Bangweulu Swamp und der Kasanka National Park

Von der Safari-Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet, liegen sowohl die Sümpfe von Bangweulu als auch der kleine Kasanka National Park abseits der typischen Reiserouten.

In den Bangweulu Swamp, ein bedeutendes Feuchtgebiet, kommen Vogelliebhaber, die den seltenen, hier heimischen Schuhschnabel beobachten wollen. Im südlich davon gelegenen Kasanka National Park leben die ebenso seltenen Sitatunga-Antilopen. Die beiden Parks sind aber nur während kleiner Zeitfenster empfehlenswert.

GUT ZU WISSEN

Kasanka: Wunderschöne Landschaften, seltene Tiere

Ähnlich wie andere Parks in Sambia war der Tierbestand im Kasanka in den 1980er-Jahren fast vollständig der Wilderei zum Opfer gefallen, bis sich David Lloyd, ein in Sambia lebender Brite, des Parks annahm, sich mit lokalen Bauern zusammentat und den Kasanka Trust ins Leben rief, der die Finanzierung der Revitalisierung des Parks sicherstellen sollte. Er baute Camps, Pisten, Brücken und spärlich kehrten die Touristen zurück. Schließlich konnte er die nationalen Parkbehörden vom Projekt überzeugen, die den Kasanka National Park infolgedessen wieder unter ihre Fittiche nahmen.

Im Gegensatz zum Luangwa Valley oder dem Lower Zambezi National Park darf man nicht hinter jeder Kurve, die die Piste macht, riesige Herden von Tiere erwarten.

Vielmehr müssen Besucher hier Gefallen an den subtileren Schönheiten der Natur haben. Der Kasanka National Park ist beispielsweise von Flüssen, Seen, Feuchtgebieten, kleinen Lagunen und unterschiedlichen Vegetationszonen durchzogen, sodass Pirschfahrten und diverse Safari-Aktivitäten schon allein aufgrund der landschaftlichen Vielfalt zum Genuss werden.

Obwohl sowohl große Elefantenherden oder imposante Löwenrudel noch immer fehlen, erfreuen sich Besucher während der Pirschfahrten, Walking Safaris und Kanu-Safaris in erster Linie an seltenen Tiere, die anderswo kaum gesichtet werden, u. a. an Sitatunga-Antilopen, Rappenantilopen, Liechtenstein-Antilopen, Pukus, Riedböcke, Wasserböcke oder Sharpe-Greisböcke.

Vogelliebhaber haben Freude an den raren Vogelspezies, die sich in den Feuchtgebieten sichtlich wohl fühlen, u. a. die Bindenfischeule (Pel’s fishing owl), Zwergenten, Ross Turako (Ross’s loerie), Fischadler, Klunkerkraniche und natürlich der Schuhschnabel aus den benachbarten Bangweulu-Sümpfen.

Sitatunga-Antilopen im Kapabi-Sumpf zu beobachten, ist besonders von der 18 m hohen Plattform des Fibwe Hide eindrücklich.

Im November und Dezember, wenn die Früchte der Miombo-Bäume reif sind, brüten Abermillionen Palmenflughunde (straw-coloured fruit bat) in den Bäumen der Feuchtgebiete. Sie kommen aus allen Teilen Afrikas, und verlassen in der Dämmerung ihre Nester, um Nahrung für die Brut zu sammeln.

Dabei verdunkelt sich der Himmel minutenlang, oft bis zu 15, 20 Minuten, wenn sie alle ausschwirren. Ein einmaliges Schauspiel!

Bangweulu-Sümpfe: Schuhschnabel und Letschwe-Antilopen

Die Bangweulu-Sümpfe sind eine enorme Auenlandschaft von 250 Kilometern Länge (von Nord nach Süd) und 180 Kilometern Breite (von Ost nach West). Hier münden fast 20 Flüsse, die in der Regenzwei zwischen November und März dafür sorgen, dass der Wasserspiegel um bis zu 2 Meter steigt. Das Ufer wird dadurch um 40, 50 km weit verschoben.

Laut Fachleuten seien diese Sümpfe noch viel artenreicher als das Okavango-Delta in Botswana, besonders in Hinblick auf Vögel und Antilopen. Die Highlights stellen die Schwarzen Letschwe-Antilopen sowie der Schuhschnabel-Vogel dar.

Seinen Namen verdankt der Schuhschnabel der einmaligen Form seines Schnabels, der nicht nur lang, sondern vor allem breit ist. Damit kann er in den Feuchtgebieten seine bevorzugte Beute, nämlich glitschige Fische, festhalten und filtern. Der Lebensraum beschränkt sich auf einige wenige Gebiete im zentralen Afrika, wie Südsudan, Uganda oder eben die Bangweulu-Sümpfe in Sambia.

KASANKA UND BANGWEULU REISEFÜHRER

  • Wer schöne Buschlandschaften weit weg von jeglicher touristischer Vermarktung sucht, findet hier sein eigenes, kleines Paradies.
  • Für die Beobachtung der Schuhschnabel-Störche gibt es kein besseres Gebiet im südöstlichen Afrika.
  • Die beiden Parks bieten Safari-Leckerbissen (vielmehr als Wildtiere in rauen Mengen), wie die Sitatunga-Antilope, Palmenflughunde (Nov/Dez) oder seltene Vögel.
  • Gäste, für die das Busch-Erleben (und nicht unbedingt große Tierherden) im Vordergrund stehen, fühlen sich hier wohl.

Mögliche Aktivitäten

  • Pirschfahrten (Game Drives)
  • Vogelbeobachtung (Birding Safaris)
  • Schuhschnabel-Beobachtung (zu Fuß und per Boot)
  • Walking Safaris (auch mehrtägig, mit Fly Camping)
  • Tierbeobachtung (Sitatunga-Antilopen, Vögel, Wasserböcke oder Krokodile) von Aussichtsplattformen aus, z. B. Fibwe Hide
  • Kanu-Safaris auf dem Luwombwa River, u. a. zur Vogelbeobachtung
  • Radfahren (ungefährlich, weil es kaum gefährliche Raubtiere gibt)
  • Kulturtourismus
  • Für Besucher, die die Big Five sehen möchten.
  • Für Leute, die zum ersten Mal in Afrika sind oder noch nie auf Safari waren. Da sind die anderen, spektakulären Parks besser dazu geeignet.
  • Für Gäste, die Safari-in-Style wollen. Es gibt nur relativ einfache Camps.

Anreise per Flugzeug: Am bequemsten ist die Anreise mittels Propellerflugzeug, z. B. von Lusaka oder Mfuwe (North und South Luangwa National Park) aus.

Anreise per Fahrzeug: Wer lieber per Road Trip unterwegs ist, muss Kasanka oder Bangweulu sinnvollerweise mit dem North Luangwa National Park oder einem Trip entlang der Great North Road kombinieren.

Lage: Im Nordwesten von Sambia.

Der Kasanka National Park ist ganzjährig geöffnet. Für die Vogelbeobachtung empfehlen sich die Regenmonate von November bis März, wenn die Zugvögel aus Europa hier überwintern. Für die Antilopen und die restlichen Wildtiere sind die Trockenmonate, von Mai bis Oktober, ideal. Die Palmenflughunde können nur im November/Dezember gesichtet werden.

Um den Schuhschnabel im Bangweulu Swamp zu beobachten, eignen sich Mai und Juni am besten.

Da die Camps im North Luangwa meist Anfang November schließen, bietet sich der Kasanka National Park dann als würdiger Ersatz bei einer Überland-Safari per Geländewagen an.

Die Auswahl an einfachen Camps ist eingeschränkt, z. B.
  • Luwombwa Lodge (Kasanka)
  • Shoebill Island Camp (Bangweulu Swamp)
  • Wasa Lodge (Kasanka)
Standard: Fly-in-Safari in Kombination mit dem Luangwa Valley

Kreativ Budget: Kombination mit Zwischenstopps entlang der Great North Road und North Luangwa National Park bei einer Überland-Safari mit Geländewagen.

Sie wollen Sitatunga-Antilopen und Schuhschnabel-Störche beobachten oder sind an ungewöhnlichen Road Trips durch Sambia interessiert?

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