Serengeti National Park

Unbestritten ist die Serengeti die Mutter aller afrikanischen Nationalparks, und zwar nicht nur wegen einer der letzten verbliebenen Tiermigrationen der Welt. Sie zählt zu den größten Parks Afrikas, weist die höchste Dichte an Tierbestand in ganz Tansania auf und kann mit Fug und Recht als berühmtestes Wildtierreservat der Welt bezeichnet werden. Damit dieses Juwel auch den nächsten Generationen erhalten bleibt, wurde die Serengeti von der Unesco zum Weltnaturerbe ernannt.

GUT ZU WISSEN

Die Korridore und Naturräume der Serengeti

Die Serengeti ist das Kronjuwel Tansanias, einmalig in ihrer Naturschönheit und Vielfalt. Sie zählt zu den größten Parks Afrikas. Rechnet man allerdings die ausgedehnten Pufferzonen und Migrationskorridore dazu, dann handelt es sich bei der Serengeti um ein zusammenhängendes Ökosystem von gewaltigen Ausmaßen.

Es hat sich bewährt, die Serengeti in unterschiedliche Sektoren einzuteilen ‑ nicht bloß aus geografischen Gründen, sondern weil die Sektoren je nach Saison und Monat unterschiedlich gut und tierreich sind.

  • Süd-Serengeti
  • Süd-West-Serengeti (eigentlich NCA und Lake Ndutu/Masek)
  • Zentral-Serengeti (Seronera)
  • West-Serengeti
  • Ikoma Area (außerhalb der Serengeti, mit einigen preislich attraktiven Unterkünften)
  • Nord-Serengeti (Kogatende)
  • Serengeti Mara

Die Große Migration

Nur die schier unermessliche Größe des Serengeti-Ökosystems macht es möglich, dass sich hier die einzig verbliebene intakte Migration der Welt – The Great Migration – erhalten konnte. Unvorstellbar riesige Herden von Grasfressern folgen je nach Jahreszeit dem Regen und den saftigen Gräsern und unternehmen somit eine mehr als 800 km lange Rundwanderung durch zwei afrikanische Länder.

Mehr als 2,5 Millionen Tiere – darunter Gnus, Zebras, Thomsongazellen und Topis – sind gleichzeitig auf den Beinen, getrieben von der Suche nach Wasser. Während der Trockenmonate sind die Tiere gezwungen, bei den großen Wasserläufen zu verbleiben, vor allem dem Mara River und den Wasserläufen in der Nord- und Zentral-Serengeti. Erst wenn der Regen die saisonalen Wasserlöcher gefüllt hat, ist es ihnen möglich, in andere Gebiete zu migrieren.

Ein zweiter Faktor für die Rundwanderung der Tiere ist die Qualität der Gräser bzw. der Erde, auf der die Gräser wachsen. Durch die vulkanischen Aktivitäten im Ngorongoro-Hochland dominieren in der Weite der Süd-Serengeti höchst fruchtbare vulkanische Böden. Je weiter weg von den Crater Highlands, desto weniger nährstoffreich sind die Böden. In diesen Gebieten herrschen Langgrassorten vor, die zwar weniger nährstoffreich, dafür aber in der Verfügbarkeit verlässlicher sind. In der Süd-Serengeti hingegen bieten die Kurzgrassorten speziell für die Jungtiere extrem nährstoffreiches Futter. Aus diesem Grund bringen die Grasfresser auch in den Monaten Dezember bis Februar ihren Nachwuchs in der Süd-Serengeti zur Welt.

Gutes Timing ist entscheidend für die Große Migration

Den Großteil des Jahres, also von November bis August/September, verbringt der Tiertreck in Tansania. Nur von September bis November bietet die Maasai Mara bessere Bedingungen für die Beobachtung der Großen Migration.

Je nach Monat und Regenfällen befinden sich die überdimensionalen Herden in einem anderen Sektor. Deshalb hängt es in erster Linie vom Reisemonat ab, in welchen Camps bzw. Gebieten Sie nächtigen sollten.

  • Januar/Februar: Süd-Serengeti, Südwest-Serengeti, Lake Ndutu, Lake Masek, mit dem besonderen Highlight der Geburt der Jungtiere
  • März/April/Mai: die Migrationsroute hängt stark von den Regenfällen ab, aber tendenziell sind die Herden in der Zentral- und West-Serengeti zu finden
  • Juni: exzellentes Monat mit Flussüberquerungen, gut sind die Zentral-, West- und Nord-Serengeti, sofern die Pisten passierbar sind
  • Juli/August: Nord-Serengeti und Serengeti Mara, mit Flussüberquerungen in der Mara-Region
  • September/Oktober: Kenia, Maasai Mara, teilweise auch Serengeti Mara
  • November/Dezember: genaue Prognosen sind schwierig, aber die Herden machen sich auf den Weg in die Süd-Serengeti, Südwest-Serengeti, Lake Ndutu, Lake Masek

Löwen und Geparden en masse

Während die Gnus, Zebras und Impalas sozusagen Pause machen, füllen die Großkatzen dieses Tier-Vakuum wieder auf.

Von Juli bis September, wenn die Migration längst schon im Norden der Serengeti und teilweise in der Maasai Mara angekommen ist, wartet die Zentral-Serengeti mit der größten Löwen- und Geparden-Dichte Afrikas auf.

Besuchermagnet mit hohem Verkehrsaufkommen

Es überrascht nicht allzu sehr, dass die Serengeti der Besuchermagnet Tansanias schlechthin ist.

Während europäische Gäste häufig mehrere Parks und unterschiedliche Landschaften erleben wollen, tendieren amerikanische Besucher dazu, ohne Umschweife den Höhepunkt anzupeilen. Sie fliegen direkt vom Kilimanjaro Airport weiter in die Serengeti und halten sich nicht mit den in ihren Augen kleinen, unbedeutenden Parks auf.

Drive-in oder Fly-in?

In der Regel wird eine Safari in die Serengeti als Drive-in-Safari geführt, also als Road Safari. Das hat seine Berechtigung insbesondere für Mittelklasse-Camps, da Camps selbst meist weder Fahrzeuge noch Guides haben.

Anders sieht die Lage bei den Luxuscamps aus. Die verfügen häufig über eigene (meist an den Seiten und nach oben offene) Fahrzeuge und Guides, die die Gegend wie ihre Westentasche kennen.

Die Frage, ob man besser fliegt oder fährt, hängt also primär vom Reisebudget ab. Es besteht auch die Möglichkeit, den Fahrer und das Fahrzeug vorauszuschicken und mit dem Flieger nachzureisen. Allerdings birgt das Nachteile: 1. Man bekommt für einen Tag einen neuen Guide, was der Kontinuität einer Reise schadet. 2. Man bezahlt doppelt: Das Fahrzeug samt Driver Guide (selbst für die Tage, an denen man nicht im Auto sitzt) sowie die Flüge in die Serengeti.

Safari-Insider-Tipp! Wer hier am falschen Ende spart, betrügt sich selbst um wunderbare Safari- und Buscherlebnisse. Wählen Sie lieber ein teureres Camp in einem wildtierreichen Sektor oder bleiben eine Nacht länger in der Serengeti als am falschen Fleck zu sparen. Wenn Sie hier Kompromisse eingehen, zahlen Sie drauf. Sparen können Sie bei anderen Teilen der Reise, aber nicht in der Serengeti!

SERENGETI REISEFÜHRER

  • Die Serengeti ist die Mutter aller Nationalparks Afrikas. Der Name bürgt für Qualität und garantiert wahrlich eine „Experience of your lifetime“.
  • Nirgendwo in Afrika gibt es eine höhere Konzentration an Wildtieren.
  • In der Serengeti besteht seit jeher die große Tradition der mobilen Zeltcamps.
    Der Großteil der Camps ist saisonal, d. h. das Camp muss nach dem Verlassen vollkommen verschwunden sein und darf keine Überreste hinterlassen. Wer also typische ostafrikanische Zeltcamps ohne gemauerte Strukturen wünscht, muss unbedingt in die Serengeti. Hier werden sie in allen Kategorien angeboten – Mittelklasse, gehoben oder Deluxe – aber allen ist gemein, dass sie die Tradition der mobilen Zeltcamps hochhalten. In ganz Afrika sind diese Zelte und Zeltcamps als „East African Style“ bekannt.
  • Die Große Migration, Gnus, Zebras, Impalas, Löwen, Geparden. Wer auf Tiere fokussiert ist, braucht eigentlich nirgendwo anders hinfahren.

Mögliche Aktivitäten

  • Pirschfahrten (Game Drives)
  • Ballon-Safaris
  • Vogelbeobachtung (Birding Safaris)
  • Walking Safaris (außerhalb des Parks in den Schutzgebieten, in den Luxuscamps oder in Walking Camps)
  • Nachtfahrten (Night Drives, außerhalb des Parks)
  • Fly Camping
  • Für Besucher, die Low-Budget-Safaris machen möchten. Die Serengeti ist nämlich einer der teuersten Parks (Eintritte, Fahrzeuge, Benzin und Unterkünfte) Tansanias.
  • Für Kurzentschlossene. Das Bettenangebot in der Serengeti ist beschränkt, da die Camps nur 6, 8, oder 10 Zelte haben, Bettenburgen Mangelware und die Genehmigungen für Camps limitiert sind. Für die Hochsaison-Monate Juli/August muss man viele Monate im Voraus buchen, für Dezember, Januar und Februar sogar mindestens ein Jahr, wenn man ein Camp der eigenen Wahl bekommen möchte, und nicht mit dem dritt- oder viertbesten Unterkunftsvorschlag Vorlieb nehmen möchte.
  • Für völlig menschenleeres Out-of-Africa-Feeling. Wer in die Serengeti kommt, muss je nach Saison und Gebiet damit rechnen, dass das Besucheraufkommen hoch ist. Natürlich verläuft sich aufgrund der Größe des Areals vieles, aber 30, 40, 50 Fahrzeuge um einen Geparden sind keine Seltenheit. Stellen Sie sich am besten auf einen Kompromiss ein: Abends im intimen, familiären Zeltcamp mit nichts als Busch und Tieren rundherum dominiert das authentische, intensive Bush-Feeling, das tagsüber möglicherweise fehlt.
  • Für Leute, die keine langen, unbequemen Autofahren mögen. Die Pisten sind stellenweise schlecht und holprig. Aufgrund der Größe des Gebiets fallen recht viele Kilometer an, die sich nicht vermeiden lassen.

 

Anreise: Die Anfahrt erfolgt entweder mit dem Geländewagen, wobei die Teerstraße nur bis zur NCA reicht. Ab da wird es holprig. Anfahrtszeit von Arusha etwa 6–8 Stunden. Alternativ dazu gibt es jede Menge Airstrips in der Serengeti, die vom Arusha Airport oder Kilimanjaro Airport aus angeflogen werden.

Lage: Östlich des Lake Victoria, an der Grenze zu Kenia, im Nordwesten Tansanias.

In den angeführten Monaten stehen die Chancen besonders hoch, die Große Migration im genannten Sektor zu beobachten:

Januar/Februar: Süd-Serengeti, Südwest-Serengeti, Lake Ndutu, Lake Masek, besonderes Highlight ist die Geburt der Jungtiere.

März/April/Mai: die Migrationsroute hängt stark von den Regenfällen ab, aber tendenziell sind die Herden in der Zentral- und West-Serengeti zu finden.

Juni: exzellenter Monat mit Flussüberquerungen, gut sind die Zentral-, West- und Nord-Serengeti, sofern die Pisten passierbar sind.

Juli/August: Nord-Serengeti und Serengeti Mara, mit Flussüberquerungen in der Mara-Region.

September/Oktober: Kenia, Maasai Mara, teilweise auch Serengeti Mara.

November/Dezember: genaue Prognosen sind schwierig, aber die Herden machen sich auf den Weg in die Süd-Serengeti, Südwest-Serengeti, Lake Ndutu, Lake Masek.

Folgende Camps von A bis Z empfehle ich sehr gerne:

In der Süd- und Süd-West-Serengeti:

  • Chaka Ndutu Camp $$$
  • Kusini Camp $$$$
  • Ndutu Safari Lodge $$
  • Nomad Masek Camp $$$$$
  • Olakira Ndutu Camp $$$$
  • Serian Kasessio Camp $$$$$
  • Serian Ndutu Camp $$$$$

 

In der Zentral-Serengeti:

  • Kiota Camp $$-$$$
  • Dunia Camp $$$$
  • Kisura Camp $$
  • Halisi Seronera Camp $$

 

In der West-Serengeti:

  • Chaka West Camp $$$
  • Ubuntu West Camp $$$$
  • Mbalageti Lodge $$$
  • Speke Bay Lodge $$

 

In der Ikoma Area:

  • Robanda Safari Camp $$
  • Mapito Tented Camp $$
  • Serengeti Simba Lodge $$$

 

In der Nord-Serengeti und der Mara-Region:

  • Chaka North Camp $$$
  • Kenzan Mara Camp $$-$$$
  • Angata Bologanja Camp $$$$
  • Olakira Mara Camp $$$$
  • Nomad Lamai Lodge $$$$$
  • Nomad Migration Camp $$$$$
  • Sayari Camp $$$$$
Standard: Einfahrt typischerweise nach einigen Tagen in anderen Nationalparks via Karatu und NCA.

Kreativ: Kombination mit Maasai Mara (Zufahrt über Isebania) oder mit Lake Natron (Zufahrt über Kleins Camp).

Deluxe: Fly-In-Safari direkt von Arusha oder Kilimanjaro Airport.

Sie wollen die Große Migration sehen oder wünschen sich ein ganz besonderes Camp für einen besonderen Anlass?

Schicken Sie mir eine Anfrage!