Katavi National Park

Unglaublich wild, unglaubliche Tiermassen, unglaublich schwierig, in einen Reiseverlauf einzuplanen – so kann der Katavi National Park auf den Punkt gebracht werden.

GUT ZU WISSEN

Wild und abgelegen

Ganz im Westen gelegen, eine Tagesreise vom Tamzam-Highway entfernt, bleibt trotz Ausbau der Verbindungsstraße das Flugzeug das einzige sinnvolle Verkehrsmittel, um in den Park zu gelangen (außer man ist als Individualtourist unterwegs und hat Wochen Zeit).

Von Dar es Salaam aus muss man erst mal westlich nach Mbeya fahren (eine Tagesreise), um dann via Tunduma in Richtung Norden abzuzweigen. Von da sind es noch einmal mindestens eine Tagesreise, mit etwas Pech sitzt man sogar noch 2 Tage im Fahrzeug.

Von Arusha oder Mwanza gibt es überhaupt keine sinnvolle Straßenverbindung.

Die Gegend hier ist so unberührt vom Tourismus, dass die Kinder sich noch nicht daran gewöhnt haben, mzungu (Weißer) durch die Dörfer zu brüllen und Touristen um Geld oder Süssigkeiten anzubetteln.

Es ist so abgelegen, dass trotz formidabler Tierbestände und bester Voraussetzungen für unvergessliche Safaris nur wenige Hundert Menschen den Park pro Jahr besuchen. Insbesondere die Distanzenund die damit verbunden erhöhten Kosten – bremsen den Besucherzustrom.

Ich selbst bekomme ein-, zweimal pro Monat Anfragen für den Katavi National Park, aber sobald ich die Kosten für einen Besuch auf den Tisch legen, nehmen fast alle Interessenten davon wieder Abstand.

Miombowald, Flussauen und Tiere en masse

Nach dem Ruaha National Park und der Serengeti gilt der Katavi als drittgrößter Park Tansanias (das Selous Game Reserve ist offiziell kein Park, sondern ein Wildreservat).

Der Großteil des Parks besteht aus dichten Miombo-Wäldern mit Laubgewächsen (brachystegia) sowie Gras- und Strauchsavanne.

Bei den Gebieten, die für die Tierbeobachtung von Interesse sind, handelt es sich um Überschwemmungsebenen und Flussauen. In den Regenmonaten von November bis Mai sind die Flächen komplett überschwemmt, aber in den Trockenzeiten (Juni bis Oktober) wandeln sie sich zu den besten Gebieten für die Tierbeobachtung – tausende Elefanten, große Giraffen-Herden, Zebras, Topi, Kuhantilopen ebenso wie Leoparden, Geparden und außergewöhnlich viele Löwen.

Beim Katavi National Park handelt es sich – wie auch in Sambia oder Botswana üblich – um einen Park, der ausschließlich in der Trockenzeit lohnenswert (und überhaupt passierbar) ist.

Flusspferde und Krokodile

Wenn man Fotos vom Katavi im Internet sucht, so findet man häufig welche von unglaublich großen Hippo-Gruppen, riesigen Büffelherden und Krokodilen.

Es gibt wohl nicht viele Parks in Afrika, die so sehr für ihre Flusspferde und Krokodile bekannt sind.

Während der Regenzeit dehnen sich die Wasserläufe auf viele Kilometer aus und nehmen weite Teile des Parks ein. In der Trockenzeit schrumpfen die Wasserreservoirs, nicht aber die Tiermengen…

Deshalb drängen sich alle Hippos in einige wenige, größere Wasserlöcher und füllen diese bis zum letzten Millimeter aus. Die schiere Menge an Hippos hat keinen Anfang und kein Ende, sie sind ineinander verwoben, grunzen, prusten, defilieren, zoffen sich um die nassesten Plätze mit ihren Kameraden.

Ähnlich geht es den Krokodilen, die in der Trockenzeit mit viel weniger Wasser auskommen müssen. Sie buddeln kleine Höhlen in die Flussufer und liegen nebeneinander, Kopf an Schwanz, Schwanz an Kopf. Ihr Leben ist in der Trockenzeit ebenso mühsam, wenig Wasser bedeutet viel weniger Futter.

Walking Safaris

Während in vielen anderen Nationalparks Fußsafaris nicht erlaubt sind, gewähren die Behörden den Camps im Katavi sehr viel Freiheit. Diese nützen die Gunst der Stunden und können ihren Gästen Walking Safaris anbieten – eine schöne, sinnliche Erfahrung zusätzlich zu den Pirschfahrten.

Ein komplett anderes Safari-Feeling als im Norden

Aus mehreren Gründen gestaltet sich die Tierbeobachtung im Katavi anders als im Norden.

  1. Es existiert nur eine Handvoll Camps, die klein und familiär sind. D.h. Selbst zu Spitzenzeiten (sofern es die überhaupt im Katavi gibt), befinden sich nicht mehr als 50 Menschen gleichzeitig im Park.
  2. Reiseveranstalter, die ihre Gäste in den Katavi schicken, sind immer ausgewiesene Afrika-Spezialisten. Die Gäste sind keine Afrika-Erstlinge, sind Kenner und Genießer, die der Natur mit Respekt und Demut entgegentreten.
  3. In den Katavi reisen hauptsächlich Leute, die schon vorher in Tansania waren, sich ausgiebig mit Tansania beschäftigt haben oder Leute, die bewusst auf den Safari-Rummel des Nordens verzichten wollen.
  4. Im Katavi entwickelt sich für Safaris eine andere Energie, und der Tag ist viel strukturierter. Während man in der Serengeti – so faszinierend und spektakulär sie auch ist – innerhalb von 2, 3 Tagen hinein- und wieder hinausfährt und möglichst viel Aktivitäten in den Tag packt, ist die Dynamik hier völlig anders: Man kommt an (meist nach einem unbequemen, holprigen Propellerflug), wird im Camp begrüsst, danach folgt ein leichtes Mittagessen oder ein Snack sowie eine Siesta. Frühestens um 15.30 Uhr beginnt die Abend-Pirsch. Am nächsten Tag am morgen folgen Morgen-Pirschfahrten oder gar eine Walking Safari, gefolgt von Frühstück (Brunch) und einer Ruhezeit bis 15 Uhr, die nur vom Mittagessen unterbrochen wird.

Alles ist gemächlicher, langsamer, ruhiger. Der Tag ist strukturiert, aber nicht überladen. Man bekommt ein besseres Gefühl für einen Ort, weil man meistens länger bleibt (3 – 4 Nächte Minimum) und hat auch Zeit zum Verschnaufen, zum Sacken lassen.

 KATAVI REISEFÜHRER

  • In den Ohren der Safari-Connaisseure und Busch-Fetischisten klingt Katavi wie das gelobte Land – aber nur für gut bestückte Reisekassen

Mögliche Aktivitäten

  • Pirschfahrten (Game Drives)
  • Fuß-Safaris (Walking Safaris)
  • Vogel-Safaris (Birding Safaris)
  • …wenn die großen Namen, wie Serengeti oder Ngorongoro Crater einen zu starken Reiz ausüben.
  • …wenn man möglichst viel von Tansania sehen möchte und daher den Straßentransfer bevorzugt. Dafür ist der Katavi nicht geeignet.
  • …für Safari im unteren Preis-Segment. Safaris im Katavi sind allein aufgrund der teuren Flüge, der noch teureren Camps und der längeren, empfohlenen Aufenthaltsdauer (um die hohen Transportkosten und die lange Anreise zu rechtfertigen) im hochpreisigen Segment.
  • …für Besucher mit Flugangst. Die Flüge von Arusha, Ruaha, Mbeya oder gar Dar es Salaam sind lang, ermüdend und mitunter nichts für schwache Nerven.
  • …für Last-Minute-Buchungen. Die besten Camps im Park sind während der Hauptsaison viele Monate im Vorhinein schon ausgebucht, mangels Alternativen.

Anreise: Einzig sinnvoll ist die Anreise per Propellerflugzeug, die aber dennoch beschwerlich sein kann (ab Dar 5 Stunden, ab Ruaha 2 Stunden und ab Arusha  4 Stunden).

Lage: Westliches Tansania.

Ohne Zweifel: Juni bis Oktober.

Ab Mai hören für gewöhnlich die Regenfälle auf, ab Juni verändert sich langsam das Gesicht der Savanne. Die Flüsse kehren in ihr Flussbett zurück und hinterlassen weite, fruchtbare Grassavannen. Langsam trocknen auch die Wasserlöcher im Hinterland aus und treiben die Tiere immer weiter in Flussnähe.

Je weiter fortgeschritten die Trockenzeit ist, desto aufregender wird die Tierbeobachtung.

Trotz der trocken-heißen Temperaturen können einige Stellen matschig bleiben, sodass Fahrzeuge immer wieder stecken bleiben, selbst in den Trockenmonaten.

Die besten Camps innerhalb der Parkgrenzen sind folgende:
  • Chada Katavi $$$$$
  • Katavi Wildlife Camp $$$$
  • Katuma Bush Lodge $$$$$
Standard: typischerweise Fly-in-Kombination mit Mahale Mountains National Park von Arusha aus, mit Charter-Flügen, die 2 x Woche nach Katavi fliegen.

Kreativ I: Fly-in-Kombination (ebenso Charter-Flüge) mit Ruaha National Park und Selous Game Reserve von Dar es Salaam aus.

Kreativ II: Fly-in-Kombination von Arusha aus, z. B. Besuch von Gebieten im Norden zuerst (West Kilimanjaro, Tarangire oder auch Manyara Ranch), danach Weiterflug in den Ruaha und weiter in den Katavi und eventuell noch Mahale Mountains (nur für Gäste mit ausreichendem Reisebudget machbar).

 

Sie wollen die Magie des Katavi National Park erleben oder abseits der üblichen Reiserouten in Tansania reisen?

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