Bescheren uns hierzulande schon Mücken und Gelsen, wie die kleinen Blutsauger in Österreich genannt werden, manch nächtliches Gesurre oder Juckreiz, so erwartet uns Ostafrika hinsichtlich Insekten mit ganz anderen Dimensionen. Schutzlos ausgeliefert sind Reisende diesen jedoch nicht.

Die Wunderwaffe DEET

In Sachen Mückenschutz lautet die Devise: Je mehr DEET (Diethyltoluamid), umso tropentauglicher sind die angebotenen Produkte. Besonders wirkungsvoll sind:

  • Nobite
  • Anti Brumm Forte
  • Anti Brumm Naturel
  • Autan Insektenschutz Protection Plus
  • Ballistol Stichfrei

Vorsicht im Umgang mit DEET-Produkten

DEET hat den Nachteil, dass es nicht nur Schleimhäute (Augen, Mund) reizt, sondern mitunter auch Kleidungsstücke ruiniert. Bei Kontakt mit empfindlichem Gewebe können sich Farben lösen oder hässliche Flecken entstehen. Diese sind meist recht hartnäckig oder lassen sich gar nicht mehr entfernen.

Im Handling mit Mückenschutz, der einen hohen DEET-Anteil aufweist, ist Obacht geboten. Am besten funktioniert das Auftragen der Flüssigkeit vor dem Anziehen.

Tragen Sie das Insektenschutz-Mittel an sämtlichen exponierten Stellen wie Hals, Dekolleté, Arme, Hände, Knöchel, Beine etc. auf. Behaarte Menschen haben in diesem Fall einen Vorteil: Wo Haare wachsen, können die Moskitos schlechter aufsitzen!

Da die Präparate meist auf Öl basieren, lassen sich Rückstände an den Händen kaum vermeiden. Wer nach dem Schmieren Kleidung oder andere Gegenstände angreift, hinterlässt Spuren!

Besonders heikel sind nicht farbechte Kleidung und bedruckte Produkte (z. B. Reiseführer, Bücher, Karten, Etiketten etc.). Diese werden unter dem Einfluss von DEET fleckig oder verlieren Farbe. Vor allem wenn das Lieblings-T-Shirt oder teure Unterwäsche betroffen sind, vermiest das die Urlaubsfreude!

Keine Chance den fetten Flecken

Ich gebe zu, mir ist es schon das eine oder andere Mal passiert, dass ich mit ölbeschmierten Händen Bücher oder eine Wasserflasche angegriffen habe. Dank solcher Unachtsamkeiten klebte dann die Farbe oder Druckerschwärze statt auf dem Papier an meinen Händen.

Deshalb ergehen an meine KundInnen immer folgende Tipps:

  • Nehmen Sie nur pflegeleichte, gut waschbare, farbechte Wäsche und Kleidung mit auf Ihre Reise nach Ostafrika.
  • Lassen Sie Ihre Lieblingsstücke daheim. Packen Sie eher ältere Kleidung ein, an der Ihr Herz nicht allzu sehr hängt. Dann tut´s nicht so weh, falls Bluse & Co tatsächlich mal Schmutz, Öl oder einen Riss abbekommen. Übrigens: auch Akaziensträucher verfügen diesbezüglich über ein äußerst tückisches Potenzial!
  • Stecken Sie die Flasche vor und nach dem Gebrauch in ein unbedrucktes, am besten durchsichtiges Plasticksackerl. Beste Erfahrungen habe ich mit Gefrierbeutel gemacht. Ich habe mir schon einige T-Shirts, Schuhe und sogar Riemen meines Fernglases zerstört, weil während des Fluges durch den Druck einige Tropfen Flüssigkeit aus der Flasche austraten…  

Meine persönlich erprobten Tipps und Tricks

  • Vorwiegend in den kühleren Abend- und Nachtstunden, etwa zwischen 17 Uhr abends und 9 Uhr morgens, ziehen die Malaria verbreitenden Mücken durch die Lüfte. Während dieser Zeit empfiehlt es sich, geeignete Schutzmittel aufzutragen und/oder Kleidung zu tragen, die den Großteil der Haut bedeckt. Das gilt freilich auch für den nächtlichen Schlaf und das Frühstück.
  • Tragen Sie das Mittel immer im Tagesrucksack bei sich, so können Sie es jederzeit auftragen!
  • Schlafen Sie unter dem Moskitonetz!

Nicht alle Tented Camps haben Moskitonetze über den Betten, weil Reißverschlüsse die Zelte ohnehin recht gut abdichten.

  • In vielen Zeltcamps gibt es kein Moskitonetz über dem Bett, da die Zipps der Zelte den Innenraum dicht abschließen. Allerdings funktioniert das nur, sofern unmittelbar nach Gebrauch wieder zugezippt wird. Und selbst dann kann die eine oder andere Gelse mit ins Zelt huschen. Kein Grund, um in Panik zu verfallen, ein neuerliches Auftragen des Schutzmittels sollte seine Wirkung nicht verfehlen.

    Safari-Insider-Tipp: Bitten Sie einen Camp-Angestellten, Ihr Zelt während des Abendessens mit Ungezieferspray auszuräuchern.

  • Investieren Sie in stichfeste Kleidung, z. B. von Craghoppers oder Fjällraven. Tagsüber getragen, schützt sie auf Walking Safaris vor Insektenstichen in der Wiese oder vor Tsetse-Fliegen bei der Wanderung am Murchison Fall. Am Abend schützt sie beim Essen vor Mücken, die die Ruhehaltung der Menschen für ihr eigenes „Dinner“ ausnutzen.

Nicht alle Mücken übertragen Malaria!

Nur die weiblichen Stechmücken der Anopheles-Art übertragen Malaria –  und nur dann, wenn die klimatischen Voraussetzungen gegeben sind.

Ernst zu nehmende Gefahr besteht nur dann, wenn:

  • Wenn Sie sich in einem Feuchtgebiet oder Gebiet, das durch Regenfälle feucht und dicht von Menschen besiedelt ist befinden.

    Speziell an der tansanischen Küste (liegt auf Meeresniveau, ist teilweise dicht besiedelt und es ist fast das ganze Jahr über heiß und schwül) müssen Reisende Vorsicht walten lassen. Ebenso im Einzugsbereich von Flüssen wie Murchison River National Park (Uganda) oder rund um den Lake Victoria.

  • Wenn es in einem Gebiet Mücken gibt (durch stehende Gewässer, Sümpfe oder kleine Pfützen im Müll). Häufig sind stehende Pfützen im Einzugsgebiet von Dörfern zu finden, wenn sich Wasser im Müll sammelt.

In unbesiedelten, trockenen Gebieten (Wildnis, Busch etc.) ist die Wahrscheinlichkeit tendenziell geringer, an Malaria zu erkranken, als in Ballungszentren und dicht besiedelten Gebieten. Wer auf Nummer Sicher gehen will, der imprägniert seine gesamte Kleidung. So besteht ohne viel Aufwand doppelter Schutz!

Wer in höhergelegenen (kühleren) Gebieten unterwegs ist (z. B. Ngorongoro Crater, Kilimanjaro, Usambara Mountains, Bwindi National Park), hat all diese Sorgen nicht: Ein Stich einer Mücke ist zwar lästig, aber in aller Regel nicht gesundheitsbedrohend.

Und sonst wirkt nichts

Die Wirkung von Ätherischen Ölen (Lavendel, Citronella und Geraniol) als Malariaschutz kann ich leider ebenso wenig bestätigen wie von Gelsensteckern, Ultraschallgeräten oder Anti-Gelsen-Armbändern.