Rund um den Ngorongoro Crater

Gleich hinter Karatu liegt das Gate für die Ngorongoro Conservation Area, ein riesengroßes Schutzgebiet, in dessen Mitte der beeindruckende Ngorongoro Crater liegt. Wer schon dort war, versteht, warum er „Achtes Weltwunder“ genannt wird.

GUT ZU WISSEN

Vielfältige Landschaften in der Ngorongoro Conservation Area

Mit ihren 8300 km² umfasst die Ngorongoro Conservation Area (NCA) eine Fläche, die so groß wie Kärnten oder halb so groß wie Schleswig-Holstein ist.

Aufgrund ihrer beachtlichen Größe und der immensen Höhenunterschiede von 1020 m (Lake Eyasi) bis zu 3648 m (Lolmalasin) ist die NCA ein Mikrokosmos für sich.

Wüstenartige Savannen (z. B. die Ausläufer der Serengeti oder Oldupai Gorge) mit wenig Niederschlag werden an den Kraterrändern von regenreichen, immergrünen Bergwäldern abgelöst. Die NCA erstreckt sich im Osten fast bis zum Lake Natron und umfasst damit einen großen Teil der Crater Highlands, u. a. den Oldeani Crater, den Empakaai Crater und Makerut. Aus diesem Grund sind für Wanderungen in den Crater Highlands Eintrittsgebühren zu bezahlen.

Je nachdem, in welchem Teil und zu welcher Jahreszeit er sich in der NCA aufhält, zeigt sich dem Besucher ein anderes Bild.

Wegen seiner Bedeutung wurde das Ngorongoro-Schutzgebiet 1979 als Weltnaturerbe von der Unesco anerkannt.

Ngorongoro Crater

Nur etwa 20 Minuten hinter dem Lodoare Gate und einer Reihe von Kurven und Kehren durch dichten Bergurwald ist der Kraterrand erreicht.

Der weltgrößte nicht mit Wasser gefüllte Krater der Erde entstand, als ein Vulkan bei einem Ausbruch in sich zusammenbrach. Zurück blieb eine 19,2 km breite Caldera auf ca. 1700 m Seehöhe. Steil aufragende Kraterwände von 400 bis 600 m reichen bis an den 2300 m hohen Kraterrand heran.

Hier gabelt sich die Piste. Links geht es zum Seneto Gate und in die Serengeti, rechts führt die Piste über die Sopa Lodge bis zum Lemala Gate und weiter bis zum Oldeani Crater. Nur über diese beiden Gates darf man in den Krater einfahren. Die dritte Rampe, das Lerai Gate, dient einzig und allein der Ausfahrt. Für den Krater muss zusätzlich eine Benutzungsgebühr von US$ 295 (seit 1.7.2016) pro Fahrzeug und Tag bezahlt werden.

Im Krater leben die Big Five und Spitzmaulnashörner

Wie in einem überdimensionalen Amphitheater leben 25.000 bis 30.000 Tiere im Krater, darunter die „Big Five“: Löwe, Elefant, Nashorn, Büffel und Leopard.

Die Anzahl der Elefanten ist ebenso wie die der Nashörner überschaubar, denn Elefantenweibchen steigen mit ihrem Nachwuchs nicht gerne die steilen Kraterwände hinab. Einige wenige Bullen leben jedoch im Krater. Manchmal werden sie von neugierigen Weibchen begleitet. Oben im Bergurwald der Ngorongoro Conservation Area gibt es hingegen häufiger Elefanten zu sehen.

Im Krater existiert die reale Chance, Spitzmaulnashörner zu sehen. Neben der Serengeti ist der Krater das einzige Gebiet in Tansania, wo sie noch in freier Wildbahn leben. Dank der intensiven Schutzmaßnahmen der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt konnte sich ihr Bestand in den letzten Jahren erholen.

Die Große Migration

Von November bis Mai kommen die Herden auf der Migration in die Ndutu Area, deren kurze Gräser und Wälder zugleich Nahrung und Schutz bieten. Raubtiere finden folglich ebenfalls beste Lebensbedingungen vor. Deswegen ist das Gebiet für seine hohe Dichte an Raubkatzen, allen voran Geparden, bekannt.

Zusätzlich machen hier Abertausende Zugvögel Rast, die dem Winter in Europa entfliehen. Riesige Flamingo-Schwärme färben die Uferpartien der Seen pink. Lake Ndutu und Lake Masek sind zwei flache Seen, in denen sich das Wasser der leicht erhöhten umliegenden Gegend sammelt. Da es weder Ab- noch Zufluss gibt, ist das Wasser sodahaltig, also für den menschlichen Konsum gänzlich ungeeignet. Dasselbe gilt für fast alle Seen im Rift Valley. Für Flamingos bilden diese Seen jedoch den idealen Lebensraum.

Wiege der Menschheit

Abgesehen von biologischen und geologischen Besonderheiten handelt es sich auch paläontologisch gesehen um einen bedeutenden Flecken Erde. Zwischen Krater und Serengeti, in der NCA, vermutet man die Wiege der Menschheit. Wahrscheinlich liegt sie in einer tiefen, schwer zugänglichen Schlucht, der Oldupai Gorge. Das Archäologen-Paar Mary und Louis Leakey stieß in den 1950er-Jahren in der Schlucht auf Hominidenfunde, die über 3,5 Mio. Jahre alt sein dürften.

Die Schlucht kann besucht werden, ca. 2–2,5 Std. sollte man dafür einplanen. Es fallen extra Eintrittsgebühren für das Museum sowie die Schlucht an.

Grzimek-Gedenkstein mit Kraterpanorama

8 km westlich vom Viewpoint steht das Denkmal von Michael Grzimek († 1959) und seinem Vater Bernhard Grzimek († 1987). Die beiden waren gemeinsam maßgeblich an der Einrichtung und Vergrößerung der Nationalparks Serengeti und Ngorongoro Conservation Area beteiligt. Außerdem initiierten sie mithilfe der Zoologischen Gesellschaft das Serengeti Research Institute, das sich dem Schutz der Serengeti verschrieben hat. Ihr gemeinsamer Dokumentarfilm Serengeti darf nicht sterben von 1959 wurde 1960 als erster deutscher Film nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem Oscar geehrt.

1959 kam Michael Grzimek bei einem Flugzeugabsturz über der Serengeti ums Leben und wurde am Rande des Ngorongoro-Kraters begraben. An dieser Stelle erinnert heute das Denkmal an Vater und Sohn Grzimek.

Hohes Verkehrsaufkommen im Krater

Besonders in den Hochsaisonmonaten Juli/August und Dezember bis Februar kann von seligem Out-of-Africa-Feeling keine Rede mehr sein. Zu Spitzenzeiten befinden sich geschätzt an die 200-300 Fahrzeuge gleichzeitig im Krater, der knapp 20 km im Durchmesser misst.

Dabei fungieren der Krater und die einzige (einspurige) Piste in die Serengeti wie ein Nadelöhr, durch das sich alle Fahrzeuge quetschen müssen. Weiter vorn, in der Weite der Serengeti, verläuft sich das Touristenaufgebot wieder. Trotzdem müssen Gäste damit rechnen, dass sie auch in der Serengeti Löwen & Co mit 30, 40, 50 weiteren Fahrzeugen teilen müssen, wenn sie zuvor im Krater einen Verkehrsstau miterlebten.

Siedlungsgebiet der Maasai

Des einen Freud, des anderen Leid. Nicht nur die Regierung freut sich über die vielen zahlenden Gäste in der NCA, auch die Maasai stehen dem Tourismus positiv gegenüber. Sie verdienen gut daran, dass viele Gäste ihre Dörfer als Zwischenstopp auf dem Weg in die Serengeti besuchen. Der Wohlstand bringt größere Familien hervor und lockt außerdem mehr Maasai in das traditionelle Siedlungsgebiet, das nach der Einrichtung des Serengeti-Nationalparks drastisch reduziert wurde. In der NCA dürfen die Maasai weiterhin leben und ihre Rinderzucht betreiben, nur den Kraterboden dürfen sie ebenso wie die Serengeti nicht aufsuchen.

Der Bevölkerungsdruck stößt sowohl der Tierpopulation als auch der Unesco sauer auf, die der NCA und der Regierung wegen der Bevölkerungsdichte in der NCA die Rute ins Fenster stellt.

Gut zu wissen: Ich bleibe an den Maasai-Dörfern auf dem Weg in die Serengeti nicht stehen, weil diese Dörfer überlaufen und zudem die dort lebenden Menschen frech und fordernd geworden sind. Da bevorzuge ich eindeutig jene Maasai-Dörfer, die traditioneller und untouristischer sind.

 

NGORONGORO REISEFÜHRER

  • Er liegt direkt auf dem Weg in die Serengeti. Reisende stolpern praktisch drüber und können fast gar nicht umhin, ihn zu besuchen. Das klingt möglicherweise wenig positiv, ist aber Fakt. Trotzdem ist der Krater ein Weltwunder und eines der tollsten Fotomotive.
  • Traumhaften Panoramen!
  • Man fährt nicht viele Kilometer und sieht trotzdem Unmengen von Wildtieren, darunter wahrscheinlich viele Löwen.
  • Der Krater ist das ganze Jahr über (bis auf die Tage mit intensivem Regen) ein lohnender Park mit vielen Tiersichtungen.

Mögliche Aktivitäten

  • Pirschfahrten (Game Drives)
  • Walking Safaris (nur außerhalb des Kraters in der NCA)
  • Vogelbeobachtung (Birding Safaris)
  • Crater Highland Trekking in der NCA
  • Besucher, die abseits der Touristenpfade wandeln möchten. Das hohe Verkehrsaufkommen aufgrund der Lage an der Piste in die Serengeti ist der größte Nachteil des Parks.

 

Lage: Das Lodoare Gate liegt ca. 3 Auto-Stunden westlich von Arusha.

Anreise: Per Geländewagen auf einer gut ausgebauten Teerstraße. Bis zum Lodoare Gate der NCA führt die Teerstraße. Dann beginnt eine Piste, die, je näher man der Serengeti kommt, immer holpriger wird. Die Anfahrt erfolgt fast ausschließlich mit dem Geländewagen.

Die Anreise per Flugzeug zum Manyara Airstrip ist uninteressant, da der Park ohnehin an einer guten Teerstraße liegt und bequem erreichbar ist. Außerdem liegt der Kraterrand häufig unter einer Wolkendecke, was viele Flüge ausfallen lässt.

Ganzjährig für Pirschfahrten im Krater, außer nach starken Regenfällen während der Regenzeit.

In den Monaten November bis Februar stehen die Chancen hoch, in der NCA (rund um den Lake Ndutu) die Große Migration zu beobachten.

Am Kraterrand ist es das ganze Jahr über feucht und kühl – viel kühler als in der Serengeti oder in Karatu. Gerade für den tropischen Winter von Juni bis Oktober empfiehlt sich die Mitnahme von warmer Kleidung, da es in der Nacht und in den Morgenstunden empfindlich kalt sein kann. Zu dieser Zeit ist der Ngorongoro Crater morgens oft wolkenverhangen; tagsüber klart es jedoch auf.

Am Kraterrand gibt es nur einige Lodges und Camps, die allesamt wegen hoher Konzessionsgebühren an die Parkverwaltung sehr teuer sind.

Meine Lieblingsunterkünfte am Kraterrand sind:

  • Lemala Ngorongoro Camp $$$$
  • Angata Ngorongoro Camp $$$
  • Rhino Lodge $$
  • Entamanu Camp $$$$$

 

In der Ndutu Area bevorzuge ich diese Unterkünfte:

  • Lake Mased Tented Camp $$$$
  • Chaka Camp Ndutu $$-$$$
  • Ndutu Safari Lodge $$-$$$
  • Olakira Camp $$$$$
  • Serengeti Safari Camp $$$$$

 

In Karatu empfehle ich gerne folgende Lodges und Camps:

  • Acacia Farm Lodge $$$-$$$$
  • Gibbs Farm $$$$
  • Plantation Lodge $$$-$$$$
  • Rhotia Valley Tented Lodge $-$$
  • Bougainvillea Lodge $
  • Endoro Lodge $-$$

Ich tendiere dazu, die großen Lodges wie Sopa-, Serena- sowie Wildlife- zu meiden, da ich weder die Architektur noch die Größe mit über 100 Betten besonders charmant finde. Diese Lodges bieten den Reiseveranstaltern sehr attraktive Preise in der Kombination mit anderen Unterkünften derselben Kette. In Ausnahmefällen, z. B. am Kraterrand, wo es wenig Alternativen gibt, greife ich allerdings doch gerne auf die Sopa- oder die Serena-Lodge zurück.

Krater: Typischerweise auf dem Weg in die Serengeti oder auf dem Weg von der Serengeti zurück nach Arusha.

Ndutu Area: Auf dem Weg in die Serengeti.

Safari-Insider-Tipp: Am Kraterrand gibt es nur wenige Unterkünfte, die allesamt sehr teuer sind. Je nach Reiseverlauf, Budget und Dauer der Safari empfehle ich meinen Kunden gerne eine Übernachtung in Karatu mit schöneren Lodges und vernünftigeren Preisen.

 

Ihr größter Wunsch ist es, die Große Migration zu sehen? Oder suchen Sie ein Camp mit dem perfekten Krater-Blick?

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