Safaris liebt man – oder nicht. Dazwischen gibt es nichts. Ein „bisschen“ Safari-Fieber hat niemand, entweder verfällt man dem Zauber von Safaris ganz – oder gar nicht.

Die Erinnerungen an meine letzten Safaris im November 2014 sind noch ganz frisch! Fast kann ich den heißen Kaffee um 6 Uhr morgens auf meiner Zunge schmecken….

Ich bin zwar ein Morgenmuffel, der zu Hause nur in Notfällen vor 8 Uhr aufsteht – in Afrika bin ich aber fast täglich schon um 5.30 Uhr putzmunter. Der Tag beginnt immer mit einem lieb gewordenen Ritual, mit dem wake up call.

Kaffee, bisuits und ein Sonnenaufgang im Sayari Camp in der Serengeti

Ein Campmitarbeiter serviert Kaffee und ein paar biscuits zum Zelt.

Mit zerzausten Haaren und zerknittertem Gesicht schenke ich mir Kaffee ein und überlasse es dem Busch, mich mit seinen ganz eigenen Geräuschen zu wecken.

Nicht selten gesellen sich zu den Geräuschen ahnungslose Impalas oder neugierige Zebras. So ein Tag kann nur perfekt werden!

Auf Safari sein – das bedeutet, auf die Wesentlichen Dinge reduziert zu sein.

Schlafen, essen, gehen, horchen, riechen, schwitzen, staubig werden, trinken, der Schöpfung Tribut zollen, im Rhythmus der Sonne leben.

Es gibt keine Kleidervorschriften (außer dass sie bequem und in neutralen Farben gehalten sein soll), niemand erwartet perfekt gestyltes Haar oder Make-Up. Ein Tag ohne Computer und Internet erinnert mich daran, dass ich meine Gedanken auch per Hand in mein Notizbüchlein schreiben kann.

Alle Sinne sind gefordert:

  • Das frisch zubereitete Essen schmeckt viel intensiver als zu Hause (weil es frisch gekocht wird und keine Tiefkühlware ist und weil es zu einem wichtigen Angelpunkt des Tages wird).
  • Aus dem Busch dringen unbekannte, teils beängstigende Laute, die man nicht zuordnen kann.
  • Die Augen sind ständig auf der Suche nach Tieren, egal ob auf dem Weg vom Zelt zum Abendessen (es könnte ja ein hungriger Löwe hinter dem Zelt auf seine Chance warten!) oder auf der Morgenfahrt, wenn die letzten Hippos hurtig zu den Wasserlöchern eilen.

Egal ob in der Serengeti, im Tarangire, in South Luangwa oder im Kafue National Park, die Landschaften sind weiter und ausgedehnter als man es sich je erträumen kann.

Von einem Eck der Serengeti bis zum anderen ist man gut und gerne 8 Stunden im Fahrzeug unterwegs.

Das Gefühl der (persönlichen) Freiheit ist fast grenzenlos!

Ich freue mich über alle Tiere, die meinen Weg kreuzen – die lustig aussehenden Tüpfelhyänen, scheue Giraffen, schwanz-wendelnde Impalas. Aber am eindrücklichsten bleiben die Katzen in Erinnerung. Mit Grazie durchforsten sie den Busch, sie demonstrieren Stärke, Kraft und Überlegenheit.

Das Röhren einen Löwenmännchens geht durch Mark und Bein. Ein Gepard auf Jagd ist für mich graziler anzusehen als jede Balletttänzerin.

Die drei Löwinnen waren Teil einer 19 Kopf starken Löwen-Truppe in der Mara-Region der Serengeti … Gänsehaut!

Ein perfekter Tag im Busch endet mit einem traditionellen Gin Tonic – oder noch besser, mit einem eiskalten Bier.

Nach den staubigen Pisten ist die Kehle staubtrocken. Die untergehende Sonne taucht die Savanne in ein Feuerwerk von Farben. Grunzende Hippos und schnaufende Zebras stehen Spalier.

Kilimanjaro-Bier, Popcorn und ein Sonnenuntergang… das Ende eines perfekten Tages.

Neben dem early wake up call ist der Sundowner mit der schönste Moment eines Safari-Tages!

Nach all der Aufregung des Tages geht man üblicherweise gegen 22 Uhr ins Bett, insbesondere weil die Tage früh beginnen. Nachdem das Licht ausgeschalten ist, sind die Sinne zu 100 Prozent auf die Geräusche reduziert.

Eine Klangwolke aus zirpendenGrillen begleitet eine Safari wie ein Soundtrack zu einem Film.

Der Singsang der Hyänen ist betörend, und das Bellen der jagenden Schakale erinnert an Hunde. Das Herz klopft schneller, wenn das Brüllen eines Löwen ertönt, egal wie weit weg. Sie sind wahrlich die Könige der Savanne, nicht ohne Grund.

Eine Walking Safari ist so sexy, wie eine Frau, die mehr bedeckt als sie zeigt.

Pirschfahrten sind mit Pin-up-Girls zu vergleichen: Man sieht alles, vor allem die großen Dinge, also die Giraffen, Zebras oder Großkatzen.

Walking Safari appelieren an die Vorstellungskraft und die Fantasie.

Die droppings (Exkremente) oder tracks (Spuren) verraten, welche Tiere vor kurzem hier waren (oft ist die Vorstellung von einem Tier verlockender, als das Tier tatsächlich zu sehen).

Auf Walking Safari im Tarangire mit dem Olivers Camp. Im Hintergrund eine Herde Elefantenkühe mit Jungen.

Man erfährt mehr über Bäume und Gräser, kann an ihnen reiben, sie schmecken oder riechen.

Ein Termitenhügel mag vom Fahrzeug aus nicht besonders interessant sein, aber zu Fuß und mit einem kundigem Guide wird ein Zwischenstopp bei einem Termitenhügel zum Highlight des Tages.