Tarangire National Park

Der Tarangire National Park ist genau das, was man sich landsläufig unter „Afrika“ vorstellt: goldbraune Gras- und Strauchsavanne, stachelige Akazienwälder, endlose hügelige Weiten und unverfälschtes Busch-Feeling. Bekannt ist der Tarangire besonders für seine große Elefantenpopulation, die zu den größten Tansanias zählt.

GUT ZU WISSEN

Leicht erreichbarer Park

Auf dem Weg in die Serengeti liegt er Arusha am nächsten. Etwas mehr als zwei Stunden westlich von Arusha zweigt man nach Süden von der Teerstraße ab und erreicht nach weiteren 7 km auf Schotterpiste das Gate.

Wer ihn als Lückenfüller behandelt, der mal schnell auf dem Weg in die Serengeti oder zum Ngorongoro Crater abgehakt wird, tut ihm Unrecht: der Tarangire-Park ist meines Erachtens einer der besten Parks im Norden Tansanias, ausreichend groß, um ein Gefühl von Weite und Wildnis zu bekommen, und mit einem gewaltigen Tierbestand.

Das wissen auch andere, mit dem Effekt, dass der Tarangire zu Spitzenzeiten gut besucht ist, speziell in der Nähe des Tarangire River und entlang der Hauptpisten. Aber durch die vielen Nebenpisten und Circuits kann man die neuralgischen Abschnitte oft ganz leicht umfahren.

Lebensader Tarangire River

Seinen Namen verdankt der Park dem Tarangire River, der sich von Nord nach Süd durch den gesamten Park schlängelt und nicht das ganze Jahr Wasser führt, zumindest nicht auf seiner gesamten Strecke.

Vielerorts ist der Fluss in den Trockenmonaten ausgetrocknet, aber das Wasser fließt unterirdisch weiter. Da graben Elefanten im Sand-River gerne mit ihren Rüsseln tief, um das kostbare Nass zu ergattern.

Dort, wo das Wasser ganzjährig fließt (wenngleich auch nur oft als Rinnsal), ist der Flusslauf ist von Dhoum- sowie Borrassus-Palmen und dichtem Galeriewald gesäumt, der vielen Vögeln Nistplätze bietet.

Alle Tiere kommen praktisch im Laufe eines Tages an den Fluss, wenn es nirgendwo anders mehr Wasser gibt, ein wenig Warten zahlt sich also allemal aus.

Elefanten, Elefanten, Elefanten

In den Monaten Juli bis Oktober ist der Tarangire der beste Ort in ganz Ostafrika, um Elefanten zu sehen. In den Trockenmonaten treten sie in enormen Mengen auf und migrieren zum Wasser.

Die Elefanten sind natürlich das ganze Jahr über präsent, aber am spektakulärsten sind die tropischen Wintermonate.

Da kann es schon vorkommen, dass Sie über 100 Elefanten an nur einem Tag sehen.

Die Präsenz der Elefanten zieht aber den Baumbestand des Park massiv in Mitleidenschaft. Die Elefanten decken ja einen Teil ihres Wasserbedarfs, indem sie an Rindenteilen nuckeln.

Kleine Migration

Einzigartig hier ist die jährliche Migration, die während der Trockenzeit stattfindet. Jeder kennt sie, die sensationelle „Great Migration“ in der Serengeti; doch nur wenige wissen, dass sich so ein Schauspiel im kleineren Rahmen auch im Tarangire National Park beobachten lässt.

Weil der Tarangire River das ganze Jahr über Wasser führt, ziehen gegen Ende der Trockenmonate (Juli bis Oktober) viele Tiere aus den umliegenden Ökosystemen zum Fluss, um am Wasser ihr Überleben zu sichern. Zu dieser Zeit kann nur der Ngorongoro-Krater mit einer höheren Konzentration an Wildtieren aufwarten. Unzählige Elefanten, Gnus, Zebras, Thomsongazellen, Grantgazellen, ganze Büffel-Herden, Elenantilopen, Kuhantilopen und die seltenen Beisa-Antilopen tummeln sich dann am Wasser und den benachbarten Wasserlöchern.

All die grazilen Antilopen und Gazellen stehen auf der Speisekarte von Löwen oder Hyänen, die sich in diesen Monaten ebenso in großer Zahl im Park tummeln.

Nord-Sektor vs. Süd-Sektor

Das Gros aller Safari-Fahrzeuge macht die Pirschfahrten im Norden des Parks.

Je weiter südlich man fährt, desto weniger andere Besucher kreuzen Ihren Weg. Allerdings erfordert der Süd-Sektor mindesten eine Nächtigung, besser noch zwei Nächte im Park. Er ist nur Besuchern mit großzügigem Reisebudget vergönnt. Die wenigen, hier ansässigen Camps gehören nämlich zur Luxus-Klasse.

Der Süd-Sektor rund um die Silale Swamps gilt als tierreichster Korridor des Parks, aber nur in den Trockenmonaten. In den Regenmonaten ist das Gebiet unerreichbar und großflächig überschwemmt, zudem verhindert der tückische Black-Cotton-Boden ein Vorankommen.

TARANGIRE NATIONAL PARK REISEFÜHRER

  • Die Zufahrt zum Gate ist kurz und relativ bequem. Wer lange Strecken oder auch lange Transfers, z. B. wegen Rückenbeschwerden o.ä. meiden möchte, ist mit dem Tarangire-Park gut bedient.
  • Elefanten, Elefanten, Elefanten!!! (von Juni bis Oktober)
  • Die höchste Tierdichte von Juni bis Oktober.
  • Vögel, z. B. in den europäischen Wintermonaten.
  • Der Tarangire ist für seine Baobabbäume im nördlichen Sektor bekannt. Tolle Fotomotive und einfach schön zum Anschauen!
  • Einige der Luxus-Camps im südlichen Sektor sowie eine Lodge im nördlichen Sektor haben Lizenzen für Walking Safaris, die nur wenigen Camps in einigen Parks vorbehalten ist. Zu Fuß den Elefanten ganz nah zu kommen, ist mit Sicherheit ein Highlight des Tansania-Urlaubs.
  • Der Tarangire ist optimal für eine Mini-Safari, z. B. nach der Kilimanjaro-Besteigung oder wenn man nur für wenige Nächte auf Safari gehen möchte, weil die Anfahrt kurz und schmerzlos ist.
  • Er liegt nur 4 Std. vom Kilimanjaro Airport entfernt. Besucher können durchaus am Tag ihrer Ankunft in Tansania direkt in den Tarangire-Park fahren (bei Ankunft bis spätestens 12 Uhr mittags) und hier mindestens 2 Tage, besser noch 3 Tage bleiben. Das ist die perfekteste Art und Weise, in Tansania anzukommen!
  • Für Familien mit kleineren Kindern ist der Park ideal zum Einstieg: Die Distanzen sind recht kurz, die Kinder gewöhnen sich an die Pisten und im Notfall kann man für eine Pause sogar zurück ins Camp fahren (sofern das Camp im Park liegt).

Mögliche Aktivitäten

  • Pirschfahrten (Game Drives)
  • Walking Safaris
  • Vogelbeobachtung (Birding Safaris)
  • Nachtfahrten
  • Für Besucher, die abseits der Touristenpfade wandeln möchten. Das Verkehrsaufkommen durch die bequeme Lage an der Straße in die Serengeti ist einer der Nachteile des Parks (insbesondere in den Hochsaisonmonaten).
  • Für Besucher, die die Big Five abhaken möchten. Die Sichtungen von Großkatzen ist in manchen Monaten schwierig und das Nashorn fehlt gänzlich.
  • Für Besucher, die spektakuläre Landschaften suchen. Da sind viele andere Parks besser dazu geeignet. Das Gebiet ist größtenteils flach, mit Gras- und Strauchsavanne bewachsen und kann nach einigen Stunden auf Safari bereits langweilig wirken. Dennoch finde ich, dass der Tarangire eine Art „echtes, ehrliches Afrika“ ist, weil vielerorts die Landschaften genau so eintönig sind.
  • Von November bis Mai/Juni. Große Teile der Tiere migrieren in den Norden.

 

Lage: Auf dem Weg von Arusha in die Serengeti, westlich von Arusha.

Anreise: Die Anfahrt erfolgt zumeist mit dem Geländewagen. Die Teerstraße führt fast bis zum Gate, die letzten paar Kilometer müssen über eine gute Piste bewältigt werden.

Juli bis Oktober (für die Elefanten und die „Kleine Migration“).

Von November bis Mai kommen eher Vogelbeobachter auf ihre Rechnung.

Meine Lieblingsunterkünfte in und um den Tarangire-Park sind folgende:
  • Sangaiwe Tented Lodge $ (in Ausnahmefällen)
  • Tarangire Safari Lodge $$$
  • Angata Tarangire $$$
  • Kichuguu Camp $$$$
  • Olivers Camp $$$$$
  • Little Olivers Camp $$$$$
  • Kuro Nomad Tarangire $$$$$
Standard: typischerweise auf dem Weg in die Serengeti.

Kreativ: Mindestens zwei Nächte tiefer im Park.

Sie wollen den Tarangire in Ihre Safari integrieren oder wünschen sich ein ganz besonderes Camp, wo Walking Safaris angeboten werden?

Schicken Sie mir Ihre Anfrage!