Kilimanjaro National Park

Weithin über das unendliche Buschland erhebt sich das „Dach Afrikas“, der 5895 m hohe Kilimanjaro. Er ist mit Sicherheit ein Höhepunkt einer Ostafrika-Reise, egal ob man ihn nun besteigt oder einfach aus der Ferne betrachtet.

Zwischen 6 und 9 Tage dauert eine Besteigung, die man ein Lebtag‘ nie mehr vergessen wird.

GUT ZU WISSEN

Berg der Superlativen

Der Kilimanjaro ist ein Berg der Superlativen: der höchste Gipfel Afrikas, der höchste frei stehende Berg der Erde, der auch noch bestiegen werden kann, und einer der größten Vulkane weltweit. Allein die Ausdehnung der Ausläufer beträgt an die 70 km!

Bei klarer Sicht (meist morgens und abends vor Sonnenuntergang) ist die beeindruckende Bergformation schon von weitem zu sehen. Auch von oben, aus der Vogelperspektive, sind die Vulkankrater und die Schneekappe immer wieder ein Erlebnis.

Drei Gipfel

Bei näherer Betrachtung erkennt man deutlich, dass die Spitze aus drei Gipfeln besteht, die alle auf vulkanische Aktivitäten im Ostafrikanischen Grabenbruch zurückgehen.

Der westlichste Gipfel ist der 3962 m hohe Shira. Im Osten zieht das gezackte Profil des Mawenzi mit dem Hans-Meyer-Peak (5149 m), der nur echten Bergsteigerprofis vorbehalten ist, das Augenmerk auf sich. Im Zentrum – umgeben von ewigem Eis – ragt der Gipfel des Kibo (5895 m) heraus, dessen höchster Punkt übrigens Uhuru Peak („Freiheitsgipfel“) genannt wird.

Faszinierende Vegetation, Lebensraum vieler Tiere

Der Kilimanjaro ist für seine vielfältigen Vegetationszonen bekannt, die von dichtem Regenurwald in den Ausläufern über afro-alpines Grasland über 3000 m – das sind Hochmoorlandschaften mit meterhohen Erikas, Senezien und Lobelien – bis hin zu Moosen und Flechten reichen.

Der Kilimanjaro ist aber nicht nur Berg und Pflanzenraum allein, sondern auch Heimat vieler Tiere, u. a. von Elefanten, Büffeln, Elenantilopen, Ducker, Leoparden oder Pavianen. In den dichten Regenwäldern leben auch hunderte Vogelarten.

Zahlreiche Besteigungsrouten

Viele wollen den Kilimanjaro bezwingen, doch es müssen ja nicht immer die überlasteten Besteigungsrouten wie Marangu- oder die Machame-Route sein. Die Dauer der Besteigungen reicht von 5 und 6 Nächten bis hin zu 8 Nächten am Berg und mehr.

Alle Routen haben ihre Vor- und Nachteile, doch Fakt ist – je länger eine Besteigung dauert, desto weniger Probleme sind mit der Höhenkrankheit zu erwarten.

Statistisch gesehen sind über 150 Menschen täglich am Berg. Vermutlich erreichen nur etwa 40 % auch tatsächlich den Uhuru-Peak – wobei die Erfolgsquote bei den Frauen übrigens weitaus höher liegt als bei den Männern.

Rongai-Route

Von den kürzeren 6-Tages-Routen bevorzuge ich die Rongai Route. Es ist die einzige Route, die den Mount Kilimanjaro von Nordwesten her aufrollt.

Durch die längere Anreise und eine zusätzliche Nacht in Marangu wird diese Route von den typischen Low-Budget-Besteigungen nicht in Betracht gezogen, weil sie dadurch teurer als die anderen 6-Tages-Treks (Marangu, Machame) ist.

Dadurch ist sie weit weniger überlaufen, wird häufig für Privat-Besteigungen verwendet und die Gruppen sind üblicherweise kleiner.

Von Vorteil ist, dass die nordwestliche Seite des Kilimanjaro wetterbegünstigt und trockener ist, d.h. häufig besticht diese Seite mit klareren Verhältnissen, sogar in den Übergangsmonaten (von Trocken- auf Regenzeit).

Lemosho/Shira-Route

Die beiden Routen erreichen den Gipfel von Westen her. Sie starten beide von unterschiedlichen Startpunkten aus, vereinen sich aber weiter oben.

Die beiden Routen sind weit weniger begangen als die 6-Tages-Routen, üblicherweisen dauern die Treks hier 7 – 9 Tage.

Auch hier fallen die üblichen Low-Budget-Besteigungen aus – wegen der längeren Anfahrt, der Nächtigung zuvor in Arusha oder der West Kilimanjaro Area, sowie des längeren Aufenthalts am Berg.

Die Organisation einer Besteigung

Der Kilimanjaro kann nur mittels organisierter Besteigung erklommen werden, d.h. es muss ein in Moshi oder Arusha ansässiges Unternehmen angeheuert werden, das die Organisation des Personals und der Ausrüstungsgegenstände übernimmt.

Die Qualität der vor Ort agierenden Agenturen reicht von haarsträubend schlecht über mittelmässig akzeptabel bis zu ausgezeichnet und fair.

Bei der Recherche für Ihre Kilimanjaro-Besteigung muss Ihnen bewusst sein: Jeder Bergsteiger, der am Berg spart, bringt sich selbst in Gefahr und unterstützt unprofessionell agierende, nicht als Kilimanjaro-Veranstalter registrierte Geschäftsmänner und Bergführer ohne Lizenzen.

Jede verlockend billige Besteigung hat mindestens einen Haken, in der Regel aber viele:

  • lausige Bezahlung der Crew (die dann die Differenz zum Normallohn durch unverschämte Trinkgeldforderungen bei den Gästen einfordert oder gar Diebstahl in Betracht zieht);
  • zu wenig Personal für den Trek;
  • die Crew muss per Daladala zum Gate fahren anstatt mit dem Wagen;
  • schlechte Kleidung und Ausrüstung für die Crew;
  • marode Ausrüstung für die Kunden, z. B. nicht wasserfeste Zelte und längst ausrangierte Ausrüstungsgegenstände;
  • viel zu wenige ausgewogene Mahlzeiten für alle Beteiligten;
  • unbezahlte Lizenzen als Tour Operator (immerhin ein paar Tausende US-Dollar pro Jahr);
  • Kunden, die am Gate ohne Bezahlung der Eintrittsgebühren vorbeigeschmuggelt werden;
  • schlecht ausgebildete Bergführer und Begleiter ohne Verantwortungsbewusstein oder Kameradschaftsgeist;
  • und vieles mehr.

Für Kilimanjaro-Besteigungen habe ich im Laufe meiner Jahre als Reiseveranstalter mit verschiedenen Qualitäts-Agenturen die besten Erfahrungen gemacht. Für Gruppentouren, Privat-Besteigungen und High-End-Besteigungen nutze ich je nach Anforderungen und Budget meiner Kunden unterschiedliche Partner-Agenturen in Arusha und Moshi.

Bei einer Besteigung werden viele Dinge auf den Berg getragen: Nahrungsmittel, Wasser, Zelte, Schlafsäcke, Klappsessel, Klapptische, diverse Ausrüstungsgegenstände und noch einiges mehr. Deswegen braucht es auch für eine Privat-Besteigung mit zwei Personen eine Crew, die aus 10 oder 12 Personen besteht, darunter ein Head Guide, ein Assistant Guide, ein Koch sowie zahlreiche Träger.

Bergsteiger fragen mich immer wieder, ob man die Kosten für die Besteigung denn nicht reduzieren könne, indem man das Gepäck selbst trägt. Die Antwort ist klar: Der Kilimanjaro-Tourismus ist für die Einheimischen in den allermeisten Fällen die einzige Möglichkeit, gutes Geld zu verdienen. D.h. jeder eingesparte Träger oder Guide bedeutet weniger Beitrag zur Armutsbekämpfung.

 KILIMANJARO REISEFÜHRER

Eine Besteigung ist – entgegen vieler Behauptungen der Katalogtexte von Pauschalreiseveranstaltern oder oberflächlichen Reiseführern – immer gefährlich.

  • Aus diesem Grund sind die Ground Handler in Tansania gut zu wählen. Safari-Insider arbeitet mit erfahrenen, lang gedienten und auf den Kilimanjaro spezialisierten Agenturen in Moshi und Arusha, je nachdem, welches Budget die Bergsteiger haben bzw. wie ausgefallen die Tour ist. Für Privat-Besteigungen nutze ich andere Partner als für Gruppenbesteigungen.
  • Bekannte Risiken sind u. a. die Höhenkrankheit. Weniger bekannt ist, dass die Kombination aus schlechtem Wetter und unprofessionellen, schlecht ausgebildeten Bergführern die Gefahr am Berg exponenziell ansteigen lässt.
  • Es gibt in Mitteleuropa keinen Berg, der Bergsteiger auf eine Höhe von knapp 6000 m vorbereiten kann. Aus diesem Grund besteht immer die Gefahr von Höhenkrankheit, außer man trainiert dafür im Kaukasus, in Tibet oder gar in Chile oder Peru. Fast jeder Bergsteiger erlebt leichte Symptome der Höhenkrankheit, aber nicht mehr als 1 % müssen notfallsevakuiert werden.

Auch wenn die Behörden oder die Safari-Veranstalter es nicht gern erwähnen, finden doch jedes Jahr an die zehn Personen am Kilimanjaro den Tod, weil sie den Berg unterschätzen – und sich selbst überschätzen. Häufig sind es ältere Männer, die u.a. an Herzinfarkten versterben.

  • Die Bergsteiger sollten mindestens 15, 16 Jahre alt sein, obwohl das Mindestalter laut Kilimanjaro-Regulationen 10 Jahre ist.
  • Grundsätzlich kann sich jede gesunde Person mit Ausdauer und Willenskraft am Kilimanjaro versuchen.
  • Die Kilimanjaro-Besteigung ist anstrengend und schweißtreibend. Deshalb ist eine gewissenhafte Vorbereitung (Ausdauertraining, Bergwanderungen, etc.) von Vorteil, die wenigstens sechs Monate vor der Abreise beginnen soll.
  • Ausdauertraining bereitet Muskulatur, Lungen und die Sauerstoffsättigung im Blut am besten auf das Bergabenteuer vor. Laufen, Radfahren oder Skilanglauf eignen sich besonders gut. An den Wochenenden können längere Bergwanderungen von 5–7 Std. mit leichtem Rucksack eingeplant werden, auch um die Trittsicherheit und das eigene Schritttempo zu schulen. Klettersteige oder schwieriges Terrain erhöhen das Vertrauen in das eigene Können.
  • Zwei oder drei Wochenenden vor der Abreise kann man sich an eine ausgedehnte Wanderung in größerer Höhe wagen.
  • Um auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt sich ein rechtzeitiger Fitness- und Gesundheitscheck bei einem kundigen Sportarzt.
  • Nicht nur gute körperliche Ausdauer, sondern auch die Wahl der passenden Jahreszeit entscheidet über gute Bedingungen am Berg und erhöht die Chancen darauf, den Gipfel zu erreichen.
  • Je ausgeruhter man ist und je höher das Hotel zu Beginn einer Kilimanjaro-Besteigung liegt, desto besser.
  • Planen Sie unbedingt mindestens einen vollen Tag Ruhe und Akklimatisierung vor dem Gipfelsturm ein.

Mögliche Aktivitäten

  • Bergwandern am Kilimanjaro
  • Tageswanderung bis zum Shira Plateau
  • leichte Tageswanderungen in den Foothills, z. B. in Machame oder Marangu
  • Kulturtourismus, z. B. in Machame oder Marangu

Tipp: Wenn es Ihr Budget erlaubt, gönnen Sie sich einen vollen Tag Ruhe nach dem Trek!

Anreise: Internationale Anreise über den Kilimanjaro International Airport. Ansonsten ausgezeichnete Anbindung an das Straßennetz, besonders zum Machame und Marangu Gate. Die restlichen Zugänge sind über teilweise abenteuerliche Pisten erreichbar.

Lage: Im Norden Tansanias, im Grenzgebiet zu Kenia (aber vollständig im Staatsgebiet von Tansania) und östlich von Arusha.

Nächstgelegene Stadt: Moshi
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Die klimatisch günstigsten Monate stellen Dezember bis März dar, da keine Niederschläge, gute Fernsicht und höhere Temperaturen am Berg vorherrschen. Diese Monate zählen aufgrund der guten Bedingungen zur absoluten Hauptsaison am Berg.

Die Monate Juni bis Ende Oktober bieten sich für alle jene Bergsteiger an, die Ruhe in den Bergen bevorzugen, da unerfahrenere Bergsteiger den Weg zum Gipfel scheuen. Es ist zwar am Berg kälter und der Weg zum Gipfel oft verschneit, doch das Wetter zeigt sich stabil und über 3000 m ist die Fernsicht kristallklar.

Bei der Besteigung campiert man in Zelten, außer auf der Marangu Route, da gibt es Hütten.
Standard: typischerweise nach der Ankunft Besteigung des Kilimanjaro, danach Safari und/oder Strand.

Kreativ I: Besteigung des Mount Meru vor dem Kilimanjaro als Akklimatisierungshilfe.

Kreativ II: Bergwandern in den Usambara-Bergen vor dem Kilimanjaro als Akklimatisierungshilfe.

Sie wollen den Kilimanjaro besteigen oder eine Tageswanderung in den Kilimanjaro National Park machen?

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