Mit Land und Leuten verschmelzen

Oftmals bleibt für Kontakt mit den Einheimischen keine Zeit – das straffe Programm durch die Nationalparks lässt kaum Zeit zum Durchschnaufen, geschweige denn für ein paar Stunden in einem Dorf oder einer historischen Stätte.

Dabei machen es die Ostafrikaner ihren Besuchern so leicht, mit ihnen in Kontakt zu treten: Sie gehen offen auf Fremde zu, ohne Berührungsängste, mit höflicher Zurückhaltung, aber freundlicher Neugierde.

Klar, man will das Maximum aus einer Reise nach Ostafrika rausholen, um den hohen Reisepreis zu rechtfertigen. Man will keine Zeit vergeuden, und Löwen, Elefanten und Geparden sehen. Oft fühlen sich Besucher auch unwohl in der Rolle der Beobachter, wenn der Wohlstand des Westens auf die bescheidenen Mittel der Ostafrikaner trifft.

Einheimische profitieren direkt

Die Menschen verdienen Geld dabei, wenn Touristen sie besuchen. Viele partizipieren am Kulturtourismus, wie er offiziell (vielleicht auch irreführend) heißt:

Der Guide, der die Touristen begleitet; der Bauer, dessen Acker überschritten wird; der Projektkoordinator, der alle Beteiligten koordiniert und sie bei Laune hält; die Frauen, die kochen oder singen; die ganze Dorfgemeinschaft, die sich über das Interesse der Fremden freut und kollektiv am Kulturtourismus verdient.

Deshalb versuche ich, Kulturtourismus-Aktivitäten in jede Tour einzubauen. Hier geht Geld direkt an die Menschen; auf diese Weise trägt Tourismus direkt zur Armutsbekämpfung bei.

Wenig Aufwand, große Wirkung

Diese und weitere Kulturtourismus-Programmpunkte können ganz leicht ins eine Rundreise eingeflochten werden; meist dauern die Besuche nicht länger als zwei, drei Stunden.

  • Bei den Maasai in Tansania, wo man von ihrer Heilkunde, ihrer Lebensweise, der Wichtigkeit der Rinder erfährt und eine Boma von innen besichtigen kann,
  • bei den Hadzabe am Lake Eyasi (Tansania) die Besucher mit auf die Jagd nehmen,
  • bei Frauenprojekten, wo ebenfalls das jeweilige Dorf besucht wird oder Produktionsstätten, z. B. von Käse oder Lehmkuchen,
  • auf Kaffeeplantagen (Tansania und Uganda), wo Besucher Wissenswertes über Kaffee erfahren,
  • in halb-karitativen Unternehmen, wo beispielsweise mit Menschen mit Beeinträchtigungen arbeiten,
  • bei historischen Stätten in Tansania, wo die Einheimischen als Guides arbeiten oder die ansässigen Frauen ein traditionell tansanisches Mittagessen zubereiten,
  • in Ost-Uganda, wo in Kara-Moja oder rund um den Mount Elgon die Menschen und der Alltag im Vordergrund stehen,
  • rund um den Bwindi Forest (Uganda), wo es zahllose Möglichkeiten gibt, das Leben der Einheimischen kennenzulernen.

Afrikaner brauchen keine Almosen und kein Mitleid, sie brauchen Arbeit, Verdienstmöglichkeiten, und die Zuversicht, dass sich ein Morgen lohnt. Besser kann ein Besucher nicht beitragen.

Wie integrieren?

Es gibt viele Möglichkeiten, Kulturtourismus in den Reiseverlauf zu integrieren,

  • als Programmpunkt von wenigen Stunden, z. B. Dorfbesuche, div. Besichtigungen,
  • als ganztägiges Programm-Highlight, z. B. Wanderungen zu Bergdörfern,
  • als mehrtägiger Programm-Bestandteil, z. B. Wanderungen, Radtouren.

 

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