West Kilimanjaro

Obwohl sie gut erreichbar zwischen Moshi und Arusha liegt, scheint die West Kilimanjaro Area Lichtjahre von einer touristischen Vermarktung entfernt zu sein. Die authentische Busch-Atmosphäre lässt sich leicht in eine Rundreise integrieren und kommt Reisenden, die die tansanische Natur abseits des Trubels des Northern Circuit erleben wollen, entgegen.

GUT ZU WISSEN

Zwischen den Bergen

Wie der Name schon sagt, liegt dieses Gebiet westlich des Kilimanjaro, etwa auf halbem Weg zwischen Moshi und Arusha. Die Abzweigung vom Dar-Arusha-Highway erfolgt in Boma Ng’ombe, Richtung Norden (nach Sanya Juu).

Allein die Panoramastrecke lohnt sich: Die Teerstraße, die später zur Piste wird, führt durch typische Dörfer, vorbei an Maisfeldern, Flammenbäumen und Kuhherden, die von Maasai gehütet werden. Wenn das Wetter mitspielt, könnte die Kulisse eindrucksvoller nicht sein: rechts Richtung Osten der Kilimanjaro, links Richtung Westen der Mount Meru.

Wildlife Management Area, Privat-Konzessionen & Maasai-Land

Das Gebiet West Kilimanjaro ist kein ausgewiesener Nationalpark. Vielmehr existieren mehrere Gebiete für die Tierbeobachtung: einerseits die private Konzession des Ndarakwai Camp in einem 2600 km2 großen Areal, andererseits die Enduiment Wildlife Management Area, die öffentlich verwaltet wird. Zudem gibt es weitere private Konzessionen, wo Camps ihre Tierbeobachtungsaktivitäten durchführen.

Aufgrund seiner Trockenheit ist das Land spärlich besiedelt. Es sind hauptsächlich die halb-nomadischen Maasai, die die West Kilimanjaro Area bevölkern. Am Rande des Gebiets, in der Nähe der Hauptpisten, liegen ein paar Dörfer, wo WaChagga, WaArusha, WaPare und WaMeru gemeinsam leben.

Elefanten aus dem Amboseli National Park

Interessant ist die trockene Savannenlandschaft der West Kilimanjaro Area, weil die Tiere zwischen dem im Norden angrenzenden Amboseli National Park (Kenia) und dem Arusha National Park hin- und herwandern. Als Teil des West Kilimanjaro-Amboseli-Ökosystems migrieren z. B. große Elefantenherden grenzüberschreitend von Kenia nach Tansania und wieder zurück, immer auf der Suche nach Wasser und Nahrung.

Das große Aushängeschild des Gebiets sind zwar die Elefanten, aber auch andere Spezies können beobachtet werden: Gerenuk, Hyänen, Kleiner Kudu (Lesser Kudu), Zebras, Gnus, Impalas, Giraffen, Thomson-Gazellen, Strauße, Kuhantilopen, Dikdiks, Oryx oder Wasserböcke.

Untouristische Wildnis

Mit dem Tierreichtum der Serengeti, dem Tarangire National Park oder dem Ruaha National Park kann die Region West Kilimanjaro zugegebenermaßen nicht mithalten. Begrenzt sind hier ebenfalls die Unterbringungs-Möglichkeiten. Es gibt lediglich ein paar Camps und eine Handvoll landestypischer Gästehäuser oder Farmstays.

Gerade diese Gegebenheiten machen das Gebiet jedoch so reizvoll: Wer menschenleeren Busch, große Weiten und tolle Panoramen sucht und diese ganz für sich allein haben möchte, ist hier gut aufgehoben.

Walking und Night Safaris eingeschränkt erlaubt

In den privaten Konzessionen sind Walking und Night Safaris erlaubt. Dieser Umstand macht West Kilimanjaro so attraktiv, da Buschwanderungen meiner Meinung nach die Königsdisziplin unter den Safaris sind und die Wildnis aus ungewöhnlicher Perspektive erlebbar machen: Mensch und Tier begegnen einander auf Augenhöhe. Das ermöglicht ein Busch-Feeling mit allen Sinnen.

Die eigens von den Camps geschulten lokalen Guides sorgen für interessante Walking Safaris und ereignisreiche Night Drives.

Startpunkt von Kilimanjaro-Besteigungen

Es muss nicht unbedingt Moshi sein. Außer dass Bergsteiger in Moshi viele billige Gästehäuser vorfinden und sie dort städtisches tansanisches Leben kennenlernen, hat Moshi nicht viel zu bieten.

Wer lieber gleich in den Busch möchte und sowieso in Richtung Londorossi Gate unterwegs ist, kann genauso gut zwei Nächte in der West Kilimanjaro Area verbringen. Da schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: nach der Ankunft fährt man direttissima in die Wildnis und vergeudet keine Zeit in der Stadt.

Das Bergbriefing erfolgt in den Unterkünften in der West Kilimanjaro Area; der Mannschaftstransport muss aber anders arrangiert werden. Für die Organisation vor Ort bedeutet dies zwar mehr Aufwand, Besucher bezahlen für den erhöhten Aufwand ohnehin. Dafür bekommen sie mehr Qualität in den Unterkünften und können zwei, drei Tage auf Safari verbringen und sich besser akklimatisieren, bevor sie den Bergsturm wagen. Denn die West Kilimanjaro Area liegt mit 1200–1400 m Seehöhe höher als Moshi (900 m).

Safari-Insider-Tipp:  Bleiben Sie mindestens zwei Nächte in der West Kilimanjaro Area! So haben Sie ausreichend Zeit für Tiere und Maasai. Außerdem erhöhen Sie die Chancen, den Kilimanjaro und den Mount Meru tatsächlich zu sehen.

WEST KILIMANJARO REISEFÜHRER

  • Besucher können sich in aller Ruhe auf Tansania und die kommenden Höhepunkt der Safari einstimmen oder nach einer anstrengenden Safari einige Tage entspannen.
  • In der West Kilimanjaro Area sind teilweise (je nach Camp) Walking Safaris und Night Safaris möglich, d. h. ideal für Besucher, die alternative Sichtweisen der Natur wünschen.
  • Wer untouristische Wildnis abseits der Touristenrouten des Northern Circuit sucht, wird sich hier wohlfühlen.
  • Je nach Saison durchqueren große Elefantenherden das Gebiet.
  • Die West Kilimanjaro Area sagt Besuchern zu, für die im Sinne einer Slow-Safari nicht nur das Abhaken möglichst vieler Tiersichtungen im Vordergrund steht, sondern das „Sein“ in der Wildnis: die Gerüche, Farben, die Weite, die Panoramen, das Wilde, das vom Menschen Unbezähmbare. Man weiß nie genau, ob man viele Tiere sehen wird, aber das ist eigentlich gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist das Gefühl, ein paar Tage in unberührter Wildnis zu verbringen.
  • Ein Besuch eröffnet hier eine gute Gelegenheit, um die Lebensweise des Maasai kennenzulernen. Während die Maasai-Dörfer entlang der Straße in die Serengeti vom Touristenboom teilweise schon zu sehr verwöhnt sind, hatten die Maasai in der West Kilimanjaro noch wenig Kontakt mit den weißen Fremden.

Mögliche Aktivitäten

  • Pirschfahrten (Game Drives)
  • Buschwanderungen (Walking Safaris)
  • Night Drives
  • Kulturtourismus mit Maasai
  • Tageswanderungen in den Kilimanjaro National Park
  •  Leute, die die Big Five abhaken wollen.
  •  Jene, die in einer Kurz-Safari die spektakulärsten Highlights besuchen wollen. Dafür sind Serengeti und Ngorongoro Crater besser geeignet.
  •  Jene, die jede Minute des Tages Action, also Tiere, Aktivitäten oder Zerstreuung, wünschen.

 

Per Fahrzeug über eine gut ausgebaute Allwetter-Piste via Sanya Juu. Mit dem Fahrzeug dauert die Anfahrt ca. 2 Std. ab dem Dar-Arusha-Highway. Es gibt zudem ein kleines Flugfeld, also ist auch die Anreise mittels Kleinflugzeug möglich.
In den Trockenmonaten von Juni bis Oktober und Dezember bis März.
Es stehen nur wenige Camps und eine Handvoll lokaler Gästehäuser und Farmen zur Verfügung. Meine Lieblingsunterkünfte sind:

  • Simba Farm $-$$
  • Maasai Lodge $$
  • Kambi ya Tembo $$$
  • Ndarakwai Ranch $$$$
Standard:  typischerweise nach der Ankunft am Kilimanjaro Airport zum Ankommen und Einstimmen.

Kreativ: Kombination mit der Kilimanjaro-Besteigung oder als Ergänzung zum Arusha Nationalpark (mit der Zufahrt über Engare Nanyuki).

Zum Genießen: Nach der Safari zum Entspannen und Busch-Erleben.

Sie wollen die West Kilimanjaro Area in Ihren Reiseverlauf integrieren oder eine Tageswanderung in den Kilimanjaro National Park machen?

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