Bei den hohen Preisen im östlichen und südlichen Afrika ist man schnell versucht, nach Alternativen zu suchen. Aber je länger man im Internet sucht, desto mehr erkennt man, was bei einem Afrika-Urlaub alles bedacht werden muss. Viele Leute, gerade reiseerfahrene und weitgereiste, versuchen sich dann an der Planung, ohne zu bedenken, dass Afrika seine eigenen Gesetze hat.

Das sind die größten Fehler und Irrtümer Nummer 3 und 4:

3. Die Preise mit Amerika oder Asien vergleichen

Ein 49$-Motel in San Francisco ist sauber, ansprechend eingerichtet, mit WLAN, TV und natürlich Warmwasser und liegt zentral. Bei Schwierigkeiten wird effizient und schnell geholfen, man wird freundlich empfangen und fühlt sich willkommen.

Ein 49$-Hotel in Dar es Salaam ist bestenfalls landestypische Kategorie, mit nackten Glühbirnen, die von der Decke hängen, chinesischen Einrichtungsgegenständen und durchhängenden Schaumstoffmatratzen. Das Personal ist verschlafen und eigentlich eher unwillig, bei Problemen weiterzuhelfen. Ganz zu schweigen vom Empfang, der nur so lange freundlich war, solange der Rezeptionist das Geld nicht durch die eigenen Finger laufen sah. Mehr als ein Bett, Warmwasser und neuerdings WLAN darf man sich für dieses Geld nicht erwarten.

Für 49$ bekommt man in Thailand hingegen einen fast schon luxuriösen Bungalow am Strand, mit WLAN, Warmwasser, nett dekoriert, mit überschwänglichem Service und Massagen zum Nulltarif.

Was man für 49$ bekommt, hängt also in starkem Maße vom Land und deren Infrastruktur bzw. Preisniveau ab.

Ein Besucher meiner Webseite schrieb mir vor einer Zeit ein erbostes Email:

Wir sind in der Tat mit wenig zufrieden und würden uns gerne auch einmal Afrika auf diesem Weg anschauen. Aber es scheint wirklich fast nicht möglich zu sein dies zu einem vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis zu erhalten. Offenbar scheinen sich da wirklich relative viele Leute an Pauschaltouristen eine goldene Nase zu verdienen. Für 3500€ komme ich selbst in Europa oder Nordamerika einen Monat lang durch – aber in Afrika war es uns bisher leider nicht möglich etwas passendes zu finden.

Er hat nicht unrecht, aber das sind eben die Rahmenbedingungen in Tansania. Tansania, Kenia oder andere ostafrikanische Staaten sind Entwicklungsländer, da kostet alles, was einigermaßen westlich ist (Strom, Fließendwasser, Internet, Benzin, etc.) doppelt und dreifach so viel wie bei uns.

Hohe Steuern, Gebühren, Korruption, hohe Grundstückspreise und viele viele Preistreiber mehr (u. a. die internationale Community, die Afrika gerne helfen möchte, aber auch die Preise in die Höhe treibt, weil die Afrikaner wissen, dass sie bei Weißen höhere Preise verlangen können).

Deshalb: Bitte nicht vergleichen, was man in Amerika oder Europa für so und so viel Geld bekommt. Solche Vergleiche sind nicht zulässig und auch gar nicht möglich.

Ostafrika ist einfach teuer. Punkt. In Tansania oder Sambia hat man sich dazu entschlossen, dass der Tourismus der bedeutendste Devisenbringer ist, dies spiegelt sich in den Preisen wieder.

Tansania - Hochpreis-Touristendestination

Tansania hat sich bewusst dafür entschieden, eine Hochpreis-Touristendestination zu werden. (C) Paul-Joynson-Hicks

4. Distanzen unterschätzen

Auf der Karte oder Google Maps sieht Tansania oder Sambia oder Kenia ganz anders aus als in Natura. Distanzen mögen auf der Karte kurz wirken, auf Safari benötigt man dann 3 Stunden dafür. Andere Distanzen wirken wiederum lang, man benötigt dann aber nur 30 Minuten dafür.

Nur ein Profi, der die Länder gut kennt, die Distanzen alle schon selbst gefahren oder geflogen ist, kann realistisch einplanen, wie eine Route aussehen kann.

 

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