Schneematsch. Dick eingepackt in die Daunenjacke und Wollhaube. Kurze, graue Tage. Daran denken viele, wenn sie die ersten Wochen und Monate nach dem Jahreswechsel vor Augen haben.

Und ich? Seit ich täglich mit Tansania mein ganz persönliches Tête-à-Tête habe (immerhin schon seit 14 Jahren), assoziiere ich mit den trüben Monaten nach Neujahr vor allem eines: eines der spektakulärsten Naturphänomene der Welt. Aber nicht nur. Tansania bietet von Januar bis März tolle Bedingungen für eine Reise.

1. Die Große Migration

Das Aushängeschild Tansanias. Millionen von Tiere folgen ihren Instinkten, dem Regen und dem Nahrungsmittelangebot. Von Januar bis März befinden sich die Tiere – die sich in viele Gruppen in einem 20-km-Radius aufsplitten – in der südlichen Serengeti und der Ngorongoro Conservation Area.

Klar, bei dem Wow-Faktor sind Sie in der Serengeti und der Ngorongoro Conservation Area garantiert nicht allein. Aber ich buche Camps für Sie, die abseits vom Touristenrummel liegen, z. B. ein isoliert gelegenes naturnahes Öko-Camp, eine Lodge weitab von den Hauptpisten (dort, wo sich das Gros der Camps ansiedelt), oder ein Walking Camp in einer ausgewiesenen Walking Zone (komplett ohne Fahrzeuge, also herrlich ruhig und unberührt).

Safari-Insider-Tipp: Ein kleiner Rundruf bei einigen Camps hat ergeben, dass es noch ausreichend freie Betten gibt, wenn Sie mit den Reisedaten ein, zwei Tage jonglieren können. Dies gilt auch für andere Gebiete in Tansania, scheinbar ist Tansania momentan noch nicht so gut für die Ultra-Hochsaison gebucht wie in den letzten Jahren.

2. Ngorongoro Crater

Was, noch mehr? Ja, es stimmt. In den Monaten Januar bis März ist der Krater noch voller (natürlich voller Tiere) als sonst. Das liegt an der Großen Migration, denn zahllose Gnus, Impalas und Thomson-Gazellen wählen freiwillig den Gang ins Kraterloch.

Safari-Insider-Tipp: Es ist das ganze Jahr über kaum möglich, im Krater dem Besucheraufkommen zu entfliehen. Am besten Sie stellen sich darauf ein, dass Sie zwei Nächte an einem sehr tierreichen, aber auch menschenreichen Ort verbringen. Ich empfehle die (teurere) Nächtigung am Kraterrand, um wenigstens 1 – 1,5 Stunden früher am Kraterboden zu sein als der Rest der Besucher, die aus Karatu anreisen.

3. Lake Manyara National Park

Mit ihm habe ich ein etwas zwiegespaltenes Verhältnis. Beim Manyara National Park handelt es sich um einen hübschen, mannigfaltigen, im nördlichen Teil immergrünen Nationalpark mit Seezugang … der ABER nur nur in gewissen Monaten tierreich ist. Das ignorieren viele Veranstalter (aus Unwissenheit?) und packen Tarangire und Manyara das ganze Jahr über gemeinsam in einen Reisevorschlag. Dabei gilt hier vielmehr der Grundsatz „Entweder/Oder“.

Für die Monate Januar bis März gilt: Der Manyara National Park ist proppenvoll … speziell voller Elefanten, die den Tarangire National Park verlassen haben. Sie migrieren unter anderem, weil die feuchte Black-Cotton-Soil des Tarangire in den feuchteren Monaten die Sohle ihrer Stampfer verätzt.

Safari-Insider-Tipp: Der Park ist klein, schmal und in den besagten Monaten gut besucht. Es wird sich nicht verhindern lassen, dass Sie auf viele andere Fahrzeuge und Besucher treffen, vor allem aufgrund der Kompaktheit des Parks. Was Sie allerdings meiden können, sind die langen Staus am Gate. Deshalb empfehle ich die Übernachtung im Park, auch wenn diese Variante teurer ist.

Sehen Sie das Camp und die Elefanten dahinter? So erleben Sie den Manyara National Park nur, wenn Sie innerhalb der Parkgrenzen übernachten.

4. Wandern in den Bergen

Wegen der milden Temperaturen und der Fernsicht boomt in diesen Monaten der Bergtourismus, allen voran der Kilimanjaro. Überlaufene Routen, Wartezeiten an den Engstellen, überfüllte Campingplätze … das alles ist Realität von Januar bis März auf dem Kilimanjaro.

Tansania hat jedoch weit mehr Gipfel und Berge zu bieten. Da wäre der Mount Meru, gleich neben dem Kilimanjaro. Kürzer, anstrengender und mit magischen Panoramen auf den Kilimanjaro. Oder die Ngorongoro Highlands vom Ngorongoro Crater bis zum Lake Natron. Oder die Udzungwa Mountains im Süden Tansania.

Safari-Insider-Tipp: (Noch immer) Ein Geheimtipp, aber nur für Unerschrockene, denn die Unterkünfte in den Usambara Mountains sind recht rustikal einfach. Umso umwerfender die Panoramen! In Halbtages-Wanderungen bis hin zu Mehr-Tages-Treks lassen sich die völlig untouristischen Berglandschaften erkunden. Planen Sie mindestens 3 Nächte ein!

5. Arusha National Park

Ein kleines, jadegrünes Juwel, das ganze Jahr über. Zwar hat er keine richtig spektakulären Tiere, weil die Raubkatzen fehlen, aber zum Aufwärmen und Einstimmen kommen die Giraffen, Büffel, Primaten, Antilopen und Vögel (darunter viele Zugvögel aus Europa) gerade recht.

Safari-Insider-Tipp: Zum Einstimmen auf die Safari und damit man sich an die heißen Temperaturen von Januar bis März gewöhnt, ist der Arusha National Park perfekt. Ein kurzer Walk zum Beinevertreten, schattenspendende Wälder und Traumpanoramen auf den Kilimanjaro, den Mount Meru sowie die Kraterseen locken.

Und die Küste bzw. der Süden?

An der Küste, auf Sansibar und auf Mafia Island sind die Monate Januar bis März schwül und feucht, mit Temperaturen bis zu 35, 37 °C und schwitzigen Nächten. Hier sollte man hitzeresistent sein und gut feuchter Schwüle umgehen können.

Safari-Insider-Tipp: Wenn Sie mit Hitze schlecht umgehen, buchen Sie am Strand ein Hotelzimmer mit Klimaanlage. Mittlerweile sind viele Lodges und Hotels damit ausgestattet, aber es gibt nach wie vor Unterkünfte, die nicht klimatisiert sind.

Lust auf Abenteuer? Dann lege ich Ihnen den Ruaha National Park ans Herz. In einigen Gebieten ist zwar die lästige Tsetse-Fliege aktiv, aber nicht überall. Das Prickelnde am Park von Januar bis März? Dramatische thunderstorms, gefolgt von Sonnenschein, vor Kraft strotzende Savanne, bunte Vögel allerorten, Flüsse voller Wasser, und das alles fast ausnahmslos für Sie! Nur wenige Touristen „verirren“ sich in den Ruaha, obwohl alle Camps geöffnet sind.

„So weit das Auge reicht“ ist keine Floskel in den Usambara Mountains, sondern von Januar bis März ein Versprechen.

Kann ich dem Massentourismus überhaupt entfliehen?

Ja, natürlich. Nicht überall zu 100 Prozent, aber zumindest zwischendurch. Voraussetzung ist die sorgfältige Planung, ausgezeichnete Landeskenntnis und Unabhängigkeit bei den Camps (also keine Bindung an Kettenhotels und -camps, sondern freie Wahl je nach Lage).

Safari-Insider-Tipp: Wer explizit dem Trubel den Rücken kehren will, muss in teure Private Concessions und sehr hochwertige Camps in isolierten Gebieten ausweichen. Davon gibt es einige an den Rändern der Serengeti oder der Ngorongoro Conservation Area. Das ist allerdings nur für reichhaltige Reisebudgets eine Option.

Haben Sie Lust bekommen auf eine Reise nach Tansania von Januar bis März 2020?

Ich freue mich auf Ihre Anfrage!