Nördliche Crater Highlands

Nordwestlich des Ngorongoro Craters bis hinauf an den Lake Natron und den Ol Doiyno Lengai entstand im Laufe von Jahrmillionen eine Reihe von Vulkanen, die wie Zinnsoldaten aufgefädelt die sogenannten Crater Highlands formen. Sie sind nahezu unzugänglich und können am besten auf einem Mehrtages-Trek erkundet werden.

GUT ZU WISSEN

Vom Ngorongoro Crater zum Lake Natron

Die meisten Treks in den Crater Highlands nehmen ihren Ausgang am Ngorongoro Crater. Deshalb lässt sich eine solche Mehrtages-Wanderung optimal mit dem Krater verbinden.

Die Piste, die den Ngorongoro Crater im Halbkreis umschließt, führt zunächst vorbei an der Ngorongoro Sopa Lodge und dem Lemala Gate, um danach immer dürftiger und holpriger zu werden. Schließlich endet sie via Nainokanoka am Empaakai Crater, in dessen Caldera sich ein See gebildet hat. Danach geht’s nur mehr per pedes und mit Hilfe von Maasai und Lasteseln weiter.

Unterwegs passiert man den Lolmalasin, den höchsten Berg der Crater Highlands, ebenso wie den üppig grünen Olmoti Crater. Die Landschaft ist gleichzeitig mystisch und karg, faszinierend und trostlos. Sanfte Rolling Hills mit goldgelbem Grasteppich erheben sich bis zum Horizont.

Über Naiyobi, vorbei am Kerimasi Crater, marschieren Sie bis zum Escarpment, der Bruchstufe des Ostafrikanischen Grabenbruchs.

Die letzte Etappe des Crater Highland Treks führt die Bruchstufe hinab zu den Ausläufern des Ol Doinyo Lengai. In der Ferne glitzert beständig der Lake Natron, das zerfurchte Gesicht des Grabenbruches brennt sich in die Erinnerung ein.

Der Trek endet entweder am Lake Natron oder am Ol Doinyo Lengai, der gerne als Höhepunkt der Tour bestiegen wird.

Land der Maasai

Seit Jahrhunderten siedeln hier die Maasai, die das Land als ihr Eigentum ansehen. Aus diesem Grund müssen die Begleiter und Träger samt Lasteseln in den ansässigen Dörfern rekrutiert werden.

Die Maasai dieses Landstrichs sind nicht an Touristen gewöhnt und gelten als eher spröde und rau im Umgang mit westlichen Besuchern. Immerhin erlauben sie den Reisenden, ihre Dörfer zu besuchen. So können diese zumindest kurz an ihrem Leben teilhaben und einen Einblick in die Kultur und Traditionen der Maasai gewinnen.

Insbesondere am Lake Natron warten interessante Kulturtourismusprogramme von und mit den Maasai auf die (eher spärlichen) Besucher.

Gehen mit allen Sinnen

Ein mehrtägiger Fußmarsch durch die faszinierende, mitunter äußerst karge Landschaft mit Vulkankegeln, Kratern und Sodaseen – Seite an Seite mit den Maasai – ist nicht nur körperlich fordernd, sondern schon fast spirituell erleuchtend.

Alle erdenklichen Arrangements sind möglich, von einfachen Tagestouren bis hin zu 12-Tage-Treks über mehrere Gipfel oder von See zu See.

Zumeist nehmen die Wanderungen am Ngorongoro Crater oder beim Lake Manyara ihren Ausgang und führen vorbei an den Kratern und Vulkanen. Schließlich enden sie am Lake Natron und dem Ol Doinyo Lengai.

Ein nicht ganz billiges Abenteuer in der Wildnis

Manchmal erhalte ich Anfragen von Menschen, die erst einmal fasziniert von den Fotos und Beschreibungen dieser Tour sind, dann aber entsetzt reagieren, wenn ich die Preise nenne. So ein Trek von mehreren Tagen durch die Crater Highlands ist in puncto Kosten durchaus mit einer Kilimanjaro-Besteigung vergleichbar.

400 – 450 € pro Tag und Person ist ein realistischer Durchschnittswert für diesen außergewöhnlichen Trek.

Eine Vielzahl von Preisbestandteilen trägt zu den relativ hohen Kosten bei:

  • Für die Ngorongoro Conservation Area (NCA) sind Eintrittsgebühren zu bezahlen, momentan US$71 pro Person und 24 Std.
  • Außerhalb der Grenzen heben die Maasai-Gemeinschaften ähnlich hohe Wegezölle und Gebühren ein.
  • Für die Campingplätze sind Gebühren zu bezahlen, momentan US$71 pro Person und Nacht.
  • Der Ältestenrat der Dorfgemeinschaften entscheidet über die Entsendung der geeigneten Männer sowie über die Preise, die den Tour Operators verrechnet werden. D. h. die Preise werden laufend adaptiert und neu verhandelt.
  • So ein Trek ist relativ personalintensiv und die Maasai lassen sich zweifelsohne nicht mit Almosen abspeisen. Sie wissen, was die Träger am Kilimanjaro verdienen und sie wissen, was die Besucher pro Tag in der Serengeti bezahlen. Also passen sie ihre Preise ans allgemeine Touristenpreisniveau an.
  • Trotz der Unzugänglichkeit gibt es ein Begleitfahrzeug, das ebenfalls bezahlt werden muss. Es bringt die Wanderer an ihren Startpunkt und nimmt sie am Fuße des Escarpment am Lake Natron wieder im Empfang.
  • In Tansania gilt: Je abgeschiedener man unterwegs ist, desto teurer wird’s. Es müssen weite Strecken mit dem Fahrzeug zurückgelegt werden. Die Benzinpreise sind hoch, die Geländewägen fressen Unmengen an Benzin. Der logistische Aufwand ist umso höher, je weiter weg ein Gebiet von der Teerstraße ist.

Safari-Insider Tipp: Sie müssen ja nicht ganz auf Komfort verzichten! Das komfortable Fly Camp (mit mannshohen Canvaszelten, Holzbetten, etc.) wird zentral in den Crater Highlands als Base Camp aufgebaut und Sie machen von hier aus mehrere Tageswanderungen.

CRATER HIGHLANDS REISEFÜHRER

  • Relevant sind die nördlichen Crater Highlands ausschließlich für anstrengende Wanderungen bzw. Mehrtages-Trekking.
  • Das Gebiet ist absolut untouristisch, größtenteils ohne Pisten oder Autos, nur gespickt mit kleinen Maasai-Dörfern.
  • Das Gebiet sagt Besuchern zu, die Gefallen an bizarren, faszinierenden Vulkanslandschaften und außergewöhnlichem Naturerleben haben.
  • Die Crater Highlands sind nur für Leute geeignet, die für wahre Abenteuer offen sind und mit wenig Komfort (einfaches Camping) auskommen.
  • Wer zwischen den Pirschfahrten ein paar Tage wandern bzw. laufen möchte, hat im Gebiet zwischen Arusha und der Serengeti nicht viel Gelegenheit dazu. Die Crater Highlands bieten diese Möglichkeit.

Mögliche Aktivitäten

  • Wandern und Trekking
  • eingeschränkt: Tierbeobachtung
  • Leute, die Hitze nicht gut aushalten (November–März).
  • Leute, die mit Wetterkapriolen schlecht umgehen können. Hier kann das Wetter blitzschnell umschlagen und plötzlich Regen einsetzen, besonders von November bis Juni.
  • Leute, die Strom, Mobilfunk oder Internet benötigen.
  • für Besucher, die Komfort wünschen.
Anreise: Anfahrt mit dem Fahrzeug, meist über den Ngorongoro Crater und Nainokanoka Village.

Eintritt: In der Ngorongoro Conservation Area fallen Eintrittsgebühren an, für die restlichen Gebiete heben die Maasai Gebühren ein.

Juli bis Februar/März, ab November mehren sich die Regenfälle.
Entlang der Trekking-Routen nur einfaches Camping, am Krater gehobene Camps und Lodges, am Lake Natron einfachere Camps.

Sonderarrangements mit Fly Camping (mannshohe Canvaszelte mit Holzbetten, Buschtoilette, Buschdusche und Restaurantzelt) sind auf Anfrage möglich.

Wie so ein Trek in die Reiseroute integriert werden kann, hängt hauptsächlich vom Budget ab.

Standard: Nach Serengeti und Ngorongoro Crater auf dem Weg zurück nach Arusha, also als Safari-Verlängerung.

Kreativ: Zwischen Ngorongoro Crater und Serengeti, wobei in die Serengeti über eine alternative, langwierige Piste via Kleins Gate gefahren werden kann.

Sie wollen die Crater Highlands in Ihren Reiseverlauf integrieren?

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DAS SAGEN SAFARI-INSIDER KUNDEN ÜBER…

Auch hier waren wir dankbar für die Vororganisation: Es hatte offenbar ein Missverständnis zwischen Frank und Arnold gegeben, so dass wir an einem anderen Ort rauskamen, als der, an dem Frank mit dem Auto gewartet hatte. Arnold spurtete dann aber zum Fuss des Lengai, wo wir schon auf dem Weg zwei Autos stehen gesehen hatten und schon vermutet hatten, dass das unsere sind (auch wenn Arnold das zunächst nicht glauben wollte) und so ging die Wanderung dann doch insgesamt als ein echtes Highlight in die Erinnerung ein. Unglaublich schön diese Landschaften!

Sibylle und Bernd, Zürich, September 2014