Udzungwa Mountains

Die Udzungwa Mountains sind kein klassischer Safari-Park, sondern eine Bergkette mit ökologischer Bedeutung. Als Teil der uralten, kristallinen Eastern Arc Mountains konnte sich in den isoliert gelegenen Bergen famoser Artenreichtum erhalten. Die Udzungwa Mountains gelten daher als einer der Biodiversitäts-Hotspots Tansanias. Sie können am besten per Tages- oder Mehrtages-Wanderungen erkundet werden.

GUT ZU WISSEN

Große Biodiversität

Die Hauptattraktionen des unbekannten Parks bestehen in endemischen Pflanzen- und Tiergattungen, weshalb man sich selbst auch gönnerhaft als „die afrikanischen Galapagos“ bezeichnet.

Wie auch die Usambara Mountains sind die Udzungwas Teil einer uralten, kristallinen Gebirgskette, die sich von den Taita Hills in Kenia über die Pare und Usambara Mountains bis in den Südwesten Tansanias zieht. Wissenschaftler vermuten, dass die Eastern Arc Mountains sich vor über 30 Mio. Jahren formierten, zu einer Zeit, als es noch keine anderen Auffaltungen und Eruptionen in Gebiet des heutigen Tansania gab. Schließlich hat der Kilimanjaro „nur“ um die 2 Mio. Jahre auf dem Buckel.

Einzigartig ist nicht nur ihr Alter, sondern vor allem der enorme Artenreichtum insbesondere der endemischen Gattungen. Er konnte sich zum einen aufgrund der isolierten Lage der Berge entwickeln, zum anderen sorgten die Monsunwinde durch die Nähe zur Küste für ausreichend Regen und Feuchtigkeit.

Paradies für Primaten und andere Waldtiere

Durch die Unerreichbarkeit des Gebiets und die Jahrmillionen lange Isolation konnten sich in der überwältigenden Bergszenerie überdurchschnittlich viele endemische Spezies entwickeln.

Erst 2005 entdeckten Forscher in dichten Dschungel eine neue Primatenspezies, den Kipunjii-Affen, von dem man annimmt, das eine Population von ungefähr 1000 existiert.

Zwischen rauschenden Wasserfällen, blanken Felsen und dichtem Primärwald tummeln sich u. a. elf Primatengattungen, z. B. neben Grünen Meerkatzen, Weißkehlmeerkatzen, Guereza-Affen auch weitere endemische Gattungen wie der Sanje-Mangabe. Weiter tiefer im Park leben Elefanten, Büffel, Busch- oder Wasserböcke, diverse Antilopen und sogar Leoparden.

Ebenfalls 2005 wurde erstmals ein unbekanntes kleines Tier gesichtet, das später den Namen Graugesichtiges Rüsselhündchen (lat. Rhynchocyon udzungwensis; engl. grey-faced sengi) erhielt. Es stammt aus der Familie der Rüsselspringer (elephant shrew) und ist der bislang größte Vertreter der Gattung. Das Tier lebt ausschließlich in den Udzungwa Mountains, in einem Gebiet, das geschätzterweise nicht größer als 300 km2 ist.

Interessante Wanderungen

Die höchsten Gipfel ragen bis auf 2579 m hinauf. Dieser Umstand macht das Schutzgebiet zu einem hervorragenden Wander- und Klettergebiet für Reisende mit viel Pioniergeist und Naturverbundenheit, denn man wandert im lebendigen Bergurwald mit über 2500 Pflanzen, über 250 Vögel, delikaten Schmetterlingen und auch Säugetieren.

Straßen existieren keine im Park, er kann nur per pedes erkundet werden.

Ebenso gibt es keine Unterkünfte im Park; wer wandert, campiert unterwegs. Außerhalb des Parks, im Dorf Mangula gibt es eine Reihe von landestypischen Gästehäusern und nur ein Camp mit guten Mittelklasse-Standards.

Der beliebteste Trek führt zu den Sanje Waterfalls und ist leicht in einem Tag zu bewerkstelligen (Gehzeit max. 4 Stunden).

Es geht steil bergauf (und dann wieder bergab), aber die Wanderung ist aufgrund der botanischen Ausführungen des Guides unf anhand der an den Bäumen festgemachten Schilder recht kurzweilig: keine wissenschaftlichen, botanischen Abhandlungen, aber interessante Geschichten aus der Kultur und den Traditionen der hier lebenden Menschen.

Der längste Trek führt in drei Tagen zum Mwanihana Peak, dem zweithöchsten Berg des Schutzgebiets. Für die Wanderung müssen Träger, Guides sowie ein bewaffneter Ranger bei der Parkverwaltung angeheuert werden.

Kulturtourismus

Die Udzungwa Mountains sind ein guter Ort, um abseits von Tieren und Pirschfahrten von früh bis morgens auch ein paar Blicke ins dörfliche Leben der Tansanier zu riskieren.

Hierher, etwa 2 Stunden vom Highway entfernt, verschlägt es kaum Touristen, am ehesten noch Backpacker und Individualtouristen, die ungewöhnliche und untouristische Orte bevorzugen.

UDZUNGWA REISEFÜHRER

  • Interessant sind die Udzungwa Mountains ausschließlich für Wanderungen bzw. Mehrtages-Trekking, insbesondere für jene, die touristische Orte wie den Kilimanjaro oder den Mount Meru meiden möchten.
  • Das Gebiet ist absolut untouristisch, im Park selbst kann man sich nur zu Fuß fortbewegen, die Piste neben den Bergen führt nach Ifakara, einem großen Ort ohne Reiz für Touristen.
  • Die Udzungwa Mountains sind nur für Leute geeignet, die Abenteuern nicht abgeneigt sind und mit weniger Komfort auskommen.
  • Wer in die Udzungwa Mountains fährt, sollte Interesse an Pflanzen, Insekten, Vögeln, Primaten und ähnlichen „kleinen“ Naturwundern haben.

Allerdings muss ich zugeben: Es ist nicht leicht, die wenig glamourösen Arten zu sehen. Die Wahrscheinlichkeit, eine der endemischen Arten zu sehen, ist gering; im Normalfall muss man sich mit Primaten, hin und wieder Elefanten und Vögeln zufrieden geben.

Mögliche Aktivitäten

  • Wandern und Klettern
  • Tierbeobachtung (eher Pflanzen, Insekten, Primaten, Vögel)
  • Vogelbeobachtung (Birding Safaris)
  • Kulturtourismus
  • Besucher, die Komfort und High-End-Lodges wünschen.
  • Besucher, die die Big Five abhaken möchten.
  • Gäste, die bequem von A nach B kommen wollen. Die Udzungwa Mountains liegen zwar nicht weit weg von der Teerstraße, sie in einen Reiseverlauf zu integrieren, erfordert aber Fingerspitzengefühl und Kenntnisse der Gegend. Es gibt kein Flugfeld, die Anreise ist nur mittels Fahrzeug möglich.
  • .Personen, die nicht gut zu Fuß sind oder nicht wandern wollen. Der Park kann nämlich ausschließlich zu Fuß erkundet werden.

Safari-Insider-Tipp: Der Sanje Trail – eine einfache, wenn auch steile 4-Stunden-Wanderung – kann auch gut von Mikumi aus (also vom Park oder vom Mikumi Village) in einem Tagesausflug gemacht werden.

Anreise: Per Geländewagen (etwa 6-7 Std. Fahrtzeit von Dar es Salaam, etwa 2 Stunden von Mikumi Village) oder mit der Bahn.

Lage: Südliches Tansania, östlich von Iringa und westlich des Selous Game Reserve.

Am besten sind die Monate Dezember bis April, vom Wetter akzeptabel sind auch September und Oktober.
Während der Wanderung ist nur einfaches Camping möglich, in Mangula existieren landestypische Gästehäuser und ein Mittelklasse-Camp:

  • Hondo Hondo Tented Camp

Standard: Auf einer Road Safari zwischen Mikumi und Ruaha National Park.

Standard II: Als Tagesausflug von Mikumi aus.

Kreativ: Anreise mit der Bahn, aber die muss gut getimt sein, da der outbound train von Dar es Salaam momentan nur 2 x Woche fährt (und das nicht verlässlich).

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