Mehr als die Big Five

Mit Ostafrika assoziiert man gemeinhin Tierbeobachtung von Großtieren, also Safari. Aber Tansania, Sambia oder Uganda sind für zahllose Spezial-Interessen ideale Reiseziele.

Vogelbeobachtung

Sowohl Tansania als auch Sambia und Uganda sind Top-Destinationen für die Vogelbeobachtung. Die Vogeldichte hängt nicht nur von der Jahreszeit, sondern auch von der Vegetation und den Wasseradern in den Naturräumen ab.

Eigentlich existiert kaum ein Park, wo Ornithologen nicht interessante Vögel sehen könnten – aber es gibt Orte, die zu bestimmten Monaten viel besser als nur durchschnittlich interessant sind.

In Tansania zählen dazu der Arusha National Park, der Tarangire National Park, der Lake Natron mit seinen Flamingos, das Amani Nature Reserve, der Like Victoria, oder das Kilombero River Basin.

In Sambia gehören alle Gebiete entlang des Zambezi River, der Kafue National Park oder die Bangweulu Swamps zu den Top-Destinationen für Birding.

Es gibt kaum einen Park oder Naturschutzgebiet, das in Uganda kein Birder’s Paradise wäre! Angefangen vom Schuhschnabel-Storch, der an mehreren Orten beobachtet werden kann, über Vogel-Safaris am Victoria-Nil im Murchison National Park bis hin zu Sumpfgebieten am Lake Victoria versetzt Uganda Vogellieberhaber in Verzücken!

Wassersport und Fluss-Safaris

Fluss-Safaris, also mit dem Boot oder Kanu auf Wasser unterwegs sein und dabei Tiere am Ufer beobachten, sind das Tüpfelchen auf dem I auf Safari.

Sie sind in Tansania eingeschränkt möglich, aber in Sambia und Uganda avancieren sie – neben den Walking Safaris – definitiv zu den Höhepunkten einer Safari.

Am Rufiji River im Selous Game Reserve (Tansania), aber besonders in Sambia, am Zambezi River (Lower Zambezi National Park) oder Kafue River (Kafue National Park), und in Uganda im Murchison Falls National Park sowie im Queen Elizabeth National Park, gehören die Boat Safaris einfach dazu.

Sanft gleitet das Kanu im Fluss vorwärts. Der Außenbordmoter schweigt, uns tragen die Wellen flussabwärts. Aus dem dichten Uferbewuchs lugt ein grauer Kopf samt Flatterohren hervor. Noch einer. Und noch einer. Wir gleiten näher ran an die drei Grauhäuter – und sehen einen Baby-Elefanten zwischen ihren Beinen. Die Elefantendamen lugen misstrauisch in unsere Richtung. Sie warten, wir warten. Die Leitkuh stapft vorsichtig ins Wasser, die anderen folgen. Das Kleine kämpft mit dem Wasserstand, schafft den Übergang mit Aufmunterung der Älteren aber schließlich doch.

Wassersport wird hauptsächlich an der Küste geboten, in Sansibar, Mafia Island, Pemba Island oder an der Festlandküste von Tansania. Dazu zählen Tauchen, Schnorcheln, Hochseefischen oder Kite-Surfen.

Primaten

Die Schimpansen im Westen Tansanias lassen sich weder besonders einfach noch besonders billig besuchen – aber sie sind jeden Aufwand wert.

Der Mahale Mountains National Park gilt als bester Ort Afrikas, Schimpansen  zu beobachten. Die Anreise erfolgt am besten per Flugzeug und in Kombination mit dem Katavi National Park.

Leichter erreichbar, aber nicht weniger nachhaltig beeindruckend, sind die Primaten-Safaris (Gorillas, Schimpansen oder Goldmeerkatzen) in Uganda.

Mein persönliches Highlight in Uganda ist die Schimpansen-Habituierung, wo Besucher einen Tag lang mit einem Ranger unterwegs sind, wenn die Schimpansen an die Menschen gewöhnt werden.

Paläontologie und Geschichte

Tansania ist voller Geschichte

In der Olduvai Gorge entdeckte Mary Leakey 1959 Überreste der Menschenvorfahren Australopithecus boisei und 1960 des Homo habilis. Unweit davon legte sie 1979 die Footprints von Laetoli frei, die von Hominden stammen, die vor 3,6 Mio. Jahren in Ostafrika gelebt haben sollen.

Die unerforschten Felsmalereien von Kondoa, auf dem Weg von Arusha nach Dodoma, belegen, dass hier vor einigen tausend Jahren Jäger und Sammler lebten. Im Süden Tansanias, außerhalb von Iringa, fand man bei Isimila steinzeitliche Werkzeuge, die aus der Zeit der Acheuléen (Altsteinzeit) vor 270 000 Jahren stammen sollen (damals schlummerten Teile Europas noch unter einer Eisdecke).

Aber auch die jüngere Geschichte kommt nicht zu kurz. Die bedeutenden Ruinen von Kilwa datieren aus dem 11. – 15. Jh., Bagamoyo oder Pangani erlebten im 19. Jh. ihre Blütezeit und lassen heute noch den einstigen Prunk erahnen. Einige Relikte aus der Kolonialzeit, wie z. B. Bahnhöfe, Gebäude oder ganze Gebäudeensembles werden von der Tourismusindustrie vollkommen links liegen gelassen.

Eine Kombi aus Geschichte, Kultur und Tierbeobachtung lässt sich (trotz großer Distanzen) wunderbar arrangieren.

Zugreisen

Zugreisen in Tansania sind nichts für Ungeduldige. Im Schritttempo kriecht die Bahn vorwärts und schenkt ihren Passagieren viel Zeit zum Beobachten, Hören, Riechen und Eintauchen.

Nach einigen Stunden Fahrt ab Dar es Salaam (mit der TAZARA) können Sie für Safari im Selous Game Reserve oder Mikumi National Park stoppen. Danach geht’s weiter in die Udzungwa Mountains, wo Sie ebenfalls ein paar Tage für Wanderungen oder Kulturtourismus verweilen können. Am Endpunkt der Reise steht das entspannte Städtchen Mbeya, ein wunderbarer Ausgangsort für den Lake Nyasa und andere unbekannte Naturschönheiten im südwestlichen Eck von Tansania.

Wer mindestens 3 Wochen Zeit hat, und damit klar kommt, dass nicht die ganze Reise minutiös geplant werden kann, den erwartet eine unvergessliche Reise abseits der üblichen Touristenrouten.

Sie haben Lust auf Abenteuer bekommen? Verlassen Sie die ausgetretenen Pfade. Seien Sie anders und pfeifen Sie auf die 0815-Safaris. Überlassen Sie diese den anderen …

 

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