Lake Eyasi

Der in Regenzeiten bis zu 70 km lange Lake Eyasi in der beeindruckenden Naturkulisse des Great Rift Valley, das in der Trockenzeit fast ganz austrocknet, hat für Tansania insofern Bedeutung, als dass hier das Volk der Hadzabe lebt. Bekannt sind die Hadzabe vor allem, weil sie als letzte echte Sammler und Jäger Tansanias gelten. Die kleine Gruppe von Buschmännern jagt noch mit Pfeil und Bogen, sammelt Früchte und gestaltet ihren Alltag wie im Steinzeitalter.

GUT ZU WISSEN

Landschaften, die atemlos machen

Eine Stunde Autofahrt westlich von Karatu liegt der größte der leicht alkalischen Great-Rift-Valley-Seen.

Vorrangig reisen hierher Besucher, die reizvolle Landschaften erleben wollen. Die Tierbeobachtung hingegen spielt keine Rolle. Der Lake Eyasi und seine Kulisse eignen sich bestens dafür, zwischen oder nach einer Safari zwei Nächte zu verschnaufen, das Erlebte wirken zu lassen und sich an der Naturszenerie zu erfreuen.

Kulturtourismus mit den Hadzabe

Die Buschmänner der Hadzabe leben noch heute als Jäger und Sammler. Traditionell kamen sie ohne Geld, Religion, Verhaltensregeln oder Zeitmessung aus. Sie überlebten durch Jagen oder Sammeln von Honig und Früchten, die sie zur Not im Dorf gegen Nahrungsmittel oder Gebrauchsgegenstände tauschten. Der Bevölkerungsdruck der letzten Jahre hat das Jagdgebiet der Hadzabe massiv eingeschränkt.

Einige Familienverbände, besonders in der Nähe des Dorfes Man‘gola, haben sich den Touristen geöffnet, nehmen diese mit auf die Jagd und verkaufen ihnen Souvenirs.

Wer sich unwohl mit so einer Art von Kulturtourismus fühlt, kann trotz anders lautender Behauptungen beruhigt sein.

Das Besucher-Interesse an ihnen hat den Hadzabe in den lokalen Gemeinschaften viel Ansehen und eine Steigerung ihres Status´ gebracht. Wenn Touristen von weit her anreisen, um die Buschmänner zu sehen, können sie ja so primitiv und minderwertig nicht sein. Man nimmt die Hadzabe plötzlich ernst, bezieht sie in politische Entscheidungen ein und stellt ihnen sogar neuen Lebensraum zur Verfügung.

Die Familien, die am Tourismus partizipieren möchten, siedeln freiwillig in der Nähe des Dorfes. Andere Familienverbände, die keine Interaktion wünschen, ziehen sich weit ins Hinterland zurück und wollen von westlichen Errungenschaften nichts wissen. Ihr Wunsch ist zu respektieren.

Wohltuend untouristisch

Nur wenige Touristen haben zwischen Serengeti, Ngorongoro Crater und Sansibar Zeit für den Lake Eyasi. Jene, die sich die Zeit nehmen, kommen ins Schwärmen. Die Landschaft, die Weite, die Wildheit, die Reduktion aufs Wesentliche und schließlich dieses Leben der Menschen, wie wir es uns im Westen gar nicht mehr vorstellen können, lassen keinen Besucher kalt.

Safari-Insider-Tipp: Bleiben Sie mindestens zwei Nächte am Lake Eyasi! Nur dann können Sie die Magie des Ortes fühlen.

LAKE EYASI REISEFÜHRER

  • Wer untouristische Wildnis abseits der Besucherrouten des Northern Circuit sucht, wird sich hier wohlfühlen. Nach all den touristischen Highlights sind ein paar Tage am wenig besuchten Lake Eyasi ein wohltuendes Kontrastprogramm.
  • Das Gebiet fasziniert Leute, die Gefallen an außergewöhnlichen Naturlandschaften finden.
  • Wer echtes Interesse an den Buschmännern hat, erlebt einen Halbtag mit einer Gruppe von Jägern im Busch auf der Jagd nach Hasen, Vögeln und anderen Kleintieren.
  • Man kann hier gut verschnaufen und Ruhe in die Safari einfließen lassen, bevor es zum Höhepunkt der Tansania-Reise geht.
  • Wenn nach all den ereignisreichen Höhepunkten (Serengeti, Ngorongoro Crater) ein paar gemütlichere Tage angebracht sind, ist der Lake Eyasi optimal.

Mögliche Aktivitäten

  • Leichte Tageswanderungen
  • Jagen mit den Hadzabe-Buschmännern
  • Kulturtouren und Ausflüge in die Dörfer
  • Faulenzen am Pool
  • Spaziergänge
  • Für Leute, die ausschließlich Wildtiere beobachten möchten.
  • Für jene, die in einer Kurz-Safari die spektakulärsten Highlights besuchen wollen; dafür sind Serengeti und Ngorongoro Crater besser geeignet.
  • Für jene, die sich bei Kulturtourismus unwohl fühlen.
  • Für jene, die Hitze (nur Dezember bis März) nicht gut aushalten.

 

Anreise: Ausnahmslos in der Trockenzeit per Geländewagen.

Lage: Südwestlich des Ngorongoro Crater, 50 km westlich von Karatu.

In den Trockenmonaten von Juli bis Februar.
Es stehen nur wenige Unterkünfte zur Verfügung, wobei ich ausschließlich eines der Camps aus vollem Herzen empfehlen kann:

  • Kisima Ngeda Camp $$$
Standard:  nach dem Lake Manyara auf dem Weg in die Serengeti oder auf der Rückfahrt nach Arusha.

Sie wollen den Lake Eyasi in Ihren Reiseverlauf integrieren oder haben Interesse an Begegnungen mit den Hadzabe?

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