Ushongo und Sange Beach

Bis vor wenigen Jahren war die Festlandküste südlich von Tanga und Pangani nur ausgesprochenen Tansania-Kennern ein Begriff. Durch eine bessere Fluganbindung und neue, attraktivere Lodges hat die Küste inzwischen jedoch eine Aufwertung erfahren. Trotzdem ist noch immer keine Spur von Trubel, internationalen Resorts oder Beachboys. Hier regieren nach wie vor Beschaulichkeit, Swahili-Charme und menschenleere Strände.

GUT ZU WISSEN

Tragische historische Bedeutung

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Pangani gemeinsam mit Bagamoyo zum Nabel des Sklaven- und Elfenbeinhandels und damit zu einem der größten Häfen an der Ostküste Afrikas. Allein durch den Pangani River verfügten die Kaufleute über einen strategisch wichtigen Transport- und Handelsweg ins Landesinnere.

Ähnlich wie in anderen Küstenorten vereint Pangani heute historische Brisanz mit verfallenen Gemäuern. Ein Rundgang im Dorf macht seine einstige Wichtigkeit auf beeindruckende Art und Weise deutlich.

Heute ist Pangani ein Fischerdorf, ein liebenswertes Stück Afrika abseits des Touristentrubels, das besonders südlich vom Dorfkern mit Stränden punkten kann.

Jungfräuliche Strände

Wie überall an der Küste Ostafrikas ist der Gezeitenunterschied enorm. Bei Ebbe zieht sich das Meer so weit zurück, dass man nicht darin baden kann. Das sollten Besucher wissen, bevor sie sich für diese Strandabschnitte entscheiden, denn nur wenige Unterkünfte südlich von Pangani haben einen Pool.

Es mag ungewöhnlich sein, dass sich das Meer so weit zurückzieht. Ca. alle 6–7 Stunden kommt das Wasser wieder. Dieses Phänomen gehört zu Tansania, Sansibar und allen anderen Stränden an der afrikanischen Ostküste dazu. Umso größer ist die Freude, wenn die Fluten ein paar Stunden später wieder zurück sind. Dieses Wechselspiel demonstriert eindrucksvoll die Kräfte der Natur!

Die Strände sind größtenteils weitgehend naturbelassen und aufgrund spärlicher Besiedelung entlang der Küste recht sauber. Das heißt, es gibt wenig menschlichen Unrat, dafür jedoch abschnittsweise viel Naturmaterial am Strand, z. B. Palmenblätter, Kokosnüsse o. ä. Weite Teile des Sandstrandes können es mit Leichtigkeit mit den Stränden von Sansibar aufnehmen, nur dazwischen gibt es Abschnitte, wo der Strand nicht ausreichend breit oder der Sand gelblich braun ist.

Abseits des Touristenrummels

Bis vor kurzem war dieser Küstenabschnitt nur mit großen Anstrengungen erreichbar. Erst durch die Modernisierung der Fähre über den Pangani River und die besseren Flugverbindungen von und nach Arusha/Moshi, Sansibar und Dar es Salaam ist die Küste nun für Investoren und Lodgebetreiber interessanter geworden. In den letzten Jahren ist deshalb eine Reihe von Unterkünften entstanden; allerdings genügt nur eine Handvoll der Lodges den Ansprüchen an eine Qualitätshotellerie.

Als ich vor 10 Jahren das erste Mal an den Ushongo Beach fuhr, gab es gerade mal sechs Lodges in den unterschiedlichen Preiskategorien. Heute sind es verteilt auf einen Küstenstreifen von 50 km an die 30 Unterkünfte.

Tauchen und Schildkröten

Es wäre übertrieben, von einem Geheimtipp zu reden, aber Tauchen nahe der vorgelagerten Maziwe Island ist etwas Besonderes.

Die Betreiberin des hiesigen Tauchcenters Kasa Divers ist eine engagierte Naturschützerin und hat sich in den letzten Jahren umfassendes Wissen über die hiesige Unterwasserwelt aufgebaut. Besonders das Schildkrötenschutzprogramm hat in den letzten Jahren Abertausenden von Babyschildkröten das Leben gerettet.

Wegen der unterschiedlichen Korallenarten und dem Artenreichtum der Rifffische wird meist auf Maziwe Island getaucht. Die Tauchtiefe beträgt 5–35 m, die Sicht variiert zwischen 10 und 20 Metern.

Safari-Insider-Tipp! Wer sich für Ushongo oder Sange Beach entscheidet, muss auf Stone Town nicht verzichten. Durch einen Flug von 20 Minuten kann Stone Town bequem und ohne viel Aufwand als letzte Station in den Reiseverlauf eingebaut werden. Mittels Gabelflug reist man schließlich direkt ab Sansibar zurück nach Hause.

USHONGO UND SANGE BEACH REISEFÜHRER

  • Urlauber, die bewusst Strände abseits der gut besuchten Inseln wie Sansibar (Unguja Island) suchen, werden hier fündig.
  • Reisende, die bewusst in einem entspannten, unkommerziellen Umfeld ihren Strandaufenthalt verbringen wollen und typischen Swahili-Lokalkolorit suchen, sind hier bestens aufgehoben.
  • Verglichen mit den Unterkünften auf Sansibar bieten die Lodges und Hotels hier ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Die Unterkünfte werden meist von den Besitzern selbst betrieben und gemanagt. Das gibt der Gästebetreuung einen persönlichen Touch und eine familiäre Atmosphäre.
  • Leute, die am liebsten ihre Zeit am Strand verbringen, am Hotelstrand relaxen und meeresbezogene Aktivitäten bevorzugen finden hier dafür ein untouristisches Umfeld vor.
  • Interessanterweise finden aktive Urlauber hier fast mehr Möglichkeiten vor als auf den etablierten Inseln: von Schnorcheln und Tauchen über geschichtliche Touren, Flussfahrten, Segeln, Kayaken, Radfahren bis hin zu Maasai-Dorf-Besuchen und Reitausflügen reicht die Palette. Obendrein kann man sogar auf Safari gehen, indem man den Saadani National Park besucht. Fadesse ausgeschlossen!

Mögliche Aktivitäten

  • Schwimmen
  • Schnorcheln
  • Wassersport, wie Segeln in traditionellen Dhows, Kayakfahren
  • Tauchen
  • Radfahren
  • Bootsfahrten auf dem Pangani River
  • Kulturtourismus, Stadtführungen und Exkursionen zu historischen Stätten
  • einzelne Unterkünfte bieten besondere Aktivitäten, wie Hochseefischen oder Reiten
  • Bootsexkursionen zu vorgelagerten Sandbänken
  • Fischen
  • Safaris im Saadani National Park
  • für Besucher, die Parties und Strandbars suchen.
  • für Gäste, die die Atmosphäre in großen, internationalen Resorts bevorzugen.
  • für Besucher, die High-End-Luxus-Lodges suchen. Die Unterkünfte hier werden meist von den Besitzern geführt, die ihnen ihren persönlichen Stempel aufdrücken. Während international erprobte Manager vielen Lodges und Hotels auf Sansibar gewisse Standards auferlegen, ist die Qualität der Unterkünfte am Ushongo und Sange Beach weniger konsistent. Wenn die Betreiber z. B. nicht vor Ort sind, kann es mitunter Qualitätsschwankungen geben, z. B. im Service oder beim Essen.
  • weil die Lodges zwar guten Standard haben, dennoch moderne Annehmlichkeiten wie Aircondition, schickes Interieur-Design oder Zen-Möbel aus Asien gänzlich fehlen.
  • für Leute, die nicht unbedingt abseits der Mainstream-Routen reisen wollen.
  • Ushongo und Sange Beach sind Strände an der Festlandküste. Viele Leute fühlen sich allerdings magisch von Inseln angezogen. Obwohl die Qualität der Strände jener der Strände von Sansibar in nichts nachsteht, entscheiden sich viele Touristen eher für die Magie des Namens Sansibar.

Anreise: Am bequemsten ist die Anreise per Propellerflugzeug von Arusha/Moshi, Sansibar oder Dar es Salaam aus.

Mit dem Fahrzeug macht eine Anreise nur Sinn, wenn man auf dem Weg einen Zwischenstopp einlegt, z. B. von Arusha/Moshi aus in den Usambara Bergen bzw. von Dar es Salaam im Saadani National Park.

Lage: Am Indischen Ozean, ca. 60 km südlich von Tanga.

Alle Monate außer während der Regenzeit von März bis Mai.
Meine Lieblingsunterkünfte von A bis Z am Ushongo, Sange und Pangani Beach:

  • Emayani Beach Lodge $$
  • The Tides $$$
Standard: typischerweise nach der Safari im Norden, mit Inlandflug nach Ushongo Beach.

Kreativ I: zuerst Safari, dann zumindest zwei Nächte in den Usambara Mountains und zum Abschluss an den Ushongo oder Sange Beach.

Kreativ II: Anreise über Dar es Salaam, Bagamoyo und den Saadani National Park, Weiterfahrt über die Usambara Mountains in den Northern Circuit.

Entsprechen Ushongo und Sange Beach Ihren Vorstellungen von Strandurlaub oder bevorzugen Sie eine ausgefallene Reiseroute, die die Festlandküste berücksichtigt?

Ich freue mich über Ihre Anfrage!