Mafia Island

Kokospalmen, wohin das Auge reicht, Cashewnuss-Haine, blitzweiße Sandbänke und die farbenprächtigsten submarinen Korallengärten Tansanias – und doch tut sich Mafia Island schwer, es mit Sansibar aufzunehmen. Es fehlen die breiten, langen Sandstrände, wonach die meisten ausländischen Besucher sehnsuchtsvoll schmachten. Und so bleibt die Insel wenigen Urlaubern vorbehalten, die ruhige, unaufgeregte, erholsame Tage verleben – Lichtjahre vom Trubel Sansibars entfernt.

GUT ZU WISSEN

Fühlt sich an wie vergessen

Mafia Island liegt ca. 20 km von der Küste Tansanias entfernt – und zwar südlich von Dar es Salaam.

Politisch und verwaltungstechnisch gehört die Insel zum Festland – und nicht wie die anderen Inseln zum semi-autonomen Teilstaat Sansibar. Das hat Vor- und Nachteile: Vorteilhaft ist, dass die politische Stabilität des Festlandes hier greift, d.h. von den Problemen und Unruhen, die phasenweise Sansibar und seine Inseln betreffen, ist Mafia Island nicht betroffen. Nachteilig ist die Verbindung zum Festland insofern, als dass vieles viel langsamer und schleppender als in Sansibar geht und dass die Regierung überhaupt kein Interesse an Mafia Island zeigt, weil es nicht ausreichend hohe Steuereinnahmen abwirft. Dementsprechend vernachlässigt die Regierung die Insel, beispielsweise bei der Infrastruktur, der Bildung oder der medizinischen Versorgung.

Gäbe es nicht private Investoren und NGOs, hätte die Insel bis heute keinen geteerten Airstrip. Die von einer chinesischen Firma finanzierte Straße von Kilindoni nach Utende zeigte kurz nach Ende der Bauarbeiten erste Schäden und ist mittlerweile fast auf der ganzen Strecke sanierungsbedürftig. Es gibt noch einige Beispiele, die belegen, dass Mafia Island das vergessene Ende der Republik Tansania ist.

Das Aushängeschild der Insel: Die Unterwasserwelt

Wer einmal in die Unterwassergründe des Mafia Island Marine Park abgetaucht ist, wird die enthusiastischen Berichte der Taucher verstehen. Mit über 40 Arten von Korallenformationen und mehr als 460 dokumentierten Fischarten zählen die Tauchgebiete zu den vielfältigsten der Welt. Wissenschafter haben bestätigt, dass es sich um eines der artenreichsten Gewässer im tropischen Raum handelt.

Die besonderen Charakteristika der Unterwasserwelt entstehen durch die einzigartige Lage von Mafia. Das Inselarchipel, das aus mehreren bewohnten Inseln und unbewohnten Korallenatollen besteht, liegt im Mündungsdelta des Rufiji River an der Südküste. Dadurch werden die Gewässer rund um Mafia zu einem artenreichen Treffpunkt von großen, ozeanischen Fischen und den kleineren, bunten Rifffischen der Korallengärten.

An der südöstlichen Seite der Insel, ausgehend vom Dorf Utende, liegt die Chole Bay, das Zentrum des Mafia Island Marine Park. Rund um Utende hat sich auch das Gros der Tourismusbetriebe (Hotels und Tauchcenter) angesiedelt.  Einige wenige Hotels (eines in der guten Mittelklasse, die anderen alle einfacher) befinden sich an der Westküste der Insel.

Walhaie, Mantarochen und mehr

Eine der Hauptattraktionen des Marine Parks stellen die Walhaie (whale sharks) dar. Weil zwischen Oktober und April die Gewässer rund um Mafia den Walhaien Plankton und Algen im Überfluss bieten, kehren die sanften Riesen des Meeres – übrigens mit an die 10 m Länge und bis zu 12 t Gewicht die größten Fische der Welt –, alljährlich zurück (beste Monate: Januar bis März). Menschen haben vor ihnen nichts zu befürchten, und mit ihnen zu schnorcheln ist ein überwältigendes Erlebnis.

Zudem gehören Mantarochen üblicherweise zu einem guten Tauchgang dazu.

Wale ziehen von Juli bis August an Mafia Island vorbei, allerdings ist die Sichtung der kolossalen Geschöpfe mehr Glückssache als das Ergebnis akribischer Planung. Die Sichtungen variieren, mal sind es mehr, mal weniger. In den letzten Jahren sah man nur ganz, ganz wenige Wale, was sich übrigens auch mit anderen Inseln im Indischen Ozean deckt, z. B. La Réunion.

Ernsthafte Konkurrenz für Sansibar?

Ich meine: Eher nicht, weil der Insel die langen, breiten, blütenweißen Strände von Sansibar fehlen.

Wer nach Mafia Island reist, sollte seinen Fokus eher auf die Eigenheiten der Insel und seiner Bewohner legen als auf die Strände. Dazu zählen

  • Tauchen und Schnorcheln im Marine Park,
  • Entspannen und Faulenzen auf einer tropischen Insel,
  • Lokalkolorit und Swahili-Charme,
  • Ruhe und Abgeschiedenheit genießen, um die eigenen Batterien aufzuladen.

Nur zum Vergleich: In der Hauptsaison befinden sich vielleicht 30, 40 Ausländer auf der Insel, wohingegen auf Unguja Island, der Hauptinsel Sansibars, täglich mehrere Hundert Menschen in Propellermaschinen ankommen.

Für Besucher ist das ein Glück, auch wenn die Strände nicht vom Hocker hauen. Dadurch konnten sich traditionelle Moral- und Ehrvorstellungen erhalten: Touristen werden kaum belästigt, die Kriminalität ist verschwindend gering.

Safari-Insider-Tipp: Mafia Island ist weniger touristisch, die Bevölkerung ist zurückhaltend und höflich, und viel weniger aufdringlich oder  sogar penetrant wie auf Sansibar. Dafür wird von Ihnen erwartet, sich den lokalen Sitten zu beugen: Achten Sie auf Ihre Kleidung, sobald Sie die Lodge verlassen. Verzichten Sie auf Liebesbekundungen in der Öffentlichkeit.

MAFIA ISLAND REISEFÜHRER

  • Für Urlauber, die ruhige, beschauliche, authentische Ferien weit weg vom Trubel Sansibars wünschen.
  • Für Urlauber, die gerne und häufig tauchen und schnorcheln gehen möchten.
  • Mafia Island ist bekannt für die whale sharks (Walhaie), die zwischen Oktober und April vor der Küste nach Plankton fischen.
  • Es gibt einige interessante, ungewöhnliche Lodges auf Mafia Island, die zwar weniger kommerziell und professionell wie auf der Hauptinsel Sansibar betrieben werden, aber für Leute interessant sind, die charaktervolle Unterkünfte mit einem gewissen lokalen Swahili-Charme suchen.

Mögliche Aktivitäten

  • Sonnenbaden
  • Tauchen
  • Schnorcheln
  • Faulenzen
  • Bootsausflüge zu Sandbänken
  • Kulturtouren zu alten Ruinen, Fischerdörfern und traditionellen Bootswerften
  • Für Besucher, die ihr Budget schonen müssen. Die Flüge von Festland sind von den meisten Orten aus (außer dem Selous) teurer als nach Sansibar und die Unterkünfte liegen in der Regel (teils zwar nur geringfügig) über dem Preisniveau von Sansibar.
  • Für Besucher, die einen bequemen Inlandflug an den Strand ohne Umstieg wünschen. Für die meisten Flüge muss man nämlich in Dar es Salaam umsteigen. Das verteuert nicht nur den Flug, sondern verlängert ihn auch, in der Regel um eine Stunde. Diesbezüglich sind die südlichen Parks bevorzugt, insbesondere der Selous, wo die Flugzeit (trotz Umstiegs) nur kurz ist und Charterflüge (bei Familien oder Gruppen von 5, 6 Personen) finanziell kaum einen Unterschied machen.
  • Für Besucher, die Parties und Strandbars suchen.
  • Für Gäste, die die Atmosphäre in großen, internationalen Resorts bevorzugen. Die gibt’s hier nämlich nicht, sondern ausschließlich einfache und gute Mittelklassehotels sowie gehobene Beach-Lodges.
  • Für Besucher, die kilometerlange, weiße Sandstrände suchen. Die hat Mafia Island nämlich nicht. Es gibt zwar den einen oder anderen recht anständigen Strand vor der Lodge, aber die meisten Küstenabschnitte sind von Mangrovenwäldern bewachsen. Aus diesem Grund bieten auch alle Lodges Bootsausflüge zu vorgelagerten Sandbänken – wo sagenhaft die typisch weißen Strände locken!

Safari-Insider-Tipp: Wie fast überall auf den Inseln ist der Strand gezeitenabhängig, d.h. das Meer zieht sich bei Ebbe bis hinter die Korallenbarriere zurück. Eine Unterkunft mit Pool ist deshalb zu empfehlen!

MAFIA ISLAND REISEFÜHRER

Internationale Anreise: Siehe Dar es Salaam oder Stone Town.

Anreise vom Festland: mit Propellermaschinen und Abholung durch die Lodges.

Lage: Im Indischen Ozean im Einflussgebiet des Rufiji River Delta, südöstlich von Dar es Salaam und südlich von Sansibar.

Bis auf die Monate April und Mai, wo viele Hotels geschlossen halten und es mitunter zugig und nasskalt sein kann, ist Mafia Island eine Ganzjahres-Destination. Es hängt primär von den gewünschten Aktivitäten ab, welche Monaten optimal sind. Nicht alle Monate sind gleich gut fürs Tauchen und Schnorcheln; je nach Jahreszeit und Lage der Unterkunft kann es sehr windig sein.
Meine Lieblingsunterkünfte von A bis Z auf Mafia Island:
  • Butiama Beach $$$
  • Chole Mjini Lodge $$$$
  • Pole Pole Lodge $$$$
  • Shamba Kilole Lodge $$$
Standard: typischerweise nach der Safari.

MEINE GANZ PERSÖNLICHE EINSCHÄTZUNG

Ich persönlich empfehle Mafia Island sehr gerne, wenn folgende Reisewünsche vorliegen:

  • Wer erholungsbedürftig ist und Ruhe sucht, wer persönlich geführte Qualitätsunterkünfte bevorzugt und abseits vom Trubel bleiben möchte, ist auf Mafia Island genau richtig.
  • Der gute Mix an Unterkünften garantiert angenehme Nachbarn am Strand. Mafia Island zieht kaum trinkfeste Rucksacktouristen an, sondern ausschließlich Individualisten mit unterschiedlichen Reisebudgets.
  • Taucher und Schnorchler, die mehrere Tauchgänge im Urlaub planen, finden beste Bedingungen.

Entspricht Mafia Island Ihren Vorstellungen von Strandurlaub oder sind Sie auf der Suche nach einem ganz besonderen Hotel für Ihre Flitterwochen?

Schicken Sie mir Ihre Anfrage!