Lake Natron und Ol Doinyo Lengai

Der äußerste Norden des Landes ist geformt und geprägt von Vulkanen. Diese Region gilt als Landstrich voll bizarrer Schönheiten wie dem aktiven Vulkan Ol Doinyo Lengai (was übersetzt „Der Berg Gottes“ bedeutet), dem flimmernden Lake Natron, dem zerfurchten Ostafrikanische Grabenbruch und den endlosen Sand- und Steinwüsten.

GUT ZU WISSEN

Lake Natron als idealer Lebensraum für Zwergflamingos

Zu Füßen des Kegelberges Ol Doinyo Lengai liegt in einer trockenen, staubigen Geröllwüste der seichte, sodahaltige Lake Natron.

Er verfügt nur über wenige Zuflüsse und keinen einzigen Abfluss. Während und nach den Regenzeiten speisen die Flüsse aus dem Ngorongoro-Hochland und den Hügeln der Crater Highlands den See. Deshalb schwankt dessen Fläche zwischen über 1000 km² am Ende der Regenzeit und wenigen Quadratkilometern gegen Ende der Trockenzeit.

Für die rosarote Färbung des Sees, die nur saisonal sichtbar ist, zeichnen einzellige Algen, die Spirulinas, verantwortlich. Diese mit Purpurbakterien versetzten Algen sorgen nicht nur für die partielle Kolorierung des Sees, sondern auch für die charakteristische Färbung der Zwergflamingos, deren natürliches Habitat dieses ansonsten lebensfeindliche Milieu bildet.

An die 2 Millionen Zwergflamingos halten sich zur Hochsaison am See auf.

Hier können die Vögel ohne Angst vor ihren Jägern nisten und brüten. Der Lake Natron zählt deshalb zu den weltgrößten Brutgebieten für Zwergflamingos. Die eleganten Tiere filtern das Wasser durch ihren siebähnlichen Schnabel und sammeln so die darin enthaltenen Algen.

Besteigung des Ol Doinyo Lengai

Unweit vom See liegt der perfekt kegelförmige heilige Berg der Maasai, der Ol Doinyo Lengai (2960 m).

Seit den letzten Ausbrüchen des Ol Doinyo Lengai im Jahr 2010 werden für die Besteigung zwei neue Routen angeboten. Auf der Nordroute beginnt der Aufstieg um Mitternacht, den Sonnenuntergang erlebt man am Gipfel und ist zu Mittag wieder im Camp. Auf der Süd-Ost-Route geht´s am Nachmittag los, man campiert im Südkrater und steigt am nächsten Morgen wieder ab.

Das Panorama verschlägt einem oben angekommen fast die Sprache: im Westen liegen die zerfurchten, grünen Ausläufer der Ngorongoro Highlands, im Nordwesten die Serengeti; im Norden blickt man weit bis nach Kenia in die Maasai Mara und im Osten glitzert die Wasserfläche des Lake Natron.

Abgelegen, untouristisch, doch absolut faszinierend

Die Autofahrt an den Lake Natron ist zugegebenermaßen unbequem, staubig und langwierig (momentan ca. 2,5–3 Std. ab Mto wa Mbu). Doch die Strapazen lohnen sich, denn in seiner Kargheit und bizarren Schönheit berührt der Anblick dieses ganz speziellen Landstrichs seine Besucher.

Hierher fährt man nicht, um die Big Five zu sehen, sondern um jenes Tansania abseits der gut vermarkteten und polierten Glanzlichter kennenzulernen. Dieses Tansania ist anders, echter, unbequemer, trostloser und ein Stück weit herzzerreißend. Die Pisten spotten jeder Beschreibung, es gibt keinen Strom und kein Wasser. Die Kinder gehen meist nicht in die Schule, weil es keine Lehrer gibt, die in dieser Abgeschiedenheit leben möchten. Was die medizinische Versorgung der Maasai anbelangt, so ist diese zum Weinen.

Aber auch das ist Tansania. Nicht umsonst gilt das Land als eines der ärmsten Entwicklungsgebiete der Welt. Wer hierher fährt, verlässt die mit guter Infrastruktur gesegneten Touristenrouten. Stattdessen erlebt man ein Tansania abseits von Klischee und Weichzeichner.

LAKE NATRON REISEFÜHRER

  • Wer untouristische Wildnis abseits der Touristenrouten des Northern Circuit sucht, wird sich hier wohlfühlen. Nach all den touristischen Highlights bedeuten ein paar Tage am wenig besuchten Lake Natron ein wohltuendes Kontrastprogramm.
  • Je nach Saison (Juli bis Oktober) leben über 2 Millionen Zwergflamingos im Gebiet.
  • Das Gebiet sagt Besuchern zu, die Gefallen an bizarren, faszinierenden Vulkanlandschaften und außergewöhnlichem Naturerlebnis finden.
  • Wer einer malerischen, wenngleich sehr langen Fahrt (7-8 Stunden) nicht abgeneigt ist, kann die Serengeti via Alternativ-Route über den Lake Natron erreichen.
  • Ein Besuch hier bedeutet eine gute Gelegenheit, die Lebensweise der Maasai Während die Maasai-Dörfer entlang der Straße in die Serengeti vom Touristenboom teilweise schon zu sehr verwöhnt sind, haben die Maasai am Lake Natron wenig mit den weißen Fremden zu tun.
  • Besucher, die das Ungewöhnliche und das Abenteuer suchen und mit weniger Komfort auskommen, werden sich am Lake Natron wohl fühlen.
  • Hier kann man gut verschnaufen und Ruhe in die Safari bringen, bevor es zum Höhepunkt der Tansania-Reise geht.

Mögliche Aktivitäten

  • Pirschfahrten zu den Flamingos
  • Walking Safaris zu den Flamingos
  • leichte Tageswanderungen am Lake Natron
  • Besteigung des Ol Doinyo Lengai
  • Crater Highlands Trekking
  • Kulturtourismus mit Maasai, u. a. Dorfbesuche, Besichtigung einer Boma, etc.
  • Exkursionen zu Wasserfällen, Fluss-Pools und anderen Natursehenswürdigkeiten
  • Sunset Picknicks, Busch-Dinners, etc.
  • Für Leute, die die Big Five abhaken wollen.
  • Für jene, die in einer Kurz-Safari die spektakulärsten Highlights besuchen wollen, dafür sind Serengeti und Ngorongoro Crater besser geeignet.
  • Für jene, die an Kulturtourismus oder ungewöhnlichen Landschaften wenig Interesse haben.
  • Für jene, die Probleme mit Bandscheiben, Rücken o. ä. haben.
  • Für jene, die langen, staubigen Fahrten auf Rumpelpisten abgeneigt sind.
  • Für jene, die Hitze nicht gut aushalten

Safari-Insider-Tipp: Bleiben Sie mindestens zwei Nächte am Lake Natron! Nur dann lohnt sich die lange, staubige und vor allem holprige Anreise.

Per Fahrzeug über eine Sand- und Schotterpiste via Mto wa Mbu. Mit dem Fahrzeug dauert die Anfahrt 2,5–3 Std. ab dem Highway. Je nach Saison und Pisteninstandhaltung kann die Fahrt sogar wesentlich länger dauern.

Die Maasai-Gemeinschaft hebt für das Natron Nature Reserve eine Reihe von Gebühren ein.

In den Trockenmonaten von Juli bis Oktober.
Es stehen ein paar einfachere Camps sowie saisonal Luxus-Camps zur Verfügung.

Meine Lieblingscamps von A bis Z sind:

  • Halisi Natron Camp $$
  • Lake Natron Tented Camp (aka Ngare Sero Camp) $$$

Standard:  nach dem Lake Manyara auf dem Weg in die Serengeti oder auf der Rückfahrt nach Arusha.

Kreativ: Zufahrt in die Serengeti über eine alternative (lange und holprige) Piste (über das Kleins Gate). Achtung: Nur empfehlenswert, sofern Sie keine Bandscheiben- oder Rückenbeschwerden haben!

Sie wollen den Natron in Ihren Reiseverlauf integrieren oder den Ol Doinyo Lengai besteigen?

Schicken Sie mir Ihre Anfrage!