Aus der Serie „Kosten einer Safari“ – Teil 4

Für einen Urlaub in ansprechender westlicher Qualität (einfache oder gute Mittelklasse) muss man in Tansania mehr Geld als anderswo in die Hand nehmen. Denn gute Qualität hat gerade in einem Entwicklungsland seinen Preis.

Warum das so ist, erkläre ich in dieser Blog-Serie. Heute schreibe ich über zwei wesentliche Preisfaktoren: die Korruption und die Größe einer Unterkunft.

Korruption

Ein überproportionaler Anteil von den Einnahmen der tourismustreibenden Unternehmen in Tansania geht an die Korruption. Es ist für einen westlich geprägten Menschen unvorstellbar, wie hoch die Summen sind, die da fließen.

Jeder Mensch in Tansania ist täglich viele Male mit Korruption konfrontiert, sowohl im Privaten als auch im Geschäftlichen.

Aus meiner Zeit im Camp im Selous kann ich mich an viele unschöne Szenen erinnern, zwei davon schildere ich hier gerne:

  1. Die Nationalparkbehörde schickte regelmäßig Gelder bzw. Benzin für die Instandhaltung der Pisten an das Head Quarter, damit die Planierraupen (grader) fahren konnten, aber die einige leitenden Angestellten verkauften das Benzin und der Erlös floss in ihre eigenen Taschen. Stattdessen wurde unser Camp, zu der Zeit das einzige Camp in ausländischer Hand in einem Sektor, gezwungen, für das Benzin aufkommen (tägliche Beschwerden der Gäste über die extrem schlechte Piste waren an der Tagesordnung). Durchschnittlich 6 oder 7 Drums á 200 l mussten wir alle zwei, drei Monate investieren…. (im Gegenwert von ca. 1400 €).
  2. Die Tochter des Park Warden heiratete und wählte – ohne Rücksprache mit uns zu halten – unser Camp als Honeymoon-Destination aus. Plötzlich stand sie mit Ihrem Tross vor der Tür, sie zahlte keine Eintrittsgebühren in den Park, keinen Shilling für Pirschfahrten, keine Übernachtungspreise und trank die teuersten Weine auf unserer Speisekarte. Zumindest bis zu unserer Abreise (6 Monate später) sind die angefallenen Kosten von mehreren Tausend USD nicht beglichen worden.

Das sind nur zwei Beispiele aus der Praxis. Man kann sich nun besser vorstellen, in welchem Umfang Korruption jeden einzelnen Tourismustreibenden in Tansania betrifft.

Kleine Camps vs. große Bettenburgen und Hotelketten

Kleine Camps mit 8 oder 10 Zelten müssen anders kalkulieren als Großhotels mit 100 Zimmern. Sie haben ähnlich hohe Kosten in der Betriebsführung oder der Errichtung wie große Hotels, aber ihre Umsatzkapazitäten sind geringer.

Es ist nicht anders wie bei Saturn oder Amazon: Je größer, desto billiger.

Maramboi Camp

Das Maramboi Camp, Teil der Tanganyika Wilderness Camps Gruppe mit 11 permanenten Lodges und einer Handvoll mobilen Camps tut sich leicht, umsatzstarken Veranstaltern 50%ige Rabatte anzubieten…

Daher können die großen, alt eingesessenen (und schon längst amortisierten) Bettenburgen wie Sopa, Serena, Wildlife Lodge massive Rabatte an die großen Reiseveranstalter geben, die umfangreiche Zimmer-Kontingente einkaufen.

Mit solchen Rabatten können die kleinen, intimen Camps, die ich Ihnen vorschlage, nicht mithalten.

Safari Insider ist ein kleiner Boutique-Veranstalter – ein (mengenmäßig) kleiner Tansania-Spezialist – wo das Know-How und die Landeskompetenz im Vordergrund steht. Mein Volumen ist viel zu gering, um bei den großen Hotelketten oder Camps Mengenrabatte zu bekommen und Kontingentvereinbarungen  treffen zu können.

Ähnliches gilt für Hotelketten. Ein gut gehendes Camp kann Verluste eines anderen Camps ausgleichen. Kleine Familienbetriebe, die sich den Bau einer Lodge vom Mund absparen, können Verluste aber nicht auf andere „Produkte“ im „Portfolio“ abwälzen. Man muss also anders kalkulieren: Etwaige Buchungsflauten, halbleere Camps in Nachsaison-Monaten oder Tourismuskrisen müssen von vornherein in die Preisgestaltung einfließen. Dadurch sind die Preise von solchen Unterkünften sehr häufig höher als von Ketten.

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