Liuwa Plain National Park

Ich muss leider das abgedroschene Bild bemühen: Der wilde Westen in Sambia hält, was er verspricht! Im unwegsamen und nicht erschlossenen Westen, nahe an der Grenze zu Angola, aber weit weg von jeglicher touristischer Infrastruktur, findet die einzige Zebra- und Gnu-Migration Afrikas außerhalb der Serengeti statt. In der Regenzeit wandern enorme Herden von Angola in die Liuwa-Auen. Noch immer ein echter Geheimtipp!

GUT ZU WISSEN

Die zweitgrößte Migration Afrikas

Kaum ein Ort in Afrika verdient das Prädikat „Safari of a lifetime“ mehr – aber nur wenn das Timing stimmt.

Dann hat der Liuwa Plain National Park das Zeug zur besten Safari Ihres Lebens, fernab von jeglicher Zivilisation, im Herz der Wildnis.

Am Oberlauf des Zambezi River gelegen, punktet der Nationalpark mit der Wanderung riesiger Gnu- und Zebraherden. Mit dem Einsetzen des Regens, meist ab November, steigen die Pegelstände der Flüsse und überfluten, ausgehend von den nördlichen Teilen, die Savanne.

Dadurch werden mehr als 50.000 Gnus und ihre Gefolgschaft in die südlichen, flachen Teile des Parks gedrängt, wo während der Regenfälle das Gras zu sprießen beginnt. In den Monaten April bis Juni/Juli sowie November ist die Konzentration der Gnus und Zebras in der Liuwa Plain am höchsten.

Im November – also zu Beginn der Regensaison, wo eine lange Periode von Futterüberschuss zu erwarten ist – bringen die Gnus ihre Jungen hier zur Welt. Es soll sich um die zweitgrößte Gnu- und Zebra-Migration Afrikas außerhalb der Serengeti handeln.

Möglicherweise ist es keine richtige Migration, denn es sammeln sich ebenso zahllose andere Tiere in den flachen, offenen Grassavannen – was aber das Spektakel nicht weniger imposant macht.

Über Kilometer erstreckt sich die Sicht auf Abertausende oder noch mehr Tiere aller Couleur. Zahllose Antilopen begleiten den Trek, u.a. Schwarze Letschwe sowie Moor-Antilopen, Oribis, Pferdeantilopen oder Leierantilopen … ein Festessen für Wildhunde, Schakale, Hyänen, Geparden und Löwen.

Die Gnu- und Zebra-Herden bleiben bis zum Ende der Regenzeit und kehren dann nach Angola zurück. Das Schauspiel startet erneut im folgenden Jahr, wenn die ersten Regenfälle einsetzen.

Wildes, unberührtes Afrika par excellence

Weil es sich um Schwemmland handelt, besteht der Untergrund aus Sand (daher sind nur starke, einwandfreie Geländewägen für den West-Sambia zu empfehlen). Mit einer Größe von 3650 km2 ist das Gebiet fast so groß wie Burgenland – und komplett umbewohnt.

Es gibt nur wenige Pisten im Park, der zum Großteil aus weitläufiger, honigfarbener Grassavanne besteht. Wie Sommersprossen auf der Haut leuchten kleine, grüne Palmen- und Bauminseln in der Savanne, aber ansonsten sieht man nur Grasebenen bis zum Horizont.

Die Liuwa Plain erinnert ein wenig an die Busanga Plains des Kafue National Park. Ähnliche Grasebenen finden sich ansonsten nur mehr in der Süd-Serengeti oder der Ndutu Area. In puncto Isoliertheit und Besucheraufkommen ist er am ehesten mit dem Katavi Nationalpark in Tansania vergleichbar.

Nicht einmal für die Mobilfunkanbieter ist die Erschließung des Landstriches rentabel; die Kommunikation auf Safari muss über Funk oder Satellitentelefon erfolgen.

Hier finden Sie einen kleinen Vorgeschmack auf die wunderbare Liuwa Plain:

https://www.youtube.com/watch?v=pOYdhDAgeFU&feature=youtu.be

Vögel en masse

Die Grasebenen von Liuwa sind von zahllosen Bauminseln durchzogen, was den Park auch zu einem exzellenten Ort für die Vogelbeobachtung macht.

Seltenere ebenso wie weit verbreitete Vögel und Zugvögel aus Europa geben sich hier ein Stelldichein, u.a. Weißbauchtrappen, Sekretäre, Rotschnabelenten, Hottentottenenten, Gelbkehlpieper, Schwarzflügel-Brachschwalbe, Raubadler, Schreiseeadler, Schwärme von Braunkehlreiher und viele mehr. An die 340 Vögel sollen dokumentiert sein.

Es soll sogar eines der wichtigsten Brutgebiete der Klunkerkraniche (wattled crane) sein.

Die Vogelzeit beginnt mit der Ankunft der Regenfälle, die auch mit dem Beginn des Winters in Europa kollidiert. Doch auch die Trockenmonate Juli, August, September, Oktober sind phänomenal, vor allem für Kronen- und Klunkerkraniche, Pelikane, Störche aller Art, Waffenkiebitze oder Graureiher.

Blumenmeere

Das große Blühen erfolgt im Konzert mit den Gnu-Geburten, nämlich ab Oktober. Praktisch über Nacht, nach den ersten Regenfällen, legt sich ein zartsüßer Teppich aus Farben und Düften auf die Ebene. Weiße Dünen-Trichternarzissen (sand lily) lieben den sandigen Untergrund.  Pudrigrosa Hakenlilien (spider lily) leuchten mit gelben Conyza um die Wette. Kleine Inseln blutroter Spinnenlilien stechen wie die Punkte der Typfelhyäne ins Auge. Ein Genuss für die Augen!

Ältestes Naturschutzgebiet Afrikas

Seit den 1880er-Jahren steht das Areal unter Schutz. Ursprünglich hatte es König Lewanika, der König der ortsansässigen Ethnie der Lozi, mit seiner Familie und Gefolgschaft als Jagdgebiet genutzt. Erst 1972 wurde es in einen Nationalpark umgewandelt. Es folgten dunkle Jahrzehnte, als die Tierpopulation fast ausgelöscht wurde.

2003 übernahm eine kompetente holländische NGO, Africa Parks, die Leitung gemeinsam mit den Lozi und der Zambia Wildlife Authority. Und seitdem geht es wieder bergauf. Ein vorausschauendes Management, Wissenschafter, Wildhüter, Patrouillen und nicht zuletzt die Touristen ermöglichten, dass die Tierpopulation sich wieder erholte.

So stieg die Anzahl von 15 000 Gnus auf über 50 000 an. Andere Tiere wurden angesiedelt, wie Elenantilopen, Büffel und Löwen.

LIUWA PLAIN REISEFÜHRER

  • Wer wilden, unverfälschten Busch weit weg von jeglicher touristischer Vermarktung sucht, findet hier sein eigenes, kleines Paradies.
  • Gäste, für die das Busch-Erleben (und nicht unbedingt die Big Five) im Vordergrund stehen, fühlen sich hier wohl.
  • Hier findet die einzige Zebra- und Gnu-Migration Afrikas außerhalb der Serengeti statt. Das Spektakel ist ähnlich beeindruckend, nur die Atmosphäre ist noch wilder und kraftvoller.

Mögliche Aktivitäten

  • Pirschfahrten (Game Drives) tagsüber und am frühen Abend
  • Vogelbeobachtung (Birding Safaris)
  • Mokoro Safaris (mit dem Kanu), ab 2018 möglich
  • Walking Safaris
  • Kulturtourismus
  • .. für Besucher, die die Big Five sehen möchten.
  • … für Leute, die zum ersten Mal in Afrika sind oder noch nie auf Safari waren. Da sind die anderen, besser erschlossenen Parks mit großer Auswahl an unterschiedlichen Unterkünften besser dazu geeignet.
  • … für Gäste mit beschränktem Reisebudget.

 

Anreise per Flugzeug: Am bequemsten und komfortabelsten gelangt man in das abgelegene Gebiet per Propellerflugzeug, was aber nicht bedeutet, dass Road Trips unmöglich sind.

Anreise per Fahrzeug: Von Juli bis November kann der Kafue National Park gut mit dem Liuwa Plain National Park kombiniert werden.

Klar, die Fahrten sind lang und auch holprig, aber wenn die Route in sinnvolle Etappen eingeteilt wird, ist ein Road Trip gut möglich.

Lage: Westlich des Kafue National Park, im äußersten Westen Sambias an der Grenze zu Angola.

Nach Liuwa zu reisen ist nur zu bestimmten Monaten möglich. Von April bis Juni ist das Gebiet nur per Flugzeug erreichbar, aber ab Juli kann die Zufahrt auch per Fahrzeug erfolgen, wenn die Pegelstände des Zambezi River so weit zurückgegangen sind, dass er per Autofähre überquert werden kann. Bis November und zum Einsetzen der ersten Regenfälle bleibt das Gebiet per Fahrzeug erreichbar. Danach, bis März, ist das Gebiet gar nicht zugänglich.

Für die Beobachtung der Gnu- und Zebra-Migration sind die Monate November und April bis Juni/Juli am idealsten.

Für die Vogelbeobachtung sind die Monate Oktober bis März am schönsten.

In den Trockenmonaten Juli bis Oktober sind die Gnu- und Zebraherden zwar außerhalb des Parks in Angola, doch  die hier lebenden, nicht migrierenden Wildtiere bescheren ebenfalls interessante Safaris.

Die Unterkunftsmöglichkeiten sind eingeschränkt:
  • King Lewanika Lodge
  • Camping oder Fly Camping
Standard: Fly-in-Safari in Kombination mit dem Kafue National Park und Livingstone (Victoria Falls).

Kreativ: Kombination mit den Victoria Falls und Kafue National Park bei einer Überland-Safari mit Geländewagen.

Sie suchen das Abenteuer und wollen die größte Gnu- und Zebra-Migration außerhalb der Serengeti sehen?

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