Selous Game Reserve

Abenteuer pur, einzigartige Landschaftsszenerie und Wildnis so weit das Auge reicht – das hört sich nach Selous (sprich „Selu“) an. Als größtes Wildreservat Afrikas übt es auf einer Größe der Schweiz (!) eine unnachahmliche Faszination aus – wilde Ursprünglichkeit und authentisches Buschfeeling erwarten die Besucher.

GUT ZU WISSEN

Tourismus nur im Nordsektor

Im größten Wildreservat Afrikas, dem Selous, meint man noch die wilde Ursprünglichkeit des afrikanischen Kontinents zu spüren. Angesichts der gigantischen Fläche des Naturreservats (6 % der Landfläche Tansanias), das mit über 51 200 km² mehr als dreimal so groß wie die Serengeti und größer als die Schweiz ist, fühlt man sich hier wirklich wie in der Wildnis. Unendliche Weiten prägen das Bild; es kann vorkommen, dass man auf einer Pirschfahrt keiner anderen Menschenseele begegnet.

Nur der kleinere, nordöstliche Teil des Reservats, der etwa 15 % des Gesamtareals ausmacht, ist für Pirschfahrten zugelassen. Viele der restlichen Gebiete sind Großwildjägern vorbehalten.

Im Nordsektor existieren ausreichend Pisten und alle nennenswerten Camps stehen hier.

Hauptsächlich dominieren Miombo-Trockenwälder, Borassuspalmen-Haine und Buschsavanne mit Akazienhainen das Reservat.

Man kann stundenlang durch das größtenteils flache, mancherorts auch sanft hügelige Gebiet fahren, und trotzdem verliert die Landschaft niemals an Faszination.

Lebensader Rufiji River

Die Lebensader des Reservats stellt der Rufiji River dar; er und seine zahlreichen Seitenarme prägen die Tier- und Pflanzenwelt nachhaltig. Aus der Vogelperspektive erinnert er ans Okavango Delta in Botswana, denn er bildet große Seen und verzweigt sich wie ein Labyrinth in viele Flussarme mit Inseln, Sandbänken und Lagunen. An deren Ufer sonnen sich so viele Krokodile wie sonst nirgends in Tansania, grunzende Hippos suhlen sich im schlammigen Wasser und unter den Borassuspalmen dösen stehend Elefanten-Familien. Nebenbei sind die Galeriewälder der zahlreichen Flussläufe Heimat über 430 Vogelarten – und natürlich auch beliebter Aufenthaltsort weiterer Tiere. Da lohnt sich natürlich eine Boot-Safari, die in fast jeder Lodge angeboten wird.

Das Einzugsgebiet entlang des Rufiji River ist bestes Safari-Land im wahrsten Sinne des Wortes.

Löwen und Afrikanische Wildhunde

Große Herden von Gnus, Zebras, Antilopen sind das ideale Dinner für weit über 3500 Löwen, dessen Konzentration die höchste Tansanias darstellt. Überhaupt sind die meisten Tierpopulationen in schier unerschöpflichen Mengen vorhanden, und theoretisch ist es möglich, jedes erdenkliche Wildtier im Selous zu Gesicht zu bekommen.

Einzigartig in Afrika ist die große Population von Afrikanischen Wildhunden.

Wichtig: die Wahl der richtigen Camps

Zwischen dem Mtemere Gate und dem Lake Manze ist die Tierkonzentration am höchsten.

Allerdings erfahren jene Camps, die nahe am Mtemere Gate liegen, in der Hochsaison viel Safari-Verkehr. Grund dafür sind die vielen, vergleichsweise billigen Camps und Lodges ausserhalb der Parkgrenzen, die im Gebiet um das Mtemere Gate ihre Pirschfahrten machen.

Je weiter weg man vom Gate liegt, desto weniger Daytripper kommen dorthin – aber umso teurer werden auch die Camps.

Man bezahlt für die Lage und die Logistik, nicht immer unbedingt für Annehmlichkeiten oder Luxus.

Im Selous müssen sich Besucher dafür entscheiden – entweder attraktive Preise und mehr Verkehrsaufkommen, oder teure High-End-Camps und fast allein im Busch.

Walking & Boat Safaris

Was den Selous so interessant macht, sind die Walking und Boat Safaris, die hier eine lange Tradition haben.

Mit der starken Walking-Safari-Tradition in Sambia oder Botswana können die Fußwanderungen im Selous zwar nicht mithalten, schon alleine mangels gut ausgebildeter Guides. Die meisten Guides sind zwar recht firm und gut trainiert, aber da es in Tansania keine Elite-Guiding-Schulen wie in Sambia oder Simbabwe gibt, fehlen auch die Top-End-Guides. Einige wenige, vor allem jene, die Guiding Schools in diversen Camps durchlaufen haben, glänzen aber mit ausgezeichneter Performance. Leider weiss man im Vorhinein nicht, wer einen nun auf einem Walk begleitet.

Dennoch ist eine Walking Safari eine willkommene Abwechslung zu den ermüdenden Pirschfahrten. Man sieht den Busch aus einer anderen Perspektive und nimmt Dinge anders wahr, als aus dem Chassis eines Fahrzeugs. Üblicherweise finden die Märsche in den kühleren Morgenstunden statt.

Im Gegensatz dazu zählen die Motorboot-Safaris zu den besten Ostafrikas. Diese finden in den Camps, die in Flussnähe liegen, meist am Nachmittag, ab 16 Uhr statt.

Am ehesten sind die Fluss-Safaris im Selous  mit jenen am Zambezi River in Sambia vergleichbar, aber im Großraum Ostafrika haben die Boat Safaris am Rufiji River den besten Ruf.

Ein komplett anderes Safari-Feeling als im Norden

Aus zwei Gründen gestaltet sich die Tierbeobachtung im Selous anders als im Norden.

Es existieren keine Bettenburgen, wie die großen Sopa- und Serena-Hotels im Norden. Im Selous gibt es ausschließlich kleine, überschaubare, familiäre Camps und Lodges, was jene Großpauschalreiseveranstalter fernhält, die bei solchen großen Hotelketten Kontingentvereinbarungen und mehr als attraktive Preise erhalten.

In den Selous reisen hauptsächlich Leute, die schon vorher in Tansania waren, sich ausgiebig mit Tansania beschäftigt haben oder Leute, die bewusst auf den Safari-Rummel des Nordens verzichten wollen.

Im Selous entwickelt sich für Safaris eine andere Energie, und der Tag ist viel strukturierter.

Während man in der Serengeti – so faszinierend und spektakulär sie auch ist – innerhalb von 2, 3 Tagen hinein- und wieder hinausfährt und möglichst viel Aktivitäten in den Tag packt, ist die Dynamik hier (vor allem wegen der Hitze und des schwülen Klimas von Oktober bis März) völlig anders:

Man kommt an (meist mit dem Flugzeug, selten nach langen, unbequemen Landtransfers), wird im Camp begrüsst, danach folgt ein leichtes Mittagessen oder ein Snack sowie eine Siesta. Frühestens um 15.30 Uhr beginnt die Abend-Pirsch oder die Boat Safari. Am nächsten Tag am Morgen folgen Morgen-Pirschfahrten oder gar eine Walking Safari, gefolgt von Frühstück (Brunch) und einer Ruhezeit bis 15 Uhr, die nur vom Mittagessen unterbrochen wird.

Alles ist gemächlicher, langsamer, ruhiger. Der Tag ist strukturiert, aber nicht überladen. Man bekommt ein besseres Gefühl für einen Ort, weil man meistens länger bleibt (3 – 4 Nächte Minimum) und hat auch Zeit zum Verschnaufen, zum Sacken lassen.

Missmanagement und Elefanten-Wilderei

Leider hagelt es für Selous in den letzten Jahren Kritik aus allen Lagern. Die großen Probleme – insbesondere die Wilderei – resultieren aus jahrelangem Missmanagement, Korruption und Vetternwirtschaft.

Das Selous Game Reserve hält in Tansania den traurigen Rekord, die Nummer 1 Destination für Elefanten-Wilderer und Elfenbeinschmuggel zu sein. Die Elefantenpopulation wurde dabei drastisch minimiert, das meiste Elfenbein, das bei den Razzien in Dar es Salaam sichergestellt wurde, stammt aus dem Selous.

Ich habe selbst im Selous Game Reserve gelebt und musste das Missmanagement und die Borniertheit der Behörden am eigenen Leib erfahren. Wir meldeten Elefantenfunde bei der Verwaltung, aber statt hart gegen die Wilderer vorzugehen, forderten die Vertreter der Behörden die Wilderer auf, den Gewinn mit ihnen zu teilen. Es sind die Vorgesetzten und Entscheidungsträger, die an der Wilderei am besten verdienen.

Aus diesem Grund wurde das Selous Game Reserve im Juni 2014 auch auf die Liste der gefährdeten Welterbestätten gesetzt, weil die Wilderei den Tierbestand bedroht.

SELOUS REISEFÜHRER

  • Das Selous Game Reserve ist einer von ganz wenigen Parks, wo Walking Safaris oder Motorboot-Safaris erlaubt sind.
  • Die Anreise mit Propellerflugzeugen, z. B. von Sansibar oder Dar es Salaam aus, ist relativ bequem, schnell und nicht übermäßig teuer.
  • Der Selous bietet sich für Strandliebhaber optimal für eine Mini-Safari an, d.h. für eine 3 – 5-tägige Safari, wo man ausschließlich im Park verbleibt. Während eine (in der Kosten-Nutzen-Relation) sinnvolle Safari im Norden meist mindestens 5 oder 6 Tage dauert (und mehrere Parks besucht), können Safaris hier auch nur 3 Tage dauern, und man sieht einen repräsentativen Querschnitt der tansanischen Tierpopulationen.
  • Wer immer schon mal eine typische Fly-in-Safari machen möchte, findet im Selous beste Bedingungen vor. Die Logistik der Camps ist hier darauf ausgelegt, dass Besucher nicht mit dem Auto, sondern dem Flugzeug anreisen.

Mögliche Aktivitäten

  • Pirschfahrten (Game Drives)
  • Fuß-Safaris (Walking Safaris)
  • Motorboot-Safaris (Boat Safaris)
  • Vogel-Safaris (Birding Safaris)
  • …wenn die großen Namen, wie Serengeti oder Ngorongoro Crater einen zu starken Reiz ausüben.
  • …wenn man möglichst viel von Tansania sehen möchte und daher den Straßentransfer bevorzugt. Dafür ist der Selous nur dann geeignet, wenn man VIEL Sitzfleisch hat.
  • …für Leute, die die Big Five abhaken wollen.
  • …für Besucher, die die Tiere wie im Zoo, also unbeeindruckt von Safari-Fahrzeugen und Menschen, sehen wollen. Wegen der Jagdlizenzen, die für den Südsektor vergeben werden und der Wilderei in den letzten Jahren, sind die Tiere verschreckter geworden. Das gilt insbesondere für Elefanten. Löwen hingegen bleiben von den Safari-Fahrzeugen unbeeindruckt, ebenso wie die Büffel.
  • …für Gäste, die generell Hitze nicht gut vertragen. Da der Selous noch im Einzugsbereich des Küstenklimas liegt, sind die Monate von Oktober bis März von hoher Luftfeuchtigkeit und Schwüle geprägt. Aus diesem Grund sind die Safaris im Selous auch anders strukturiert als im Norden beispielsweise.
  • …weil das Wildern leider außer Kontrolle geraten ist und die Regierung anscheinend nicht willens ist, sich dem Problem zu stellen.

Anreise: Am bequemsten ist die Anreise per Propellerflugzeug. Nur wenige Gäste kommen per Geländewagen (etwa 6-10 Std. Fahrtzeit von Dar es Salaam, je nachdem welches Gate angefahren wird).

Günstige und erlebnisreiche Alternative für die Sable Mountain Lodge: mit dem Zug, was aber gut getimt sein muss, da der outbound train von Dar es Salaam momentan nur 2 x Woche fährt (und das nicht verlässlich).

Lage: Südöstliches Tansania.

Alle Monate außer während der Regenzeit von Februar bis Mai, da während der Regenzeiten die Pisten (Black Cotton Soil) unpassierbar sind.

Die angenehmste Reisezeit ist zwischen Juni und September, weil dann heiße, trockene Temperaturen mit kühleren Nächten vorherrschen.

Im Dezember/Januar/Februar ist es unangenehm schwül.

Große Preisunterschiede herrschen zwischen Camps innerhalb der Parkgrenzen und denen, die außerhalb liegen, also außerhalb des Mtemere Gate und des Matambwe Gate.

Meine Lieblingscamps innerhalb und außerhalb des Parks sind folgende:

  • Beho Beho $$$$$
  • Impala Camp $$$$
  • Lake Manze Tented Camp $$$
  • Sable Mountain $$ (außerhalb)
  • Sand Rivers Selous $$$$$
  • Selous River Camp $
  • Selous Riverside Camp $$$
  • Siwandu Camp $$$$$

Standard: typischerweise Fly-in-Kombination mit Ruaha National Park und/oder Mikumi National Park.

Kreativ I: Anreise mit der Bahn z. B. für die Sable Mountain Lodge.

Kreativ II: Anfahrt über das Mtemere Gate, Weiterfahrt über das Matambwe Gate und die Uluguru Mountains nach Morogoro und von da weiter nach Mikumi und Udzungwa Mountains. (Achtung: lange Fahrten!)

Sie wollen das Selous Game Reserve in Ihren Reiseverlauf integrieren oder sind interessiert an Walking Safaris?

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