Kafue National Park

Nur vier Stunden von Lusaka entfernt, fristet der älteste Park des Landes im Schatten der Top-Safari-Destinationen South/North Luangwa und Lower Zambezi ein wenig beachtetes Dasein. Aber zu Unrecht!

GUT ZU WISSEN

Kafue: Eine Summe großer Herausforderungen

Mit einer Landfläche von 22.400 km2 zählt der Kafue National Park zu einem der größten Parks Afrikas. Bereits 1924 gegründet, ist er der älteste Nationalpark Sambias mit einer wechselvollen Vergangenheit.

Seit jeher galt der Park als kaum wahrgenommener Geheimtipp, in den sich nur wenige Touristen verirrten. Die Anzahl sowie Qualität der Unterkünfte war bescheiden, das Engagement der nationalen Parkbehörden ebenfalls. Bis in die 1980er-Jahre fiel der komplette Tierbestand den angolanischen Rebellen zum Opfer, die sich mit Elfenbein, Fleisch, Häute und Horn ihr Überleben sicherten. Nur einige wenige Camp-Betreiber und Tour Operator hielten die Stellung, obwohl sie den Gästen wenig bieten konnten.

Die mutige (und ausschließlich privat motivierte) Entscheidung des Camp-Betreibers und Tour Operators Wilderness Safaris aus Botswana markierte 2005 die Trendwende. Sie übernahmen eine Handvoll Camps in den Busanga Plains und arbeiteten strategisch daran, dem Wilderei-Problem beizukommen. Nachdem der Kampf gegen die Wilderei erste Erfolge brachte, begannen Safari-Liebhaber damit, den Park wiederzuentdecken. Neue Camps und Lodges wurden errichtet, die Flugverbindungen verbessert, die Straßenanbindung ebenfalls.

Mittlerweile sind viele, viele Wildtiere zurückgekehrt und haben sich vermehrt. Nur in den schwer kontrollierbaren Randzonen sind  Wilderer aktiv. Noch zählt der Kafue National Park zu einem wenig besuchten Park, der nicht mal ein Fünftel der Besucherzahlen des South Luangwa National Park erreicht – und das bei einem Gebiet, dass mehr als doppelt so groß ist.

Baumsavanne, flache Feuchtgebiete und zahllose Wasserläufe

Das Erscheinungsbild des Parks lässt sich am besten mit hügeligen Miombo-(Baumsavannen)-Landschaften, Feucht- und Sumpfgebieten sowie mäandernden Wasserläufen zusammenfassen.

Aufgrund der schier gewaltigen Größe des Naturschutzgebiets hat es sich bewährt, es in unterschiedliche Sektoren einzuteilen:

  • Nordsektor mit den Busanga Plains
  • Südsektor

Die Trennlinie markiert die Great West Road, die die beiden Teile voneinander trennt.

Wegen des höheren Tierbestandes bieten die geringfügig höher liegenden Busanga Plains (auf 1100 m Seehöhe) die perfekte (menschenleere) Kulisse für unvergessliche Tierbeobachtung.

Zwischendurch lockern Flüsse – der Lufupa River, der Lunga River, der Mukombo River oder der Lubuji River –  die Szenerie auf. Sie sind alle Seitenarme des Kafue River, der bis in den Kongo fließt. Hier konzentriert sich auch das Gros der Tiere. Sie durchziehen den Park und werden im südlichen Teil durch den Itezhi-Tezhi-Damm gestaut.

Obwohl der Südsektor landschaftlich vielfältiger ist, z. B. große Seen und weitläufige Schwemmebenen, weist er weniger Tierbestand auf, hauptsächlich wegen der Wilderei, die schwerer zu kontrollieren ist. Der Süden ist zudem trockener und erhält weniger Regenfälle.

Das Herz des Kafue: die Busanga Plains

Die Busanga-Ebene wird generell als bestes Gebiet im Kafue National Park gehandelt – und trotzdem haben Besucher die Wildnis fast für sich allein.

Die Busanga Plains kann man sich wie einen überdimensionalen, flachen See vorstellen. Darin liegen jede Menge Inseln und Inselchen; viele davon haben aufgrund von bestimmten Charakteristika von den hier arbeitenden  Menschen Namen erhalten. Die Acacia Tree Island  erkennt man wegen der vielen Akazienbäume, auf der Busanga Island steht beispielsweise das Busanga Bush Camp.

Der Boden besteht vornehmlich aus Black Cotton Soil, auf der die unterschiedlichsten Grasarten bestens gedeihen.

Als Hauptschlagader der Plains führt der Lufupa River, ein Nebenfluss des Kafue River, das ganze Jahr Wasser.  Zwar mutiert er im Oktober und November vielerorts zu einem bemitleidenswerten Rinnsal, ist aber für die Tiere die wichtigste Wasserquelle in den Trockenmonaten.

Auf der reichhaltigen, fruchtbaren Black Cotton Soil der Ebenen spriesst das nährstoffhaltige Gras und zieht die Grasfresser (und deren Räuber) magisch an.

Sobald die Regenfälle Mitte/Ende November beginnen, wird das Gebiet unpassierbar. Dann verursachen die Wassermassen im Kafue River einen Rückstau, die den schmalen Lufupa River zum Überlaufen bringen. Je weiter es in die Regenzeit geht, desto mehr Wasser kommt aus den höher liegenden Grenzgebieten zum Kongo in die Plains.

Bis zum Ende der Regenzeit (also etwa Ende Mai) sind die Ebenen von Busanga großflächig überschwemmt. Früher, bevor das Gebiet zum Park erhoben wurde, lebten Fischer in den Busanga Plains, die in der Regenzeit ihrer Arbeit nachgingen. Noch heute werden in den Regenmonaten bestimmte Gebiete den Fischern überlassen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Nach der Regenzeit trocknet das Gebiet graduell auf. Erst ab Anfang August ist die Schwemmebene komplett trocken und vollständig für Geländewägen zugängig.

Von Juni bis Juli dürfen sich Gäste auf eine kombinierte (und abenteuerliche) Boot-Auto-Anreise vom Airstrip freuen. Nasse Füsse lassen sich da oft nicht vermeiden!

Große Herden von Büffel, Zebras, Letchwe-Antilopen (Moorantilopen), Puku, Gnus, Pferdeantilopen, Rappenantilopen, Kuhantilopen und andere Böcke grasen auf den Busanga Plains. Die Grasfresser zählen zu den Lieblingsmahlzeiten der Raubtiere, u. a. Wildhunde, Geparden, Leoparden und Löwen. Letztere legen im Park häufig das atypische Verhalten des Baumkletterns an den Tag.

Die Guides haben nicht zu viel versprochen: Eine Gruppe Löwen zu sehen, wurde uns gleich beim ersten Briefing garantiert. Die Chance auf Leoparden und Geparden ist ebenso realistisch.

Nicht so sehr Menge als Vielfalt der Tiere im Fokus

Da sich der Tierbestand nach dem Wilderei-Martyrium erst langsam erholt, stehen nicht so sehr die schieren Mengen an Tieren im Vordergrund, sondern vielmehr die Artenvielfalt.

Beispielsweise gilt der Park als eines der reichsten Antilopengebiete Afrikas, u.a. mit Puku, Impala, Kuhantilopen, Pferdeantilopen, Rappenantilopen, Moorantilopen (lechwe), Kronenducker, Buschböcke, Sitatunga, Gnus oder Oribis. An Raubtieren gibt es Wildhunde (wild dogs) ebenso wie Löwen, Leoparden, Geparden und Tüpfelhyänen. Büffel und Zebras sind ebenfalls in rauen Mengen zu sehen.

Zudem ist der Kafue als Vogelparadies bekannt – es sollen 495 Vogelarten dokumentiert sein. Dies ist vor allem auf die unterschiedlichen Habitate zurückzuführen, angefangen von Flüssen und Feuchtgebieten über saisonale Überschwemmungsgebiete bis hin zu Miombowald-Gebieten.

Wie gestaltet man am besten eine Safari in den Kafue?

Im Prinzip bieten sich 2 verschiedene Möglichkeiten an, den Park kennenzulernen:

Man bucht eine Fly-In-All-inclusive-Safari bei den Camps.
Der Anflug erfolgt von Lusaka aus. Man wird vom Airstrip abgeholt, bleibt mindestens 3, 4 Nächte, macht mit den Camp-eigenen Guides alle Safari-Aktivitäten und fliegt oder fährt dann zum zweiten Standort im Kafue National Park.

Ähnlich wie im South Luangwa National Park empfiehlt es sich, zwei Standorte in unterschiedlichen Regionen anzupeilen: zuerst 3-4 Nächte bei den Busanga Plains, danach 2-4 Nächte im zentralen/südlichen Teil des Parks.

Alternativ dazu kann man auch per Road Safari in den Kafue gelangen, und zwar in jene Camps, die näher an der Great West Road liegen.

Ideal für kostengünstigere Road Trips

Mit der Möglichkeit, den Park per Road Trip anzufahren, reduzieren sich die Kosten erheblich, denn dann ist man nicht auf die hochpreisigen, abgeschiedenen Camps angewiesen, sondern kann auch günstigere Mittelklasse-Camps nutzen. Nur gute 4 Stunden westlich von Lusaka ist das Gate erreicht, danach geht es auf Piste weiter.

Ich liebe Road Safaris, also Überlandfahrten. Auch wenn man für manche Strecken ein gutes Sitzfleisch benötigt, sieht man doch mehr vom Land und bekommt einfach mehr mit.

KAFUE NATIONAL PARK REISEFÜHRER

  • Kafue, insbesondere die Busanga Plains, ist Garant für exzellente Safaris – Game Drives, Walking Safaris, Boat Safaris (nur Juni/Juli) – in typischer honigfarbener Savanne, aber bei bescheidenem Besucheraufkommen.
  • Ausnehmend viele unterschiedlichen Aktivitäten werden geboten, darunter Ballon-Safaris. Diese sind ausschließlich im Kafue National Park erlaubt.
  • Der Kafue National Park ist für seine Motorboot-Safaris bekannt, vor allem im zentralen Teil des Parks.
  • Die Lodge- und Campbetreiber dürfen Night Safaris unternehmen – eine Aktivität, die in Tansania beispielsweise nicht erlaubt ist.
  • Der Park ist relativ easy per Fahrzeug erreichbar, von Lusaka aus, was ihn prädestiniert für Überland-Trips oder Mini-Safaris von wenigen Tagen macht.
Mögliche Aktivitäten
  • Pirschfahrten (Game Drives)
  • Walking Safaris
  • Boot-, Kanu- und Motorboot-Safaris
  • Ballon-Safaris (in den Busanga Plains)
  • Walking Safaris (auch über mehrere Tage hinweg von Ort zu Ort)
  • Night Safaris
  • Für Leute, die klingende Namen wünschen. Trotz seiner unvergesslich tollen Bedingungen für Safaris kann er es nicht mit den glamourösen Namen Serengeti oder Okavango Delta aufnehmen. Obwohl er den Parks in nichts nachsteht….
  • Für Leute, die außerhalb der europäischen Sommerferien reisen möchten. Die Safari-Saison ist relativ kurz, die besten Bedingungen herrschen von Juli bis Ende Oktober.
  • Für Reisende, die schnell mal einen Park für nur 2 Nächte besuchen möchten. Es stellt sich die Frage, ob der Zeit- und Geldaufwand, überhaupt in die Busanga Plains oder den südlichen Teil zu gelangen, dafür steht.
  • Für Leute, die Safari und Strand kombinieren wollen. Da sind die meisten tansanischen Parks besser dazu geeignet.

 

Anreise per Flugzeug: Am bequemsten ist die Anreise mit Propellerflugzeug von Lusaka aus. Für die Busanga Plains ist der Flug übrigens die einzige sinnvolle Möglichkeit der Anreise.

Anreise per Fahrzeug: Alternativ dazu kann man ohne viel Aufwand auch mittels Fahrzeug im Zuge einer Road Safari anreisen, aber nur für den zentralen und südlichen Sektor.

Lage: In Zentral-Sambia, westlich von Lusaka.

Von der Tierbeobachtung und den Temperaturen her sind die Monate Juli bis Oktober am besten. Durch die erhöhte Lage auf über 1000 m Seehöhe sind die Nächte in den heißen Monaten (Oktober/November) angenehm kühl.

Der Juni ist eingeschränkt zu empfehlen, da große Flächen der Busanga Plains noch überschwemmt sind.

Folgende Camps und Lodges von A bis Z empfehle ich sehr gerne:

Im Norden:

  • Busanga Plains Bushcamp $$$$$
  • Shumba Camp $$$$$
  • Mukambi Plains Camp $$$$
  • Musekese Camp $$$$
  • Im Süden:

  • Kaingu Lodge $$$$
  • Ila Safari Lodge $$$$
  • Konkamoya Lodge $$$$
  • Mukambi Safari Lodge $$$$
  • Nanzhila Plains Camp $$$

Standard Deluxe: Fly-in und Fly-out Kombination mit South/North Luangwa und/oder Livingstone.

Kreativ Deluxe: Fly-in und Fly-out Kombinationen mit dem Liuwa Plain National Park, insbesondere im November.

Standard Budget: Road Safaris, die Livingstone mit beiden Sektoren im Kafue verbinden und zusätzlich die westlichen Camps des Lower Zambezi National Park berücksichtigen.

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