Momentan erreichen mich viele Anfragen für Individualreisen ab Dar es Salaam. Obwohl die Flüge dorthin momentan möglicherweise billig sind, ist Dar es Salaam nicht für jede Jahreszeit und für jedes Budget die richtige Ausgangsstadt.

Bevor Sie einen Flug nach Tansania buchen, lesen Sie folgende Zeilen:

1. Allgemein hohes Preisniveau in Tansania

Man muss sich im Klaren sein, dass Tansania trotz eines billigen Fluges keineswegs eine billige Destination ist. Es ist vollkommen unrealistisch, eine 7tägige Privat-Safari um 1000 € zu machen. Punkt. Genauso unrealistisch sind 1500 €, zumindest bei Unternehmen, die alle ihre Lizenzen und Steuern bezahlen.

Eine 7tägige Privat-Safari (in einfachen Mittelklasse-Unterkünften) beginnt bei ungefähr 2000 € pro Person; wenn Sie in die Serengeti fahren wollen oder an den Ngorongoro Crater, dann kostet sie noch mehr.

Eine Safari, die südliche Parks berücksichtigt, also Selous, Ruaha oder Mikumi, ist noch teurer, im Durchschnitt um 20–30 % teurer als eine vergleichbare Safari im Norden.

  • Im Süden müssen größere Distanzen überwunden werden, sowohl für die Gäste, aber auch für die Aufrechterhaltung des Campbetriebes (Essen, Getränke, Instandhaltung, Ersatzteile, etc.).

    Die Unterkünfte im Süden liegen deutlich abgeschiedener als die meisten Camps und Lodges im Norden. Daher sind die Transport- und Logistikkosten entscheidend höher.

  • Aber auch die Konzessionsgebühren für die Betreiber von Camps sind im Selous beispielsweise höher als in den von der TANAPA, der offiziellen Parkbehörde, verwalteten ordentlichen Nationalparks.

Safaris sind wunderbar, aber nur, wenn die An- und Abreise durchdacht sind

2. Vorauswahl der ungefähren Reiseroute

Einerseits limitiert das Budget eine Reise nach Tansania, andererseits auch die Wahl des Flughafens.

Wer günstig nach Dar es Salaam fliegt, muss mindestens noch einmal 300 € pro Person an Flugkosten rechnen, um nach Arusha gelangen zu können. Oder 450 €, um in die Serengeti zu fliegen. Möglicherweise muss man in Dar es Salaam übernachten, braucht Taxitransfers vom Flughafen zum Hotel und wieder zurück, und schon ist der ursprünglich so billige Flug nicht mehr so billig.

Deshalb: Flüge nach Dar es Salaam sind nur empfehlenswert, wenn man den Southern Circuit machen will oder nach Sansibar weiterreist. Für die nördlichen Parks ist eine direkte Anreise nach Kilimanjaro Airport viel besser (und weniger anstrengend).

Je kleiner die Flugzeuge, desto teurer die Preise – viele Destinationen können wegen der kleinen Runways nur mit kleinen Cessnas angeflogen werden

3. Wissen, wann man wohin reisen kann

Flüge nach Dar es Salaam im März sind nicht anzuraten. Viele Camps im Süden sperren bereits Anfang März, der Rest dann um den 20. März. Auch die Airlines stellen den Betrieb ein, weil die meisten Gebiete unpassierbar sind.

Wer im März oder April/Mai auf Safari gehen möchte, sollte besser in den Norden fliegen und beispielsweise in der Serengeti, im Ngorongoro Crater und am Lake Manyara Safaris unternehmen.

Ab Juni gehen wieder beide Landesteile, also der Northern und der Southern Circuit.

4. Je näher der Flughafen am Startpunkt der Reise ist, desto besser

Man muss in jedem Fall Extrakosten einkalkulieren, wenn ein auf den ersten Blick billiger Flug lockt: Transfers, Inlandflüge, Zusatzübernachtungen.

Außerdem ergeben sich viele Schnittstellen, die eine Reise beeinträchtigen können: Man steht in Dar es Salaam stundenlang im Stau, vielleicht versäumt man dadurch sogar den Inlandflug nach Arusha. Flüge werden oft verschoben oder fallen aus, dann sitzt man am Flughafen in Dar fest und muss sich Stunden gedulden, bis es Ersatzflüge gibt.

Selbst eine minutiös geplante und gut durchdachte Reise kann an einem Stau in Dar es Salaam scheitern.

Der Verkehr in Dar es Salaam ist tückisch. Man kann ihn umgehen, indem man z. B. direkt nach Kilimanjaro Airport fliegt

Auch Nairobi ist nicht viel besser. Oft muss man übernachten in einem Stadthotel, verliert einen Tag, sitzt dann noch 6 Stunden im Auto oder im Bus nach Arusha, verliert noch einen Tag, und die eigentliche Safari kann erst am dritten Tag nach der Ankunft in Afrika beginnen.

Deshalb empfehle ich meinen Kunden immer, möglichst nahe an den Startpunkt der Reise zu fliegen.

Für den Southern Circuit ist das Dar es Salaam, für die nördlichen Parks ist das Kilimanjaro Airport, für Sansibar ist das der Zanzibar Kisauni Airport.