Des öfteren werde ich gefragt, ob es Sinn macht, auf Sansibar ein Auto zu mieten.

Meine persönliche Meinung dazu ist ein entschiedenes „NEIN!“

Diese Antwort gilt für jeden, der nicht gerade ein fanatischer Autofahrer ist, Afrika-Erfahrung hat, Linksverkehr gewohnt ist und Gefallen an besonders großen Schwierigkeiten im Straßenverkehr findet. Für jeden, der diese Kriterien nicht erfüllt, fällt mir kein einziger Grund dafür ein, ein Fahrzeug zu mieten.

Es gibt vielfältige Transportmöglichkeiten

Tagestouren sind wunderbar direkt im Strandhotel zu buchen. Eine Fahrt vom Strand nach Stone Town kostet 50, 60 USD einfach. Es gibt Daladalas, das sind die öffentlichen Verkehrsmittel, die für ein paar Tausend Shilling (entspricht ein paar Euros) nach Stone Town fahren. Share Taxis steuern die Backpacker-Strände Nungwi, Paje oder Jambiani an. Oder Sie erproben Ihr Verhandlungsgeschick und finden einen Taxifahrer, der für 80 oder 100 USD mit Ihnen die ganze Insel abfährt. Dabei bestimmen Sie, wo und wie oft ein Halt eingelegt wird.

Am romantischsten sind Bootsfahrten, doch damit kommt man nicht von A nach B…

Im Mietwagen sind Weiße Freiwild

35 – 45 USD pro Tag wären – exklusive Benzin – für einen Mietwagen zu berappen. Unbezahlbar sind die Nerven, die eine solche Fahrt den Lenker (und seine Beifahrer) kostet. Von Fahrvergnügen ist so ein motorisierter Spießrutenlauf ganz weit entfernt. Dafür sorgen Heerscharen von Rad- und Mopedfahrern, süffisant grinsende Polizisten sowie eine mehr als dürftige Beschilderung von Orten.

Insbesondere in der Nähe von Zanzibar Town und in den größeren Dörfern kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn Rad- und Mopedfahrer unmotiviert ausscheren. Unmarkierte Rüttelschwellen und Schlaglöcher fordern die vollste Aufmerksamkeit eines Autofahrers. Rasende Daladalas, die vorzugsweise an völlig unübersichtlichen Stellen überholen, sorgen für einen besonderen Kick.

Wen all das noch nicht abschreckt, der sollte sich auf zähe Verhandlungen mit Polizisten einstellen.

Im Normalfall sind sie nett und freundlich, die Polizisten. Aber es nervt, wenn man auf der Strecke von Nungwi nach Stone Town dreimal aufgehalten und unter falschen Vorwänden zur Kassa gebeten wird.

Die Polizisten sollen offiziell nur den Internationalen Führerschein sowie die Fahrzeug- und Versicherungspapiere kontrollieren. Wenn Sie Pech haben, ist einer der Polizisten allerdings gerade in Geldnot. Da kommt ihm ein ahnungsloser, nicht Swahili sprechender Tourist, der mit den Nerven ohnehin schon am Ende ist, gerade recht. In größeren Dörfern gibt es Straßensperren, die die Polizisten meist nur nach erfolgter Fahrzeugkontrolle öffnen (was die Chance erhöht, unangemessen zur Kasse gebeten zu werden). Autofahrten in der Nacht sind grundsätzlich zu vermeiden!

Außerdem: Um selber fahren zu dürfen, benötigen Sie einen Internationalen Führerschein, der nicht älter als ein Jahr sein darf. Neuerdings muss man sogar, gegen Gebühr versteht sich, eine Art Erlaubnisschein beantragen.

Safari-Insider-Tipp: Wer im Urlaub auf Stress verzichten kann, bucht bei Bedarf eine Taxifahrt (am besten an der Hotelrezeption). Nur wer noch nie selbst mit dem Auto in Tansania gefahren ist, mokiert sich über die Taxipreise.

So sehen Daladalas in Tansania aus… hier habe ich zwar welche in Dar es Salaam fotografiert, aber sie sehen auf Sansibar ganz gleich aus.