In Tansania (und bei mir) überschlagen sich die Ereignisse (und Emails aus Tansania), da am Freitag, den 23. 6. 2016, bekannt wurde, dass die Regierung per 1. Juli 2016 eine neue Mehrwertsteuer für den Tourismus einführt.

Die neue Mehrwertsteuer betrifft folgende Leistungen und beträgt einheitlich 18 %:

  • Transporte/Transfers
  • alle geführten Aktivitäten auf Safari, die Guides involvieren, wie Pirschfahrten, Walking Safaris, Bootsafaris, Reiten, kulturelle Aktivitäten wie Dorfbesuche, Wanderungen, Kaffee-Touren, Maasaidorf-Besuche, etc.
  • Eintrittsgebühren für die Parks und geschützten Gebiete und alle damit verbundenen weiteren Gebühren, die bei den Camp- und Hotelbetreibern anfallen (camping fees, conservation fees, etc.)

Die Tourismusbetriebe in Tansania  sind  von der Maßnahme völlig überrascht worden und sehr enttäuscht, weil die Regierung das Reisen in Tansania für Ausländer noch teurer macht, als es schon ohnehin ist. Man sieht leider, dass die Politiker nicht viel Augenmaß haben und tatsächlich glauben, bei uns wachse das Geld auf dem Baum, und wir könnten es beliebig ernten. Es ist zu befürchten, dass das Besucheraufkommen dadurch einbricht, was den gesamten Sektor in Schwierigkeiten stürzt.

Erstes großes Meeting der Interessenvertretung und Regierungsbeamten

Am Dienstag, 28. Juni, kam es in Arusha zu einer Zusammenkunft vieler Betroffener, der Interessenvertretung sowie einiger Regierungsbeamte.

Zahlreiche große Tour Operators legen nun Beschwerde wegen der überfallsartigen Einführung der Mehrwertsteuer auf touristische Leistungen (Aktivitäten auf Safari) ein, aber die Möglichkeiten der Unternehmer sind naturgemäß begrenzt, wenn sich die Regierung etwas in den Kopf setzt.

Touristische Aktivitäten (Transport, Pirschfahrten, Guiding, ect.)

Hier gibt es sehr viel Unsicherheit, weil nicht absehbar ist, wie diese Regelung umgesetzt  und vor allem wie schnell sie umgesetzt wird. Momentan haben meine Partner und ich vereinbart (bis auf Widerruf), dass die MwSt. auf existierende Buchungen nicht angewandt wird (d.h. jene, die vor dem 1. Juli 2016 zumindest angezahlt wurden).

Die Parkgebühren werden ab sofort versteuert

Fix ist, dass ab 1. Juli 2016 alle Parkgebühren mit 18% MwSt belegt werden. Leider konnten die Steuerbehörde sowie die Regierungsvertreter nicht dazu überredet werden, diese Maßnahme für existierende Buchungen auszusetzen. Die MwSt wird per 1. Juli 2016 eingefordert und einkassiert, ungeachtet des Zeitpunkts, wann die Reise gebucht oder bezahlt wurde.

Zudem wurden die Eintrittsgebühren für die Ngorongoro Conservation Area angehoben.

Safari Insider und Partner übernehmen fürs Erste bis auf Widerruf die Mehrkosten aus Parkgebühren

Ausnahmsweise übernehmen wir, d.h. ich als Reiseveranstalterin sowie meine Partner in Tansania, die Mehrkosten, die durch die Versteuerung der Parkgebühren entstehen – bis auf Widerruf, solange bis wir Klarheit über das ganze Ausmaß der neuen Besteuerung haben.

Sollte sich die Regierung entschließen, die MwSt auf die touristischen Leistungen sofort per 1. Juli 2016 anzuwenden, muss ich diese Kosten aber leider an meine Kunden weiterrechnen. Es handelt sich dabei um Beträge von 8 – 12 % des Reisepreises.

Neubuchungen

Für alle Neubuchungen gilt (leider), dass die neue MwSt. vollständig zum Tragen kommt. Dadurch erhöhen sich die Reisepreise schlagartig um ca. 8 – 12 %, je nach Dauer der Safari und ihrem Preis.

Wir wissen erst in den nächsten Tagen und Wochen mehr, wenn der 1. Juli verstrichen ist und es erste Erfahrungswerte gibt.

Es ist, wie immer in Afrika, chaotisch, die linke Hand weiß nicht, was die rechte tut. Man ist sich nur einig darin, dass noch mehr Geld von Touristen in die Kassen fließen muss.