Lake Manyara National Park

Bequem zwischen Arusha und dem Ngorongoro Crater gelegen, bleibt der flächenmäßig kleine Park vor allem wegen seiner Szenerien in bester Erinnerung. Malerisch liegt der Manyara-See dem imposanten Ostafrikanischen Grabenbruch sprichwörtlich zu Füßen. Im immergrünen Grundwasserwald fühlen sich vor allem Elefanten besonders wohl.

GUT ZU WISSEN

Leicht erreichbar

Etwa 2,5–3 Stunden nordwestlich von Arusha liegt der Nationalpark direkt am Highway. Er ist nach dem Tarangire der zweite Park, den man auf dem Weg zum Ngorongoro Crater und der Serengeti passiert. Weil bei relativ geringem Fahrtaufwand lohnenswerte Safaris möglich sind, wird er gerne besucht.

Der schnelle Zugang zum Park ist zugleich seine größte Schwäche: Von Wildnis oder ruhigem Naturerleben ist in gewissen Monaten besonders im nördlichen Sektor keine Spur. Stattdessen tummeln sich hier viele Fahrzeuge und laute, unsensible Touristen.

Klein, aber fein

Der Park befindet sich am westlichen Ufer des Manyara-Sees auf etwa 1000 m Höhe, unterhalb der Bruchstufe des wunderbaren Ostafrikanischen Grabenbruchs. Die Pisten sind meist in sehr gutem Zustand. Ein Besuch lohnt sich, da die abwechslungsreiche Landschaft, der rechts aufragende Grabenbruch und die vielfältige Tierwelt für Abwechslung sorgen.

Interessante Szenerien

Schon 30 Minuten vor dem Gate lässt sich erahnen, welch landschaftliche Schönheit die Besucher erwartet: In der Ferne ist der aufragende Ostafrikanische Grabenbruch zu erkennen, der Manyara-See glitzert und davor überziehen saftig grüne Teppiche den Boden. Noch bevor sich der Highway den Grabenbruch hinaufschraubt, zweigt man links in den Manyara-Park ab.

Der gesamte Park liegt unterhalb der Bruchstufe; Besucher haben den Grabenbruch also ständig im Blick. Zuerst fahren sie durch dichten Grundwasserwald, der permanent ganzjährig vom unterirdisch liegenden Wasser genährt wird. Dementsprechend dick und saftig ist die Vegetation, u. a. gedeihen hier Mahagonibäume, Euphorbiengewächse, Maulbeerfeigen-Bäume und Fieberakazien.

Hinter dem Grundwasserwald lichtet sich die Vegetation. Links eröffnet sich der See mit dem alkalinen Grasland und dem sodahaltigen, also alkalischen Lake Manyara.

Weiter südlich lichtet sich das Dickicht, denn da beginnt die für Ostafrika typischere, teilweise sehr trockene Baum- und Strauchsavanne mit Schirmakazien, Leberwurstbäumen, Baobab-Bäumen und ähnlichen Gewächsen.

Der Namensgeber: Der Lake Manyara

Nicht ahnend, dass es sich um den Lake Manyara handelt, haben bereits viele Fernsehzuschauer und Kinobesucher mit dem See Bekanntschaft gemacht. Die Filmszene aus Jenseits von Afrika, in der Robert Redford mit Meryl Streep im Flugzeug durch einen Flamingoschwarm fliegt, wurde nämlich hier gedreht.

Zwei Drittel des gesamten Parkareals nimmt der leicht alkalische See ein, wobei seine Größe je nach Jahreszeit variiert. Während der Trockenzeit, zwischen Juni und September, ist er fast ausgetrocknet, Tiere können ihn mit Leichtigkeit durchwaten. Ein ganz anderes Bild bietet sich während der Regenzeit im März oder April: In dieser Zeit steigt der Wasserpegel stark an. Die Bäche können zu reißenden Wasserläufen werden, die mitunter nicht mehr passierbar sind.

In manchen Monaten große Elefantenherden

Der Grundwasserwald bietet ein wahres Festessen für die Elefanten. Der Lake Manyara National Park gilt deswegen besonders von Dezember bis Mai als Elefanten-Hotspot, weil rieisge Herden vor der vom Regen aufgeweichten Black-Cotton-Soil des Tarangire National Park fliehen.

Es gelingt den Rangern gut, im Park die Elefantenwilderei zu kontrollieren, da es praktisch keine Fluchtwege für die Wilderer gibt. Auf der einen Seite behindert der Ostafrikanische Grabenbruch, auf der anderen Seite der Lake Manyara die Wilderer.

Was den Elefanten mehr zu schaffen macht als die Wilderei, ist der Bevölkerungsdruck des angrenzenden Dorfes Mto wa Mbu. Wo vor einigen Jahren nicht mehr als ein paar Häuser standen, reichen die Siedlungen im Westen heutzutage bis zur Parkgrenze, dem Seeufer. Elefanten fühlen sich dadurch bedroht und suchen andere Gebiete.

Bekannt für Baumlöwen, aber…

Bekannt machten den Park seine Baumlöwen. Ihr atypisches Verhalten, auf Ästen zu lauern, hat unterschiedliche Gründe.

Zum einen bietet die erhöhte Lage Schutz, z. B. in der Regenzeit vor lästigen Insekten im Gras oder angriffslustigen Büffeln. Bis in die 1970er-Jahre existierten große Büffelherden im Manyara-Park. Speziell weibliche Löwen gehen in die Bäume, u. a. wenn es der Nachwuchs zu bunt treibt.

In den letzten Jahren ist die Sichtung der Baumlöwen generell zurückgegangen. Doch insbesondere in nassen Monaten stehen die Chancen gut, Löwen auf Ästen ruhen zu sehen.

In Wahrheit kann man Baumlöwen in anderen Gebieten ebenso beobachten, nicht nur im Manyara National Park. Das atypische Verhalten ist weniger eine regionale als vielmehr eine saisonale Besonderheit.

Vögel, Paviane, Antilopen und mehr

An die 400 Vogelarten hat man gezählt, darunter Zwergflamingos, Watvögel, Seiden- und Silberreiher, Pelikane, Ibisse, Afrikanische Löffler, Störche (Afrikanischer Nimmersatt), Kormorane, Nilgänse sowie die auffälligen Nashornvögel oder seltene Kräuselhaubenperlhühner.

Besonders viele Raubvögel können beobachtet werden, u. a. Sperbergeier, Palmgeier, unterschiedliche Adler wie Kaffernadler, Kronenadler oder Kampfadler, sowie Schmutzgeier oder Wanderfalken.

Während und kurz nach der Regenzeit, wenn der See viel Wasser führt, ist er Treffpunkt großer Flamingoschwärme, die hier aber nicht brüten.Das tun sie am Lake Natron).

Im nördlichen Sektor leben große Anubispavian-Familien, die sich schon so sehr an die Menschen gewöhnt haben, dass sie in Autos einsteigen oder das Lunch-Paket stibitzen. Die quirligen, bräunlich-grünen olive baboons sind lustig anzusehende Gesellen, wenn sie herumtollen und sich gegenseitig necken. Es ist vergnüglich, ihnen beim Spielen zuzusehen!

Safari-Insider-Tipp: Ich empfehle meinen Kunden gerne, 2 Nächte am Lake Manyara zu bleiben. Ein Tag wird im Park verbracht, am 2. Tag können Besucher relaxen oder diverse Kulturtourismusprogramme besuchen. Das entschleunigt die Safari und verstärkt das Gefühl, richtig in Tansania angekommen zu sein.

LAKE MANYARA NATIONAL PARK REISEFÜHRER

  • Als Appetithappen für die Serengeti
  • Ein Muss ist der Park für Reisende, die Interesse an vielfältiger Szenerie und Landschaften haben.
  • Als Lückenfüller, wenn man ein paar überschüssige Stunden Zeit hat
  • Große Elefantenherden (von Juli bis Dezember)
  • Baumlöwen (in den feuchteren Monaten)
  • Vögel, z. B. in den europäischen Wintermonaten
  • Der Park ist ideal für Mini-Safaris, z. B. nach der Kilimanjaro-Besteigung oder wenn man nur für wenige Nächte auf Safari gehen möchte, weil die Anfahrt kurz und schmerzlos ist.
  • Für Familien mit kleineren Kindern ist der Park ideal zum Einstieg: Sowohl im Park als auch vom nahe gelegenen Dorf zum Park sind die Distanzen recht kurz. Die Kinder gewöhnen sich an die Pisten und im kleinflächigen Park können mehr Pausen gemacht werden. Im Notfall kann man für eine Pause sogar zurück ins Camp fahren.

Mögliche Aktivitäten

  • Pirschfahrten (Game Drives)
  • Vogel-Safaris (Birding Safaris)
  • Nachtpirschfahrten (Night Drives)
  • Kulturtouren im benachbarten Dorf Ort Mto wa Mbu
  • Walking Safaris
  • Für Besucher, die abgeschiedene Wildnis und ewig weites Land suchen.
  • Für Besucher, die abseits der Touristenpfade wandeln möchten. Das große Verkehrsaufkommen durch die bequeme Lage an der Straße in die Serengeti ist einer der Nachteile des Parks (insbesondere in den Hochsaisonmonaten).

 

Lage: 3 Std. Autofahrt westlich von Arusha.

Anreise: Per Geländewagen auf einer gut ausgebauten Teerstraße. Die Anreise per Flugzeug zum Manyara Airstrip ist uninteressant, da der Park ohnehin auf einer guten Teerstraße liegt und bequem zu erreichen ist.

Der Park ist einer von wenigen, der das ganze Jahr über gut zu besuchen ist, aber tendenziell sind mehr Tiere von Juli bis Dezember zu sehen.

Bis zum Endabash River ist die Piste ganzjährig befahrbar, der Fluss kann aber nur in der Trockenzeit überquert werden.

Von November bis Juni ist der Park ideal für die Vogelbeobachtung.

Auf dem Papier existieren jede Menge Unterkünfte in Mto wa Mbu, dem Dorf direkt am Gate, sowie in den umliegenden Gebieten. Allerdings operieren die wenigsten wirklich mit westlichem Standard oder sind für den Standard, den sie bieten, überteuert.

Meine Lieblingscamps liegen alle außerhalb von Mto wa Mbu mit wunderbarem Blick auf den Lake Manyara:

  • Isoitok Tented Camp $$
  • Kirurumu Manyara Tented Camp $$-$$$
  • Manyara Ranch $$$$
  • Wayo Manyara Green Camp $$$
  • Chem Chem Lodge $$$$$

Safari-Insider-Tipp: Wenn es Ihr Budget erlaubt, empfehle ich Ihnen, im Park zu nächtigen. Hier kann man gut und gerne 2, 3 Nächte verbringen!

Standard: typischerweise auf dem Weg in den Krater und die Serengeti

Kreativ: Zufahrt über die Piste nach Mbulu und das südlich Gate, was aber nur Sinn macht, wenn man in den Camps im Park nächtigt (oder Fly Camping macht)

Sie wollen den Lake Manyara National Park in Ihren Reiseverlauf integrieren oder den Park mit Kulturtourismus-Aktivitäten kombinieren?

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