Kilwa

Einst in aller Munde, heute von Gott und der Welt vergessen – so in etwa lässt sich das Schicksal von Kilwa zusammenfassen. Schade eigentlich, dass nur wenig Besucher an den ruhigen Stränden ausspannen, die bedeutsamen Ruinen besuchen und mit den freundlichen Menschen ins Gespräch kommen.

GUT ZU WISSEN

Einst mächtigste Stadt der Swahili-Küste

Erste schriftliche Erwähnungen in Ägypten deuten darauf hin, dass Kilwa (Kisiwani, z. Dt. Kilwa auf der Insel) bereits im 1. Jh. n. Chr. eine bedeutende Handelsstadt war. Spätere Chroniken, z. B. aus dem Jahr 957 n. Chr., untermauern diese Berichte. Gold und Elfenbein, Zölle und Einnahmen aus dem Schiffsbau sowie Silber, Perlen, Parfums, persische Keramik und chinesisches Porzellan verhalfen Kilwa zu Reichtum und politischem Einfluss. Vom 13. bis ins 16. Jh. wird die Blütezeit vermutet. Historiker gehen davon aus, dass Kilwa zu dieser Zeit die mächtigste Stadt der Swahili-Küste war. Selbst eigene Münzen wurden in Kilwa geprägt..

Ein geführter Rundgang auf der Insel Kilwa Kisiwani macht ihre einstige Bedeutung auf beeindruckende Art und Weise sichtbar.

Die portugiesischen Seefahrer und Kolonialisten schafften es, diesen florierenden Wohlstand binnen kürzester Zeit auszubeuten und zum Erliegen zu bringen. Kilwa erholte sich davon nicht mehr und fiel den Omanis in die Hände. Unter ihrer Herrschaft blühte die Stadt kurzfristig auf, kam aber nie wieder an den Glanz alter Tage heran.

Eindrucksvolle Ruinen, alte Palastbauten der Sultane, große und kleine Moscheen und ein imposantes Fort erinnern heute an die geschichtlichen Verirrungen dieser Handelsmetropole. Von der UNESCO wurde sie zum Weltkulturerbe ernannt.

Kilwa heute

Inzwischen können Besucher den einstigen Glanz lediglich erahnen, wenn sie die vorgelagerte Insel besichtigen.

Die Boote für die Besichtigung starten in Kilwa Masoko, einem verschlafenen Swahili-Dorf an der Küste einer Art Halbinsel. Kilwa Masoko fungiert als Versorgungszentrum mit Unterkünften, Lebensmittelgeschäften und Tankstellen.

Vollkommen untouristisch

Durch die Öl- und Gasfunde an der Küste sowie den nun vollständig ausgebauten Highway erhoffte sich Kilwa Masoko einen spürbaren Aufschwung. Neue Hotels und Gästehäuser wurden gebaut. Man erwartete Touristen, Geschäftsleute, Angestellte der Ölfirmen sowie die Wochenendausflügler von Dar es Salaam.

Noch lässt der lukrative Tourismus auf sich warten. Wohl auch deshalb, weil die Anbindung an eine Safari mühsam ist, hochwertigen Unterkünfte fehlen und die Strände zwar recht akzeptabel sind, ihnen jedoch das tropisch-romantische Flair von Sansibar fehlt. Freizügiges Baden und Sonnenliegen sind nicht überall möglich. In Dorfnähe müssen Besucher darauf achten, die muslimischen Sitten nicht zu verletzen.

Safari-Insider-Tipp! Als Alternative zu Sansibar oder anderen Stränden bietet sich Kilwa vor allem für jene an, die mit dem Fahrzeug vom Selous kommen.

KILWA REISEFÜHRER

  • Urlauber, die bewusst Orte abseits der gut besuchten Touristenpfade suchen, sind hier genau richtig.
  • Kilwa lässt sich in unkonventionelle Routen in Kombination mit dem Selous Game Reserve einbauen.
  • Urlauber mit Interesse an Geschichte haben allerhand zu entdecken.
  • Das Lokalkolorit und die landestypischen Gegebenheiten

Aktivitäten

  • Exkursionen
  • Sonnenbaden und Schwimmen
  • Schnorcheln
  • Boot-Safaris mit Vogelbeobachtung
  • Hochseeangeln
  • … für Sonnenanbeter, die unbedingt an jedem Strandabschnitt im Indischen Ozean baden wollen.
  • …für Gäste, die Unterkünfte auf internationalem Niveau suchen.
  • …für Leute, die nicht unbedingt abseits der Mainstream-Routen reisen wollen.
  • …für Leute, die geschichtlich unbedarft sind.

Anreise per Flugzeug: Am bequemsten ist die Anreise per Propellerflugzeug. Allerdings ändern sich die Flugverbindungen häufig.

Anreise per Fahrzeug: Seit der Fertigstellung des Coastal Highway ist Kilwa binnen 5 Stunden ab Dar es Salaam erreichbar. Vom Selous Game Reserve führt eine Sandpiste bis Kibiti, wo man auf den Highway fährt und sich gen Süden hält. Die Anfahrt dauert ca. 6 – 7 Stunden.

Lage: Am Indischen Ozean, ca. 320 km südlich von Dar es Salaam. 

Wer sich für Kulturtourismus und Ruinenbesichtigungen interessiert, kann in den windigen und kühlen Wintermonaten Juni bis September reisen.

Zum Sonnenbaden, Schwimmen und Tauchen hingegen eignen sich die windstillen heißen Monate Oktober bis Februar besser.

Ab März regnet es, allerdings nicht durchgehend. Die unangenehme Regenzeit dauert maximal die beiden Monate April und Mai.

Meine Lieblingsunterkunft in Kilwa ist:
  • Kimbilio Lodge $$
Standard: typischerweise Kombination mit Dar es Salaam, neuerdings auch mit Fanjove Island.

Kreativ: Anreise aus dem Selous Game Reserve. Weiterfahrt nach Dar es Salaam oder Weiterflug nach Mafia Island, Fanjove Island, Sansibar oder Dar es Salaam.

Sind Sie an ostafrikanischer Geschichte im Allgemeinen interessiert oder suchen Sie eine ausgefallene Reiseroute?

Ich freue mich über Ihre Anfrage!