Gorilla beringei beringei. Was sich ein bisschen wie polinesisches Streetfood anhört, ist eine der am massivsten bedrohten Tierarten der Welt. Sie leben in den Virunga Mountains, die sich nach Uganda, Ruanda und Kongo erstrecken.

Laut UN gab es 1981 nur mehr 254 Individuen in den Virunga Mountains. Heutzutage sollen wieder an die 1000 – 1100 Tiere existieren. Dennoch gelten sie noch immer als „critically endangered“, also „vom Aussterben bedroht“.

Die gute Nachricht ist: Die Kurve zeigt in den Virunga Mountains (also dort, wo der Mensch schützend eingreift) verhalten nach oben. Verantwortlich dafür sind die Einnahmen durch den Tourismus. Er erlaubt es den Behörden, effizienter und intensiver zu patrouillieren. Der ansässigen Bevölkerung beschert er alternative Optionen, einen würdigen Lebensunterhalt ohne Wilderei zu bestreiten.

Berggorillas zu schützen ist vor allem zeit-, personal- und ressourcenintensiv. Dies erklärt (zum Teil) die hohen Kosten für Permits, um sie in freier Wildbahn beobachten zu dürfen.

Warum Uganda für das Gorilla-Trekking?

Die Frage wird mir oft gestellt: Warum soll ich wegen der Gorillas ausgerechnet nach Uganda?

Für eine Antwort muss ich etwas weiter ausholen:

1. Weil es fast halb so billig ist wie in Ruanda.

700 USD Normalpreis anstatt 1500 USD wie in Ruanda macht für die meisten Reisenden einen gravierenden Unterschied. Theoretisch bekommt man in Uganda „2 für 1“, also fast 2 x Gorilla-Trekking für 1 x in Ruanda. Auch wenn in Ruanda damit argumentiert wird, dass das Service drumherum ausgeklügelter ist, glaube ich nicht, dass Tee und Kaffee zum Gorilla-Briefing einen fast doppelt so hohen Permit-Preis rechtfertigen.

Es handelt sich in Ruanda einfach um eine strategische Entscheidung: Man hat sich für eine High-End-Strategie mit Fünf-Sterne-Unterkünfte entschieden, um die zahlungskräftigsten Reisenden der Welt anzulocken.

Ich kann mich immer nur wiederholen …. Gorillas in freier Wildbahn zu erleben bleibt in Erinnerung.

2. Weil Uganda ein sicheres und unbeschwerteres Reiseland ist (beispielsweise im Vergleich zum Kongo).

Natürlich will ich der DRC nicht unterstellen, potenziell lebensgefährlich zu sein, aber tendenziell bestehen die Nachrichten aus dieser Ecke eher aus abtörnenden Informationen: Überfälle, Terrorismus, Aufstände, Milizen, Kidnapping, Ebola. Reisen ist natürlich möglich im Kongo, aber nur in gewissen Regionen und für wirklich Afrika-erfahrene, Abenteuer-liebende Reisende.

3. Weil Uganda vielfältig ist.

Uganda hat so viel zu bieten, dass rund um die Gorilla-Beobachtung ein abwechslungsreiches, eindrückliches Programm von 10 – 30 Tage gestrickt werden kann. Selbiges ist für Ruanda nicht möglich.

Ruanda hingegen hat den Vorteil, dass eine Gorilla-Beobachtung in 3 Tagen „abgehackt“ ist und bestens mit der Serengeti oder Kenia gebündelt werden kann.

Vor Corona gab es direkte Flugverbindungen von Kigali in die Serengeti, ideal um die Gorillas mit der Großen Migration zu kombinieren.

4. Weil die Schimpansen die perfekte Ergänzung zum Gorilla-Trekking sind.

Gorillas sind beeindruckend. Schimpansen auch. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen….

5. Weil Uganda ausreichend Platz hat, damit Sie abseits vom Massentourismus bleiben können.

Uganda war zwar punktuell in Vor-Corona-Zeiten überlaufen, aber das Gros der Touristen-Horden graste die Strecke Entebbe – Kibale – Queen Elizabeth – Bwindi ab. Sobald man den typischen „Highlights“ den Rücken kehrte, wurde es schlagartig untouristisch.

Bei der Reiseplanung geht es für mich darum, den typischen Stationen auszuweichen. Da reicht es manchmal schon, azyklisch den Tag zu gestalten, also eine Schimpansen-Beobachtung für den Nachmittag anzusetzen oder statt des üblichen einstündigen Schimpansen-Trekkings die „Chimp Habituation“ einzuplanen. Oder für das Gorilla-Trekking nicht in Buhoma zu nächtigen, sondern beispielsweise in Nkuringo oder Mgahinga.

Mgahinga Lodge – wohltuend abseits der typischen Touristenrouten.

Die reduzierten Tarife bis 31.3.2021 im Überblick

  • Gorilla-Trekking: 400 USD statt  700 USD
  • Schimpansen-Trekking (gilt nur für Kibale): 150 USD statt 200 USD
  • Eintrittsgebühren für alle Nationalparks: 20 USD pro Tag und Person anstatt 40 USD

Und die Lodges?

Gleich und gleich gesellt sich gerne: Glücklicherweise passen die reduzierten UWA-Tarife zu den zahlreichen Low-Season-Specials der Unterkünfte. So bieten die Volcanoes Lodges, die Exclusive Camps oder die Wild Places ebenso reduzierte Tarife aufgrund der Nebensaison.

So „preiswert“ wie momentan wird Uganda auf absehbarer Zeit nicht mehr bereisbar sein. Und so menschenleer schon gar nicht. Natürlich nur, wenn man die Umstände (Stichwort PCR-Tests) in Kauf nimmt.

Welche Corona-Vorschriften gelten derzeit für Uganda?

Die vorliegenden Vorschriften sind seit Anbeginn der Wiedereröffnung nach dem ersten Corona-Lockdown unverändert geblieben:

  1. Einreisevoraussetzung ist ein negativer PCR-Test, der maximal 72 Stunden vor der Abreise durchgeführt wurde.
  2. Vor der Abreise aus Uganda ist ebenso ein PCR-Test erforderlich. Valide PCR-Test-Ergebnisse können in Entebbe binnen 12 Stunden geliefert werden.

Uganda zählt laut RKI NICHT zu den Risikogebieten, d.h. von Uganda-Reisen wird sowohl deutschen Reisenden wie auch Reisenden aus der Schweiz nicht explizit abgeraten.

Bitte prüfen Sie, ob Ihr Herkunftsland eine Quarantäne bei der Einreise vorschreibt, für Deutschland und Österreich sind es momentan 10 Tage mit der Möglichkeit, sich nach 5 Tagen freitesten zu können.

Haben Sie schon immer davon geträumt, den Menschenaffen gegenüber zu stehen? Gerade jetzt ist die perfekte Zeit dazu, da der Massentourismus Pause macht.