Ich bekomme häufig Anfragen, wo dezitiert nach Großhotels der diversen internationalen Hotelketten gefragt wird. Gleich vorweg: Große Hotels mit 100 Zimmern (oder mehr) entsprechen nicht meiner Vorstellung von Afrika. Warum ich sie nicht im Programm habe, erkläre ich gerne in diesem Blog-Beitrag.

Individualität statt Preisdruck

Als Mini-Veranstalter kann ich mit den Kontingenten und Preisabsprachen der großen Reiseveranstalter nicht mithalten.

Ein großer Veranstalter mit Hunderten Tansania-Reisen im Jahr kann auf solche Hotels einen anderen Preisdruck ausüben, als ein kleiner Spezialreiseveranstalter wie ich.

Dafür bin ich nicht an Verträge oder Standardtouren gebunden und kann frei aus dem Pool aller verfügbaren Unterkünfte in Tansania wählen.

Busch-Erleben statt Hotelcharakter

Der wichtigste Unterschied zwischen familiären Camps und Bettenburgen liegt in der Unmittelbarkeit.

Ich persönlich mag kleine, intime Camps und Lodges, wo

  • die Savanne direkt vor dem eigenen Zelt oder Chalet beginnt.
  • man in der Nacht die Tiere ums Chalet schleichen hört.
  • man frühmorgens, nach einer kühlen, feuchten Nacht, den Elefantendung riecht.
  • man beim Zähneputzen von einer Herde neugieriger Zebras beobachtet wird.

In Großhotels schläft man in gemauerten Zimmern mit Fenstern, weit weg von den Gerüchen und Geräuschen der Savanne. Meist kommt man mit der Savanne gar nicht in Kontakt, weil es keine Möglichkeit gibt, die gepflegten Gartenanlagen zu verlassen.

Der einzige Vorteil, den ich in den Großhotels sehe, ist deren meist außergewöhnliche Panoramalage, oft erhöht oder exponiert. Die Fernsichten sind häufig grandios!

Elefantenherde - Mdonya Old River Camp, Ruaha National Park

Solche Erlebnisse in einem intimen Busch-Camp bleiben unvergessen… (C) Mdonya Old River Camp, Ruaha National Park

Familiäres Ambiete statt Massenabfertigung

In den überdimensionierten Hotels in Tansania, die häufig Überreste der Anfänge des Tourismus aus den 1990er-Jahren sind, herrscht Massenabfertigung. Man serviert Buffet-Mahlzeiten, sitzt vor dick verglasten Panoramafenstern und teilt sich die (schöne) Aussicht mit 80, 100 oder 150 anderen Gästen.

In einem Kleincamp

  • sitzen Sie beim Essen fast mitten im Busch,
  • hören in der Ferne die Löwen brüllen,
  •  inhalieren die Düfte des goldbraunen Safarilandes vor der Nase,
  • und genießen Ihr köstliches Essen, das Ihnen zum Tisch serviert wird.

In manchen Camps gehört es zur Philosophie, alle Gäste an einem einzigen Tisch zu versammeln.

Häufig haben sich die Angestellten im Camp bereits beim Einchecken Ihre Vornamen gemerkt – ihr Gedächtnis diesbezüglich ist famos!

Abenteuer statt Bekanntes

Ein weiterer Pluspunkt, der für intime Busch-Camps und -Lodges spricht, ist das wohl dosierte Abenteuer.

Man braucht auf westlichen Komfort nicht verzichten und darf dennoch Abenteuerliches erleben.

  • Offene Buschduschen im Camping-Stil statt die gewohnten, verfliesten, geschlossenen Badezimmer mit Fließwasser
  • Canvas statt gemauerte Wände. Man ist geschützt, und dennoch mittendrin im Geschehen.
  • Grillenzirpen statt Flatscreen. In den allermeisten Zeltcamps gibt es keine Steckdosen im Zelt, sondern nur im Gemeinschaftszelt. Es ist herrlich, mal für ein paar Tage dem Lauf der Welt entsagen zu können!
  • Luftgetrocknetes Haar statt Fön. Es gibt keine Schönheitsideale im Busch. Come as you are, lautet die Devise. Hauptsache bequem und buschtauglich.
Großhotels oder Zeltcamps und Buschlodge

Überdimensioniert, Massenabfertigung und zu weit weg von der Savanne – deshalb kann ich mich mit Großhotels nicht anfreunden (C) Serengeti Sopa Lodge

Haben Sie Lust auf meine persönlich geprüften Zeltcamps und Buschlodges bekommen?