Bagamoyo

Bagamoyo, direkt am Indischen Ozean gelegen, zählt neben Sansibar und Kilwa zu den geschichtsträchtigsten Orten Tansanias. In keiner anderen Stadt Ostafrikas liegen die Zeugnisse des Islams und der christlichen Missionierung, der Fremdherrschaft der Perser und Araber, des Sklavenhandels und der Sklaverei, der europäischen Entdecker wie Livingstone, Speke oder Burton sowie des deutschen und britischen Kolonialismus so dicht beisammen wie in Bagamoyo.

Bagamoyo ist keine typische Stranddestination, sondern eher geeignet für Geschichts- und Kulturinteressierte, die sich mit einfachen Unterkünften zufrieden geben.

GUT ZU WISSEN

Tragische historische Bedeutung

Jahrhundertelang kreuzten sich in Bagamoyo die Wege von Elfenbeinhändlern, Großwildjägern und Sklavenfängern aus Indien, Arabien und Europa. Bis Ende des 19. Jahrhundert galt die einst boomende Handelsstadt als eine der bedeutendsten Umschlagplätze für Sklaven. Jene wurden in wochenlangen Fußmärsche aus dem Innersten des Afrikanischen Kontinents über Bagamoyo und Sansibar auf Plantagen in die ganze Welt deportiert.

Der Sklavenhandel rief die ersten europäischen Missionare auf den Plan, und ausgehend von hier wurde Afrika missioniert. Ihr weltweiter Ruf als Handelsmetropole und die gute Infrastruktur lockten zudem Abenteurer und Forscher aus aller Welt an, die Bagamoyo als Ausgangspunkt ihrer Expeditionen nutzten. Livingstone, Burton & Speke oder Stanley – sie alle schätzten die Vorzüge einer gut entwickelten Stadt, um sich gebührend für monatelange Expeditionen auszurüsten.

Ein geführter Rundgang im Städtchen macht seine einstige Bedeutung auf beeindruckende Art und Weise deutlich.

Bagamoyo heute

Heute kann man den ehemaligen Glanz nur mehr erahnen.

Im Geiste kann man sich leicht vorstellen, wie opulent die heute verfallenen alten Kolonialgebäude einst waren – und wer genau hinhört, vernimmt noch die Tanzmusik der rauschenden Ballnächten der Kolonialbeamten und den Trubel auf den Straßen, wenn neue Expeditionen ins Landesinnere aufbrachen.

Vieles in Bagamoyo sieht so aus, als ob es sich über die Jahrhunderte nicht verändert hätte. Fischer und Schiffsbauer gehen wie eh und je ihrem Tagwerk nach. Frauen tragen Feuerholz am Strand nach Hause und braten am Fischmarkt tagein tagaus die Fische, die ihre Männer fangen.

Seit die Asphaltstraße die Metropole mit Bagamoyo verbindet, nutzen die Großstädter den Ort vor allem an den Wochenenden als Naherholungsgebiet.

Untouristisch, aber in Dorfnähe nicht zum Baden geeignet

Der lukrative Tourismus lässt auf sich warten, wohl auch, weil die Strände zwar recht akzeptabel sind, ihnen aber das tropisch-romantische Flair von Sansibar fehlt und freizügiges Baden und Sonnenliegen nicht möglich ist. Die meisten Unterkünfte liegen nämlich in Dorfnähe, und Sonnenbadende verstoßen gegen die muslimischen Sitten.

Safari-Insider-Tipp: Wer Geschichte in Bagamoyo mit Baden verbinden möchte, dem bleibt eigentlich nur die Lazy Lagoon Lodge, die weit weg vom Dorf auf einer vorgelagerten Halbinsel liegt. Bikinis und Sonnenbaden sind hier kein Problem!

BAGAMOYO REISEFÜHRER

  • Für Urlauber, die bewusst Orte abseits der gut besuchten Touristenpfade suchen. Bagamoyo lässt sich gut in unkonventionelle Routen einbauen.
  • Für Urlauber, die geschichtlich interessiert sind.
  • Für Besucher, die Lokalkolorit und landestypische Gegegenheiten bevorzugen.

Mögliche Aktivitäten

  • Kulturtourismus, Stadtführungen und Exkursionen zu historischen Stätten
  • Sonnenbaden, Schnorcheln und Bootsexkursionen in der Lazy Lagoon Lodge
  • Für sonnenbadende Besucher, die unbedingt an jedem Strandabschnitt im Indischen Ozean baden wollen.
  • Für Gäste, die Unterkünfte mit internationalem Niveau suchen.
  • Für Leute, die nicht unbedingt abseits der Mainstream-Routen reisen wollen.
  • Für Leute, die geschichtlich unbedarft sind.

Anreise: Mit dem Fahrzeug von Dar es Salaam oder vom Saadani National Park.

Lage: 60 km nördlich von Dar es Salaam; auf gleicher Höhe wie Sansibar.

In den Trockenmonaten von Juni bis März.
Meine Lieblingsunterkünfte von A bis Z in Bagamoyo sind:
  • Lazy Lagoon $$ (auf einer vorgelagerten Halbinsel, also ideal zum Sonnenbaden & Schwimmen)
  • Travellers Lodge $
Standard: typischerweise Kombination mit Dar es Salaam.

Kreativ I: Anreise über Dar es Salaam, Bagamoyo und den Saadani National Park, Weiterfahrt über die Usambara Mountains in den Northern Circuit.

Kreativ II: Vom Northern Circuit, den Usambara Mountains und Ushongo/Sange Beach durch den Saadani National Park und via Bagamoyo nach Dar es Salaam.

Sind Sie an Kolonialgeschichte und Geschichte im Allgemeinen interessiert oder suchen Sie eine ausgefallene Reiseroute entlang der Festlandküste?

Schicken Sie mir Ihre Anfrage!