Walking Safaris – die Königsdisziplin im Busch

Den Busch (fast) für mich allein. Kein Motorengeräusch, kein Benzingemisch in der Nase, keine „Look, this is so cool!“-Rufe aus dem Auto gegenüber. Ich höre die in der Brise wispernden Gräser. Die Impalas krächzen aufgeregt und zeigen Gefahr an. Auch der Ranger hat etwas gehört und umfasst sein Gewehr fester.

Eine Walking Safari ist ein Fest für alle Sinne. Unbekannte Geräusche, Düfte der Wildnis in der Nase, die Augen scannen konzentriert die Gegend und Adrenalin wird in den Körper gepumpt.

Was ist so toll an Walking Safaris?

Das Schöne an den Walking Safaris ist, dass sie die perfekte Ergänzung zu den Pirschfahrten darstellen. Im Auto bestaunt man die imposanten Tiere (Löwen, Büffel, Elefanten, Antilopen, Gnus, etc.) oder Formationen (z. B. Große Migration), aber zu Fuß öffnet ein guter Guide das wahre Schatzkästchen von Mama Afrika, nämlich den Busch als komplexes Ganzes wahrzunehmen.

Plötzlich ist alles miteinander verbunden und verschachtelt. Man versteht Zusammenhänge, versteht, dass es kein Tier ohne Zweck im Kreislauf der Natur gibt, anerkennt die Logik hinter dem System „Natur“.

Was sieht man zu Fuß?

In aller Regel treffen Besucher bei Walking Safaris auf kleinere Tiere, Insekten, Vögel, auf Spuren im Sand, Exkremente, Kadaver, Termitenhügel, besondere Pflanzen oder Bäume.

Großtiere nehmen oft Reißaus, wenn sie unseren menschlichen Duft wittern, was nicht bedeutet, dass man ihnen nicht ziemlich nahekommen kann. Ich habe schon zahlreiche Großtiere eine Armlänge entfernt von mir auf Walking Safaris erlebt: Giraffen, Elefanten, Gnus und sogar ein Rudel Löwen.

Safari-Insider-Tipp: Für passionierte Fotografen sind Pirschfahrten einträglicher, denn im Auto kommt man speziell den großen, spektakulären Tieren näher.

Wie in den Tag integrieren?

Ungeachtet des Landes oder der Unterkunft starten Walking Safaris meist morgens ab 6 Uhr und je nach Sonnenstand ab 15, 16 Uhr (bis zum Einbruch der Dunkelheit).

Wie gestaltet sich die Unterbringung?

Glamping

Die Unterbringung erfolgt in relativ einfachen, buschnahe, rustikalen Camps. Kleinere Zelte, oft liegen die Matratzen am Boden, Bad/WC sind eher rudimentär (Plumpsklo, Buschtoilette, Campingdusche). Solche Camps stellen das Naturerleben in den Mittelpunkt. Die Unterbringung ist ausreichend komfortabel und sicher, aber kein Firlefanz soll vom Schauspiel der Natur ablenken. In solchen Camps sollte man keine Angst vor Geräuschen oder Insekten haben. Diese Camps sind sehr häufig nicht permanent, d.h. werden nach einer gewissen Zeit oder wenn es keine Buchungen gibt, wieder abgebaut.

Permanente Lodges/Camps –  mit Komfort zum stattlichen Preis

In aller Regel leisten sich nur hochpreisige Unterkünfte den Luxus der Lizenzen und erfahrenen, kompetenten Walking Guides. In Tansania handelt es sich vor allem um Camps/Lodges im Vier- und Fünf-Stern-Bereich, mit einigen wenigen Ausnahmen in der guten Mittelklasse im Selous Game Reserve (was sie nicht unbedingt billiger macht). In Sambia bieten auch einige Unterkünfte in der einfachen und guten Mittelklasse Walking Safaris an, die aber – gemessen am Komfort – dennoch stolze Preise haben.

Warum sind Walking Safaris teurer als Pirschfahrten?

Man geht ja nur, und hat keine Kosten für das Fahrzeug, denken vielleicht viele. ABER: Es ist das Drumherum, was die Walking Safaris teuer macht.

Es sind hohe Lizenzen an die Parkverwaltungen zu bezahlen, meistens fallen zusätzliche Nationalparkgebühren an. Die Guiding Schools für Walking Guides dauern länger, sind teurer, intensiver; zudem müssen die Guides eine Waffenlizenz erwerben. Die Guides wollen ihre Investition natürlich zurückverdienen und erhalten bessere Gehälter. Es ist teuer, ein komplettes Camp aus dem Boden zu stampfen. Aus Sicherheitsgründen muss immer ein Back-up-Fahrzeug in der Nähe sein, d.h. die Kosten für ein Auto fallen nicht weg, sondern kommen zusätzlich hinzu.

Wie lange geht man im Busch?

Sternförmig

Die meisten Buschwanderungen erfolgen von einem stationären Camp aus, wo man für 2, 3 Tage am selben Ort nächtigt und sternförmig die Buschwanderungen unternimmt. Die Buschwanderungen dauern zwischen 2 und 5 Stunden.

Von A nach B

In ganz wenigen Fällen zieht das ganze Camp mit der Karawane mit. Solche Wandertreks erfordern die Mithilfe der Gäste, d.h. man muss bei Auf- und Abbauen helfen und trägt häufig einen Teil des Gepäcks. Hier kann das tägliche Wanderpensum variieren, aber meist liegt es nicht über 6, 7 Stunden.

Wie sicher sind Walking Safaris?

Es wäre grob fahrlässig, würde ich behaupten, sie wären 100 % sicher. Man läuft in der Wildnis, es gibt keine 100 % ige Sicherheit. Aber mit kundigen Guides an der Seite und wachsamen Rangern hält sich das Risiko in Grenzen.

Ein Restrisiko bleibt immer, selbst bei erfahrensten Guides. Aber das ganze Leben ist ein Risiko. Sie können zuhause auf der Treppe ausrutschen und querschnittgelähmt sein.

Die Camps und Anbieter für Walking Safaris müssen sorgsam ausgewählt werden. Ich empfehle ausschließlich Anbieter, deren Guides kompetent, erfahren und gut ausgebildet sind.

Wo genau werden Walking Safaris angeboten?

Tansania

Die Buschspaziergänge im Arusha National Park oder am Ngorongoro Crater, die von Rangern der Parkverwaltung durchgeführt werden, sollten eher unter dem Gesichtspunkt “Bewegung im Busch” gesehen werden. Wir haben keinen Einfluss darauf, welcher Ranger Ihnen von der Nationalpark-Verwaltung zugeteilt wird. Einige sind engagiert und kundig, andere hingegen sprechen nicht einmal ausreichend gut Englisch.

Sambia

Uganda

Trekking (Wandern) ist in Ugandas nur in Zusammenhang mit den Primaten möglich. In den übrigen Parks mit Großtieren werden leider nur Pirschfahrten angeboten.

 

Habe ich Ihr Interesse an Walking Safaris geweckt? Ich würde mich freuen, wenn Sie genauso Feuer fangen wie ich!

Sie wollen zu Fuß auf Safari? Schicken Sie mir Ihre Anfrage!