Saadani National Park

Saadani ist er der einziger Nationalpark Ostafrikas, der direkt am Meer liegt. Der Park bietet die ideale Symbiose aus Safari und wahren Bilderbuchstränden. Welcher Park kann schließlich von sich behaupten, dass sich seine Gäste nach einer staubigen Safari im sanft plätschernden, paradiesischen Indischen Ozean abkühlen können?

GUT ZU WISSEN

Leicht erreichbar, aber schwierig zu integrieren

In den letzten Jahren hat sich die verkehrstechnische Anbindung an den Park insbesondere durch die neue Piste (nur in der Trockenzeit befahrbar) von Bagamoyo in den Saadani National Park verbessert.

Dennoch lässt sich der Park nur mit deutlichen Anstrengungen in einen runden, stimmigen Reiseverlauf einbauen. Am besten klappt es mit einer Kombination aus Ushongo/Sange Beach bzw. Saadani und Sansibar bzw. Dar es Salaam.

Lohnender Tierbestand, aber nicht mit anderen Parks vergleichbar

Im Nationalpark, der sich gerne mit dem durchaus zutreffenden Slogan „Where bush meets beach“ vermarktet, können theoretisch enorm viele verschiedene Wildtiere gesichtet werden. Allerdings ist der Wildtierbestand doch geringer als in den langjährig geschützten Parks des Nordens oder beispielsweise im Ruaha National Park.

Der Saadani National Park wurde 2002 aus der Taufe gehoben, aber erst seit 2011/12 existieren tatsächlich ordentliche Gates mit Park-Rangern und Zahlstellen. 1969 wurde das Gebiet zum Naturreservat erklärt und mit dem Ansiedeln einiger Tiere begonnen. Der Widerstand der ortsansässigen Bevölkerung war natürlich vorprogrammiert, da die im Reservat lebenden Tiere einen Teil ihrer Ernten vernichteten. Die Errichtung von Plantagen war dadurch nicht länger lukrativ. Wilderei stand an der Tagesordnung, der Tierbestand dezimierte sich nach und nach.

Doch die Tiere lernten schnell: Seitdem die Parkbehörde TANAPA Präsenz zeigt, hat sich der Tierbestand stabilisiert. Regelmäßige Parkbesucher berichten inzwischen, dass die Tiersichtungen substanziell gestiegen und nunmehr ereignisreiche Safaris garantiert sind.

Einige Tiere, die man anderswo nicht sieht

Die Büffel, Elefanten und Giraffen haben sich in den letzten Jahren stark vermehrt.

Eine Riesenherde von 200 Büffeln zu sehen, ist in manchen Sektoren keine Seltenheit mehr.

Andere Antilopenarten, wie Riedböcke, Wasserböcke, Dikdiks, Ducker (red duiker, grey duiker) leben zuhauf im Park. Unter Kennern ist der Park für seine stattliche Population von Lichtenstein-Antilopen (im mittleren Sektor) und die seltenen Roosevelts Rappenantilopen (im nördlichen Sektor) bekannt. Letztere existieren übrigens nur mehr in Saadani und im Shimba Hills National Reserve in Kenia.

Am Fluss lebt eine ganze Menge Flusspferde und Krokodile, auch Steppenpaviane, Stummelaffen und Weißkehlmeerkatzen (Sykes monkeys) sind im Park weit verbreitet.

Vergeblich suchen wird man Elenantilopen, Gnus, Kudus und Zebras. Sie hat einerseits das heiße, salzige Klima dahingerafft, andererseits haben die Löwen, deren Population in den letzten Jahren stetig gewachsen ist, das Ihrige zur Dezimierung beigetragen. Die Guides erzählen von ein paar wenigen Exemplaren, die allerdings kaum jemand zu Gesicht bekommt.

Walking und Boat Safaris

Der Tierbestand sowie das Besucheraufkommen sind nach wie vor überschaubar im Park. Deshalb erlaubt die Parkverwaltung Walking und Boat Safaris.

Einerseits kann man den Park auf Walking Safaris erkunden – eine schöne, sanfte Art und Weise, den Busch mit seinen Bewohnern kennenzulernen. Möglicherweise werden spektakuläre Begegnungen mit Elefanten oder Löwen nicht auf der Tagesordnung stehen, dennoch ist eine Fußpirsch garantiert ein Erlebnis für alle Sinne.

Der Wami River durchquert den Saadani im Süden und ist ideal für eine Boot-Safari. Speziell an der Flussmündung sieht man viele Vögel wie Störche, Pelikane oder Reiher. An den Flussufern liegen versteckt Krokodile, Flusspferde leben zuhauf im matschigen Wasser.

So eine Fluss-Safari bietet sich aber nur an, wenn man in einem der Camps in südlicheren Teil des Parks nächtigt.

Am Indischen Ozean

Genau genommen besteht die Einzigartigkeit des Saadani darin, dass sich Safaris und Strand gut verbinden lassen. Einer morgendlichen Savannen-Erkundung folgt am späten Vormittag ein Strandspaziergang. Gäste relaxen gern am Pool bzw. plantschen im Meer. Das Beste daran: Der Strand ist absolut menschenleer.

Eintrittsgebühren fallen selbstverständlich an. Wenn man in den tollen gehobenen Lodges im Süden des Parks nächtigt, machen diese das Kraut allerdings auch nicht mehr fett. Besonders schön finde ich die Saadani Safari Lodge, die ich schon seit meinem allerersten Besuch in Tansania kenne, sowie das Kisampa Camp.

Die Strände des Saadani National Parks sind bekannte Brutgebiete der Suppenschildkröten (green sea turtle). Mit etwas Glück kann man Babyschildkröten beim Schlüpfen beobachten. Am besten stehen die Chancen dafür bei der Saadani Safari Lodge und dem A Tent With A View Camp.

Safari-Insider-Tipp: Nördlich der Parkgrenzen, bei Ushongo und Sange, gibt es eine Handvoll empfehlenswerter Mittelklasse-Lodges, z. B. das Tembo Kijani oder The Beach Crab. Hier kann man ebenso nächtigen und für Daytrips in den Park fahren.

SAADANI REISEFÜHRER

  • Der Park ist interessant für Urlauber, die bewusst Parks und Orte abseits der frequentierten Highlights suchen.
  • Urlauber, die bewusst in einem untouristischen Umfeld auf Safari gehen möchten, finden hier ihre Ruhe.
  • Die wenigen, existierenden Unterkünfte haben einen sehr familiären, unkommerziellen Touch, weil der Park bei vergleichsweise wenigen Besuchern auf dem Plan steht.

  • Der Park vermittelt richtiges Bush Feeling und weitläufige Wildnis, ohne Gefahr zu laufen, in einem Verkehrsstau stecken zu bleiben. Der Park ist zwar nicht so spektakulär wie die Serengeti, bleibt dennoch aus vielerlei Gründen in guter Erinnerung.
  • Er kann für Paare oder Familien ein guter Kompromiss sein, wenn die einen unbedingt auf Safari gehen, die anderen vorzugsweise Sonne, Strand und Meer genießen möchten.
  • Definitiv attraktiv macht den Park die Möglichkeit, auf Walking und Boat Safaris gehen zu können, was andernorts nicht erlaubt ist.
  • Der Saadani hat mit dem ökosozialen Kisampa Camp ein besonderes Camp, das Familien mit an Natur interessierten Kindern anspricht. Hier wird etwas Einzigartiges geboten. Da das Camp nicht unbedingt im tierreichen Gebiet, wohl aber mitten in unbewohnter Wildnis liegt, besinnt man sich auf etwas anderes: auf das aktive Erleben der Wildnis. In der eigenen Conservancy werden Bush Walks, Boat Safaris, Bird Safaris, Dorfprojekte, Bienenzucht und Honigproduktion, Fährtenlesen, Sundowner-Ausflüge, Busch-Picknicks und vieles mehr angeboten. Interessierte können sogar freiwillig mitarbeiten.

Mögliche Aktivitäten

  • Pirschfahrten (Game Drives)
  • Fuß-Safaris (Walking Safaris)
  • Night Drives (in den Sanctuary-Lodges)
  • Boot-Safaris (Boat Safaris) auf dem Wami River
  • Vogel-Safaris (Birding Safaris)
  • Fischen und Ausfahrten aufs Meer
  • Sea Safaris auf eine Sandbank vor der Küste
  • Führungen zu historischen Stätten und Ruinen
  • Besucher, die die Big Five abhaken möchten.
  • Gäste, die nach Superlativen suchen. Pirschfahrten sind in der Serengeti oder im Ruaha National Park viel spektakulärer; eine Boat Safari im Selous Game Reserve mit Elefanten, die durchs Wasser waten, bleibt viel eindrücklicher im Gedächtnis; Schnorcheln oder Tauchen fehlen gänzlich und Kulturtourismus ist an anderen Orten, z. B. Usambara Berge oder gewisse Maasai-Dörfer im Norden, viel besser organisiert.
Lage:  Am Indischen Ozean, nördlich von Bagamoyo und südlich von Tanga.

Anreise: Eventuell mit Propellerflugzeugen, viele Gäste kommen allerdings per Geländewagen (etwa 4-5 Std. Fahrtzeit von Dar es Salaam, 2 Stunden Fahrtzeit von Ushongo Beach).

Juni bis Februar, also alle Monate außerhalb der Regenzeit.
Meine Lieblingsunterkünfte im Saadani-Park sind folgende:
  • A Tent With A View Camp $$
  • Kisampa Camp $$$
  • Saadani Safari Lodge $$$$
  • Saadani River Lodge $$$$
  • In der Nähe des Nordeingangs, am Sange Beach, gibt es preislich attraktive Unterkünfte:

  • Tembo Kijani $$
  • Kijongo Bay $$
  • The Beach Crab $ – $$

Safari-Insider-Tipp: Das Tembo Kijani bietet interessante Packages für eine Strand- und Safari-Kombination. Außerdem haben Eyal und Sarah ein kleines Buschcamp im Saadani errichtet.

Kreativ I: Von Dar es Salaam via Bagamoyo mit dem Fahrzeug, danach Weiterflug in den Selous, Ruaha, nach Arusha oder Sansibar.

Kreativ II: Von Ushongo und Sange Beach aus entweder in Tagesausflügen oder für 2-3 Nächte, danach Weiterfahrt nach Dar es Salaam oder Flug nach Sansibar.

Sie wollen im Saadani Strand und Safari verbinden oder suchen besondere Ferien für sich und Ihre Kinder?

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