf dem eigenen Safari-Video zu hören sind!).  Abends im Camp gibt es genügend Möglichkeiten, um sich auszutauschen, aber die Pirschfahrten oder Walking Safaris gelingen am Besten ohne gesprochenes Wort.

    Piepsen und Schnattern ist störend auf Safari

  • Keine technischen Spielereien! Verzichten Sie darauf, während der Pirschfahrten Fotos zu löschen oder zu editieren, Sie zerstören damit die Magie des Augenblicks! Überhaupt finde ich persönlich, dass die Erinnerungen im Kopf und die Gefühle weit bessere Konservatoren sind als es Pixel je sein könnten.
  • Lassen Sie die Kamera ruhen und genießen Sie den Augenblick! In den allermeisten Fällen (außer man ist ein begnadeter Fotograf mit Teleobjektiv) sind die Fotos ohnehin bescheiden … Da ist’s besser, man genießt die Safari in vollen Zügen und kauft sich einen Bildband über die Serengeti mit exzellenten Tierfotos.
  • Verzichten Sie auf leuchtende Farben und teure Kleidung! Sie brauchen keine sündteuren Safari-Klamotten à la „Out of Africa“ kaufen.  Bequeme, leicht waschbare Kleidung in gedeckten Farben tun’s ebenso. T-Shirts, Hemden und luftige Tunikas aus Baumwolle, Funktionsmaterial oder gar Leinen sind genauso ideal für Safaris.
  • Achten Sie nur auf die Farben der Kleidung. Verzichten Sie auf schwarze oder leuchtend blaue Kleidung ebenso wie auf rote, gelbe oder orange Kleidungsstücke. Gut geeignet sind alle Pastellfarben, Grüntöne und Erdtöne.

  • Reduzieren, reduzieren, reduzieren! Nicht nur die Gepäckbeschränkungen auf 15 kg, die die kleinen Cessnas erfordern, limitieren das Gepäck. Das tägliche Ein- und Auschecken kann mit viel Gepäck lästig sein.
  • Ich persönlich finde, dass Afrika eine wunderbare Gelegenheit darstellt, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Versuchen Sie, mit nur wenig Gepäck auszukommen. Lassen Sie überflüssigen Firlefanz zu Hause, wie Schmuck, delikate Kleidung, Haarfön, Conditioner, elektrische Zahnbürste, oder Sandalen mit Goldriemchen, etc. Man kommt mit so viel weniger aus als man denk, und muss dennoch auf nichts verzichten.

  • Keine Geschichten! Sollten Sie in einer Kleingruppe unterwegs sein, verschonen Sie Ihre Mitreisenden mit abenteuerlichen Safari-Geschichten vom letzten Jahr. Es gibt nichts Nervigeres als Mitreisende, die ständig von ihren tollen Safari-Urlauben von anno dazumal schwärmen. Dieses Verhalten ist übrigens bei gewissen Landsleuten besonders ausgeprägt.