Aus der Serie „Kosten einer Safari“ – Teil 6

Aus der Ferne, meist übers Internet, ist es schwierig, die vorgeschlagenen Unterkünfte zu bewerten. Gut, Tripadvisor mag bis zu einem gewissen Grad helfen, aber Tripadvisor gibt keine Auskunft darüber, welche Bedürfnisse Reisende an eine Schlaffstatt haben und welche Standards sie erwarten.

Die Übernachtungskosten machen einen großen Teil der Kosten auf Safari aus. Aber ich bin der Meinung: Wer hier am falschen Ende spart, sollte lieber gleich auf die Reise nach Tansania verzichten.

Preise sagen im Luxus-Segment nicht immer etwas über die Qualität aus … aber die Lamai Lodge in der Nord-Serengeti ist wirklich atemberaubend schön!

Ausschließlich persönlich geprüfte Unterkünfte

Vom Standard her beginnen meine Partner-Unterkünfte bei der einfachen Kategorie und reichen bis hin zu Luxus-Camps (was aber nicht bedeutet, dass alle teuren Unterkünfte auch gut sind!). Ich prüfe von Fall zu Fall, ziehe viele Kriterien heran (Lage, Preis-Leistungs-Verhältnis, Qualität der Matratzen, Essen, Lärmbelästigung, Personal, Sauberkeit, Engagement, Philosophie, etc.) und so manche überteuerte „Luxus“-Camps schaffen es nicht auf meine persönliche Bestenliste.

Ich empfehle ausschließlich Unterkünfte, die ich selbst geprüft, besucht und wo ich idealerweise selbst übernachtet habe.

Eine meiner Lieblingslodges in Tansania – die Kisolanza Fram Nähe Iringa. Jeden Dollar wert, das beste Essen weit und breit und nicht übertrieben teuer!

Meine persönlichen Mindeststandards

Es habe für mich einfach Mindeststandards definiert, die eine Unterkunft haben muss: Sie kann ruhig einfach sein, aber irgendeine Besonderheit muss sie aufweisen, die sie von den anderen Unterkünften der Umgebung unterscheidet.

Natürlich ist jede Entscheidung zutiefst persönlich und von meinem Geschmack geprägt, aber die Feedbacks der Kunden geben mir (fast immer) recht…

Manchmal lasse ich mich auch dazu hinreißen, ein Quartier zu buchen, das nicht unbedingt meinen Vorstellungen entspricht – aber den Vorstellungen meiner Kunden. Dennoch bleibe ich immer ehrlich, bespreche mit meinen Kunden, was sie erwartet – und wenn das okay ist, dann buche ich solche Unterkünfte gerne für ein paar Nächte zwischendurch.

Warum bucht Safari-Insider keine landestypischen Herbergen?

Es gibt sie überall, die ganz billigen Quartiere für Reisende ohne große Ansprüche an westliche Qualität.

Wenn ich selbst in Tansania auf Recherchereisen bin, nutze ich sie häufig, insbesondere wenn keine Mittelklasse-Optionen vorhanden sind (was außerhalb der Touristenzentren fast überall der Fall ist).

Aber ich habe beschlossen, diese Unterkünfte meinen Kunden nicht anzubieten, aus vielerlei Gründen:

  • Das Personal ist häufig unterbezahlt, was zu Diebstählen und Betrügereien führen kann. Oft sind Vorgesetzte mit von der Partie, z. B. bei Safe-Manipulationen o.ä.
  • Das Personal ist schlecht ausgebildet, was zu Problemen im Reservierungsablauf führen kann. Trotz Reservierung und Bezahlung ist nicht gewährleistet, dass ein Zimmer auch wirklich gebucht wurde.
  • Das Personal ist schlecht eingeschult und unmotiviert, was der Hygiene und Sauberkeit abträglich ist.
  • Die Ausstattung ist billig und qualitativ minderwertig, z. B. die Matratzen oder Löcher in den Moskitonetzen. Auch die Sanitäranlagen, Waschbecken und Armaturen sind minderwertig, was sie binnen weniger Monate rosten lässt.
  • Kaputte Dinge werden nur widerwillig repariert; lecke Toiletten oder kaputte Glühbirnen bleiben oft wochenlang unangetastet.
  • Die Zutaten für das Essen werden billig eingekauft. Wer schon einmal picksüße arabische Marmelade, nach Plastik schmeckende Blueband-Margarine oder das geschmacklose Toastbrot gegessen hat, weiß was ich meine.
  • Die Ausstattung ist meist spartanisch, ohne viel Schnickschnack oder afrikanische Akzente.
  • Es gibt keine Back-up Generatoren, d.h. wenn der Strom vom Netz ausfällt (so es den überhaupt gibt), bleibt es dunkel. Um Generatoren anzuschaffen oder sie mit teurem Benzin zu betreiben, wird kein Geld ausgegeben.

Die Liste könne ich noch endlos weiterführen. Ich möchte hier nicht die landestypischen Unterkünfte schlecht reden, nein, im Gegenteil, sie haben ihre Berechtigung. Aber nur wenn sie 20 USD kosten würden. Doch nein, sie kosten auch 80, 100, 120, 150 USD die Nacht…. (weil die Betreiber die Preise der gut funktionierenden, seriös arbeitenden Lodges und Hotels einfach kopieren, ohne die Leistungen oder Qualität ebenso zu übernehmen!).

Safari Insider Tipp: Deshalb plädiere ich dafür, lieber mehr auszugeben, aber das Frühstück ist gut und reichlich, das Bier ist kalt (weil es einen Back-up Generator gibt) und die Matratzen sind einigermaßen komfortabel, damit man für den kommenden, anstrengenden Safari-Tag gewappnet ist.

Für mich völlig unzureichend ist beispielsweise dieses Badezimmer … trotzdem kostet das Zimmer 50$ ohne Frühstück…

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