Der Sommer und die Urlaubszeit stehen vor der Tür und die vermehrten Regenfälle der letzten Wochen begünstigten die Gelsen(Mücken)brut. Deshalb untersuchte das Magazin „Konsument“ gemeinsam mit der deutschen Stiftung Warentest die Schutzwirkung von Anti-Mücken(Gelsen)-Mitteln.

Verschiedene Produkte im Test

Im Test waren die zwölf Fabrikate, die anhand von drei Mücken(Gelsen)arten getestet wurden: Gelbfiebermücken, nachtaktive Gelsen und Malariamücken.

Je mehr DEET, desto effektiver

Die Schutzmittel, die ich seit Jahren empfehle und auch selbst immer nutze, haben am besten abgeschnitten:

  • Nobite
  • Anti Brumm Forte
  • Anti Brumm Naturel
  • Autan Insektenschutz Protection Plus
  • Ballistol Stichfrei

Grundsätzlich gilt: Je höher der Anteil an DEET (Diethyltoluamid), desto tropentauglicher ist das Mückenschutzmittel.

Achtung beim Handling von DEET-Produkten

Leider hat DEET den Nachteil, dass es nicht nur Schleimhäute (Augen, Mund) reizt, sondern auch empfindliche Kleidung ruiniert. Bei Kontakt mit dem Gewebe kann sich Farbe ablösen oder auf dem Textil sogar Flecken entstehen, die sich nicht mehr entfernen lassen.

Man muss wirklich aufpassen, wenn man Gelsen(Mücken)schutz mit einem hohen DEET-Anteil nutzt: Am besten funktioniert das Auftragen der Flüssigkeit unbekleidet. Tragen Sie das Mittel an den exponierten Stellen auf, also Hals, Dekollete, Arme, Hände, Knöchel, Beine, etc.

Tipp: Behaarte Menschen haben in diesem Fall einen Vorteil: Überall, wo Haare wachsen, können die Moskitos schlechter aufsitzen!

Da die Flüssigkeiten meist ölig sind, ist es unvermeidlich, dass Rückstände auf den Händen bleiben, mit denen man danach die Kleidung oder andere Gegenstände angreift.

Besonders nicht farbechte Kleidung und bedruckte Produkte (z. B. Reiseführer, Bücher, Karten, Etiketten, etc.) greift DEET an, sie werden fleckig oder verlieren Farbe. Wenn dies ein Lieblings-T-Shirt oder teure Unterwäsche betrifft, dann ist frau und man doppelt verärgert (besonders im Urlaub!).

Oft ist mir schon passiert, dass ich mit den klebrigen, öligen Händen Bücher oder eine Wasserflasche angegriffen habe und danach die Farbe des Etiketts oder Druckerschwärze auf meinen Händen hatte!

Deshalb ergehen an meine KundInnen immer folgende Tipps:

  • Bitte nehmen Sie nur pflegeleichte, gut waschbare und farbechte Wäsche und Kleidung mit nach Ostafrika.
  • Am besten Sie nehmen keine Lieblingsstücke mit, um die es Sie leid täte. Besser ältere Kleidung ins Gepäck packen, an der man nicht mehr so hängt und die verschmutzt, ölig oder gar zerrissen werden kann (Akaziensträucher sind tückisch!).

Mehr Tipps gegen Moskitos/Mücken/Gelsen

  • Die malaria-verbreitenden Moskitos fliegen in den kühleren Abend- und Nachtstunden, also von 16 Uhr bis ca. 9 Uhr morgens. In dieser Zeit empfiehlt es sich, Moskitoschutzmittel aufzutragen, auch in der Nacht, beim Schlafen und beim Frühstück.
  • Tipp: Tragen Sie das Mittel immer im Tagesrucksack bei sich, so können Sie es bei Bedarf auftragen.

  • Schlafen Sie unter dem Moskitonetz!
  • In vielen Zeltcamps gibt es kein Moskitonetz über dem Bett, da die Zipps der Zelte (sofern immer nach Gebrauch gleich zu gezippt wird) den Innenraum dicht abschließen. Dennoch kann die eine oder andere Gelse mit ins Zelt fliegen. In solchen Fällen ist es ratsam, das Schutzmittel erneut aufzutragen – und nicht in Panik zu verfallen!
  • Nicht alle Mücken übertragen Malaria! Malaria wird nur dann übertragen, wenn die Mücke zuvor einen anderen Menschen gestochen hat, der an Malaria erkrankt ist. Wenn sich die Mücke zuvor bei keinem Menschen infiziert hat, ist ein Stich zwar lästig, aber nicht gesundheitsbedrohend!
  • Deshalb gilt: In unbesiedelten Gebieten (also Wildnis, Busch, etc.) ist die Wahrscheinlichkeit tendenziell geringer, an Malaria zu erkranken, als in Ballungszentren und dicht besiedelten Gebieten.

  • Wenn Sie sich selbst als ängstlich oder überbesorgt einschätzen, imprägnieren Sie Ihre Kleidung. Dann haben Sie doppelten Schutz!

Alles andere ist wirkungslos

Ätherische Öle wie Lavendel, Citronella und Geraniol schützen ebenso wenig wie Gelsenstecker oder Ultraschallgeräte. Ebenso nutz- und wirkungslos seien die Anti-Gelsen-Armbänder.