Bei den hohen Preisen im östlichen und südlichen Afrika ist man schnell versucht, nach Alternativen zu suchen. Aber je länger man im Internet recherchiert, desto mehr erkennt man, was bei einem Afrika-Urlaub alles bedacht werden muss. Viele Leute, gerade reiseerfahrene und weitgereiste, versuchen sich dann an der Reiseplanung, ohne zu bedenken, dass Afrika seine eigenen Gesetze hat.

Das sind die ersten beiden großen Fehler und Irrtümer:

1. Die Reiseplanung selbst in die Hand nehmen, weil es dann billiger wird

Gerade Invididualreisende sind es aus Asien oder Amerika gewöhnt, die Planung einer Reise selbst in die Hand zu nehmen.

Die Billig-Formel: Keine Safari und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs

Es wird nur dann billiger, wenn man sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und landestypischer Kategorie zufrieden gibt und die besuchten Parks auf ein Minimum reduziert.

So zu reisen, ist natürlich möglich und kommt jenen zugute, die vor allem an Land und Leuten (und nicht so sehr an Tierbeobachtung) interessiert sind und in landestypischen Unterkünften nächtigen.

Öffentliche Verkehrsmittel sind billiger, aber man kann nicht auf Safari gehen

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es billiger, aber man ist in der Reichweite eingeschränkt und kann nicht auf Safari gehen

Die Qualitäts-Formel: Viel Tierbeobachtung, gute Unterkünfte, geprüfte Partner

Wer aber wegen der Tierbeobachtung nach Afrika fliegt und in der Mittelklasse (mit westlichem Standard) nächtigen möchte, kommt nicht umhin, die Organisation der Reise in die Hände sachkundiger Menschen zu legen, die sich mit den Gegebenheiten vor Ort auskennen und ihre geprüften Partner vor Ort haben.

Vielleicht spart man sich durch Eigenorganisation 100 € oder 200 €, wenn überhaupt. Aber wenn man das Suchen im Internet, die aufgewandte Zeit bei der Planung, mögliche Probleme und den Ärger mit einrechnet, wird die Safari um ein Vielfaches teurer.

Warum bei europäischen Reiseveranstaltern buchen?

Es kann so viel passieren, wenn man in Afrika reist.

  • Wer sorgt sich bei Flugausfällen um Ersatztickets?
  • Wer bezahlt für die Ersatztickets, wenn ein Flug ausfällt? Afrikanische Airlines sind in Europa nicht schadenersatzpflichtig, da schaut man durch die Finger und darf doppelt bezahlen?
  • Was passiert, wenn der in Eigenregie bestellte Taxifahrer nicht pünktlich kommt und man den Flug oder die Fähre versäumt?
  • Wer hilft, wenn der Taxifahrer gar nicht auftaucht?
  • Wer hilft bei einem Busunfall?
  • Wer hilft, wenn das Safari-Fahrzeug hängen bleibt?

Mit erfahrenen, renommierten Anbietern werden viele Probleme gar nicht auftauchen. Und wenn doch, dann wird man sich darum kümmern.

Und noch etwas: Europäische Reiseveranstalter sind schadenersatzpflichtig. Von afrikanischen Anbietern (egal ob Hotels, Airlines oder Tour Operators) darf man keine Geld-zurück-Garantie erwarten.

2. Unterkünfte anhand von Preisen zu bewerten

Die meisten Unterkünfte im östlichen und südlichen Afrika haben heutzutage Webseiten, wo auch die Preise kommuniziert werden. Da fällt der Vergleich leicht, zwischen Camp 1 und Lodge 2. Schnell ist da eine Entscheidung gefällt, vielleicht sogar für die etwas teurere Unterkunft, weil sie auf den Bildern sympathisch aussieht.

Was sagt der Preis aus?

Der Preis sagt im östlichen Afrika nicht unbedingt etwas über die Qualität aus. Eine kostenbasierte Preiskalkulation existiert in vielen Fällen nicht und deswegen werden die meisten Preise Auge-mal-Pi errechnet. Ganz unter uns: Es ist sogar üblich, einfach den Preis der umliegenden Hotels zu kopieren, ohne jemals eine korrekte Kalkulation zu machen.

Deshalb sind Preise nicht immer aussagekräftig. Sie lassen selten Rückschlüsse darauf zu, wie viel Geld investiert wurde, wie qualitativ hochwertig die Einrichtung ist, ob es gut geschultes Management gibt, das gute Löhne bezieht o.ä.

Wie suche ich die Unterkünfte aus?

Ich beurteile Unterkünfte (Camps, Lodges, Hotels, siehe Beitrag „Tented Camp oder Lodge„) nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis, setze also den Preis in Relation zur Qualität und dem allgemeinen Preisniveau.

Deshalb kann ich sowohl günstige Camps als auch Luxus-Boutique-Hotels empfehlen.

Für mich wichtig ist die erlebte Qualität in Relation zum Preis: die Zimmergröße, die Qualität der Matratzen, der Wasserdruck, die Qualität des Essens, die Lage (Lärm, Aussicht), die Anfahrt, das Personal, der Empfang.

All das kann über’s Internet nicht beurteilt werden. Ich habe die Unterkünfte, die ich empfehle, alle besucht und mit eigenen Augen gesehen hat und im Idealfall sogar dort übernachtet.

Ich weiß genau, was ich empfehlen kann und was nicht.

Tented Camp in Tansania Atmosphäre und Servicequalität

Atmosphäre, Location oder Servicequalität kann man übers Internet nicht beurteilen

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