Helfen vor Ort – Teil 3

Tatsache ist, dass wir westlich geprägte Menschen der Bevölkerung in Ostafrika nur helfen können, wenn wir uns an gewisse Spielregeln halten – und zwar an ihre.

Die Rolle der Touristen

Wir sind keineswegs ohnmächtig gegen die Situation vor Ort, sofern wir uns darauf einlassen zu erkennen, was angebracht ist und was nicht; zu akzeptieren, dass wir mit unserer Denkweise nicht unfehlbar sind und uns mitunter sogar nach Gepflogenheiten zu richten, die uns völlig sinnlos erscheinen. Die großzügigste Sachspende geht oft ins Leere, weil es den Menschen hier am Grundsätzlichen fehlt.

Safari Insider Tipp: Wenn Sie den Menschen in Ostafrika helfen wollen, schätzen Sie vor allem Ihre Rolle als Tourist richtig ein!

Als Reisender, der beispielsweise nach Tansania kommt, tun Sie bereits genau das Richtige – Sie geben einigen Menschen direkt Arbeit und unterstützen Betriebe, die wiederum Arbeitgeber sind. Je mehr Sie sich auf Land und Leute einlassen, ohne ihnen den westlichen Stempel aufdrücken zu wollen, umso klarer wird Ihnen, dass es die beste Hilfe ist, Afrika und den Afrikanern zuzugestehen, sich autonom zu entwickeln, einen sinnvollen Umgang mit Geld zu lernen und verantwortungsbewusst zu entscheiden, was sie mit ihrem Geld machen wollen.

Es nutzt gar nichts, sie zum Kauf von Dingen zu zwingen, die wir aus westlicher Sicht für sinnvoll erachten. Das funktioniert nicht!

Betteln bringt meist mehr ein als Arbeit. Deswegen schicken so manche Eltern ihre Kinder lieber auf die Straße als in die Schule.

Mit gutem Gewissen

Es gibt Mittel und Wege, zu einer positiven Entwicklung in ostafrikanischen Ländern beizutragen, mit denen Ihre Hilfe tatsächlich ein nachhaltiger Erfolg beschieden ist.

  • Buchen Sie bei Hotels und Unternehmen, die vor Ort Initiativen betreiben. In den allermeisten Fällen handelt es sich bei den Betreibern um Ausländer, aber sie leben bereits seit sehr vielen Jahren in Ostafrika und haben den besten Einblick, wie Hilfsprojekte funktionieren.
  • Buchen Sie Kulturtourismusaktivitäten.
  • Unterstützen Sie Initiativen, die von den Betreibern Ihrer Lodge/Ihres Hotels ausgehen.
  • Kaufen Sie vor Ort produzierte Souvenirs.
  • Kaufen Sie niemals Produkte, für die geschützte oder bedrohte Tiere ihr Leben lassen mussten.
  • Vertrauen Sie Führern, z. B. bei Stadtführungen in Stone Town oder für Aktivitäten am Strand nur nach Überprüfung ihrer Zulassung.
  • Lassen Sie sich nicht auf aggressive Verhandlungen ein – bezahlen Sie faire Preise (nachdem Sie sich vorher über die ortsüblichen Preise erkundigt haben).
  • Überlegen Sie gut, ob Sie Kindern Geld geben. Sie regen damit eine Entwicklung an, wo Kinder vermehrt zum Betteln geschickt werden, anstatt zur Schule. Sie verlieren  zudem den Respekt vor Ausländern, was schon vielerorts in Tansania oder Sansibar zu spüren ist.

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