Die häufigste Fragen von Reisenden betrifft die Malaria. Wer aus bestimmten Gründen die Chemo-Prophylaxe (die typische Malaria-Prophylaxe in Form von Tabletten) vermeiden möchte, kann durch angepasstes und richtiges Verhalten das Risiko, an Malaria zu erkranken, auf ein Minimum reduzieren.

Achtung: Es gibt keinen vollständigen Schutz gegen Malaria, weder durch medikamentöse Prophylaxe noch Expositionsprophylaxe. Bei rechtzeitiger Behandlung kann diese Krankheit aber problemlos geheilt werden.

Im Busch weit weg von Dörfern ist das Malaria-Risiko gering. Foto (c) Asilia Africa.

Was ist Malaria?

Malaria wird durch Parasiten verursacht, die die roten Blutkörperchen angreifen. Es grassieren verschiedene Arten von Malaria, deren gefährlichste Form die Malaria tropica (Erreger Plasmodium falciparum) ist, die aber nur in bestimmten Gebieten vorherrscht. In Tansania existieren häufig andere, weniger dramatische Formen der Malaria.

Die Inkubationszeit beträgt im Normalfall zwischen zwölf Tagen und zwei Monaten ab Einstich, d.h. viele Reisende sind möglicherweise schon wieder zu Hause, bevor sich die Malaria überhaupt bemerkbar machen kann.

Die Weibchen der Anopheles-Mücke übertragen den Malaria-Erreger, inbesondere in den feuchten Monaten, wo offene, stehende Gewässer (Pfützen, Sümpfe) und die Sonneneinstrahlung das Wachstum der Brut begünstigen. Nach frühestens einer Woche schlüpft der Moskito und lebt im Allgemeinen zwei bis vier Wochen lang in einem Radius von wenigen Kilometern.

Die Voraussetzung, dass Malaria auf einen selbst übertragen wird, besteht darin, dass die Mücke vorher einen Malariaträger gestochen hat.

Wichtigster Rat also an alle Tropenreisenden: Lassen Sie sich nicht von einer Mücke (Gelse, moscito) stechen!

Top Tipp Nr. 1: Nicht jede Mücke überträgt Malaria!

Auch wenn Sie einen Stich abgekommen haben, dann ist keine Panik angesagt. Nicht alle Moskitos übertragen den Erreger!

Top Tipp Nr. 2: Richtiges Verhalten zu bestimmten Uhr- und Jahreszeiten

Achtung zwischen 16 und 9 Uhr morgens

Die Moskitos stechen vornehmlich in der Morgen- und Abenddämmerung sowie im Dunkeln.

Deshalb sollte man es sich zur Gewohnheit machen, ab 16 Uhr lange Kleidung (Hosen, Jeans und Shirts, leichte Jacken, Hemden) zu tragen. Zudem sollten die noch exponierten Stellen (Hals, Ohren, Füße, Dekolleté, Hände, Arme) mit Mücken abweisenden Mitteln (repellent) versehen werden. Ideal wäre es, auch die Kleidung mit einem sprühbaren Insektenschutzmittel zu imprägnieren.

Wichtig: Beim Frühstück nicht auf lange Kleidung und Moskitolotion vergessen, denn je nach Hitze fliegen die Malaria-übertragenden Insekten bis 9 Uhr am Morgen.

Wo’s kalt ist, gibt es keine Malaria

Außerdem ist es in hohen Lagen (Ngorongoro Crater, Karatu, Usambara Mountains) sehr viel unwahrscheinlicher, sich mit Malaria zu infizieren. Die kühlen Temperaturen sind dem Brutwachstum nicht förderlich.

Die Ngorongoro Highlands liegen so hoch, dass Malaria-Mücken äußerst unwahrscheinlich sind

Wo’s keine Menschen hat, gibt’s keine Malaria

Da Malaria ja nur dann entsteht, wenn Mücken von infizierten Menschen Blut in sich haben, sind wenig besiedelte Gebiete tendenziell weniger gefährdet. D.h. in einem Camp im Busch weit weg von Dörfern und Zivilisation ist die Wahrscheinlichkeit, von einer Malaria-Mücke gestochen zu werden, äußerst gering.

Aufpassen sollte man aber in Ballungszentren und Städten, wie Arusha, Moshi, Dar es Salaam oder Tanga!

Top Tipp Nr. 3: Moskitolotion mit ausreichend DEET mitbringen

Zu den wirksamen Moskitolotionen (repellent) habe ich schon einen anderen Blog-Beitrag geschrieben, bitte lesen Sie hier weiter.

Top Tipp Nr. 4: Unter dem Moskitonetz schlafen

Das nächtliche Moskitonetz ist für Tansania ein absolutes Muss.

In klimatisierten Räumen braucht man es im Normalfall nicht (es fehlt dort ohnehin oft), da die Moskitos nicht von der Wärme in die Kälte fliegen. Man sollte aber sicherstellen, dass das Hotelpersonal täglich (meist am Abend) ausreichend Insektenspray sprüht.

In den Tented Camps gibt es selten Moskitonetze über den Betten, aber hier ist das Zelt durch Zipps und Gazé an den Fenstern ähnlich hermetisch geschlossen wie ein Moskitonetz. Tipp: Lassen Sie die Zelt-“Türen“ nicht offen, zippen Sie sie immer gleich wieder zu. Üblicherweise wird beim Putzen Insektenspray gesprüht, um den Insekten Herr zu werden.

Sansibar gilt ohnehin als Malariafrei – dennoch, sparen Sie dennoch nicht mit Mückenlotion, es gibt ja andere kleine Viecher auch, die stechen, und zwicken und lästigen Juckreiz hinterlassen können…

Top Tipp Nr. 5: Bei ersten Symptomen sofort zum Arzt

Sollten Sie wider Erwarten in Tansania an Malaria erkranken, warten Sie keine Sekunde! Je früher man zum Arzt geht, desto besser.

Sollten Sie unbestimmte Symptome plagen, wie Durchfall, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit, Müdigkeit oder gar Fieber oder Erbrechen, so teilen Sie dies unverzüglich dem Camp Manager und Ihrem Begleiter (also Fahrer) mit. Besser einmal zu viel beim Arzt, als einmal zu wenig!

Die nächste Buschklinik, die Malaria-Schnelltests macht und passende Medikamente verschreiben kann, ist meist nicht weit entfernt – sogar in den Nationalparks!