Ich bin ab sofort 4 Wochen (bis Mitte November 2021) in Sambia auf Recherchereise.

Das flaue Gefühl im Bauch, wenn der Flieger beschleunigt und in die Luft steigt. Das Flattern der Magennerven bei Turbulenzen. Das ewig lange Warten auf viel zu unbequemen Airport-Sesseln. Nervige Sicherheitskontrollen, schmutzige Airport-Toiletten. All das Unangenehme war wie weggeblasen, als ich am Kenneth Kaunda International Airport in Lusaka aus der Emirates-Maschine kletterte. Der Asphalt flimmerte bei 32 °C, über mir wolkenloser Himmel. Einmal tief durchatmen bitte. Allein an der Luft schmecke, rieche und fühle ich, dass ich in Afrika gelandet bin. Es ist dieses Gemisch aus Dieselschwaden, feuchtschwangerer Luft und aufgeregt flatternder Schmetterlinge im Bauch.

Plötzlich schlägt die Erkenntnis wie ein Komet ein. Darum habe ich nicht aufgegeben, obwohl mir phasenweise danach war.

Die letzten 20 Monate waren der blanke Horror, geprägt von Existenzängsten und unzähligen schlaflosernNächte. 2020 wusste ich über weite Strecken nicht, ob mein Unternehmen überlebt, ob ICH finanziell überlebe. Erst 2021, ab Mai/Juni, hatte ich das Gefühl, dass ich das Schlimmste hinter mir hatte.

Zwar sind viele Afrika-Fans noch zögerlich, aber wenigstens habe ich wieder Anfragen, die eine oder andere Buchung und einige Kunden aus den letzten Jahren haben vorsichtig Interesse bekundet – aber erst für 2022. Die Talsohle ist vermutlich durchschritten, es geht langsam bergauf, für 2022 erhoffe ich mir bescheidene 50 % Umsatz des Vorkrisen-Niveaus.

Und genau deshalb habe ich mir diese Reise nach Sambia wirklich verdient. Klar, ich bin natürlich dienstlich unterwegs, und habe eine lange Liste an Unterkünften, Orten und Aktivitäten, die ich für meine zukünftigen Kunden abklappern, erleben, erspüren und erfahren werde.

Aber ich werde mir viele Momente gönnen, um die unbändige Kraft Afrikas aufzusaugen und mir Energie für die nächsten (sicher noch immer herausfordernden) Monate zu holen.

Beispielsweise wenn ich nach dem Lunch satt und zufrieden auf meiner Veranda sitze und die Elefanten-Familie beobachte, wie sie zum Fluss trottet. Oder wenn ich zum Sundowner an meinem köstlichen Gin Tonic nippe, während die Sonne verschwenderisch rote, orangene und violette Streifen in den Busch malt.

Wenn um 5.30 Uhr vor dem Zelt eine Tasse heißer Kaffee dampft und die Vervet Monkeys  hinter dem Baum hervorlugen, weil sie scharf auf die Cookies sind.

Wenn der Vogelchor frühmorgens den Wecker ersetzt. Wenn ich so damit beschäftigt bin, die Tsetse-Fliegen zu verscheuchen, dass ich das Löwenrudel komplett übersehe. Wenn mir das gegen die Moskitos verwendete Antibrumm in die Nase steigt und ich davon niesen muss. Wenn ich nach 5 Stunden Buckelpiste und dicker Staubschicht auf dem Gesicht mit einem kühlen Drink und einem Erfrischungstuch begrüßt werde.

Das sind meine kleinen Momente des Glücks in Sambia. Natürlich bin ich auch über jeden einzelnen Elefanten, jedes Hippo und jeden Löwen hocherfreut.

Aber es sind nicht nur allein die Wildtiere, die Afrika ausmachen, sondern das Drumherum.

In diesen Momenten werde ich an die letzten 20 Monate denken und mir auf die Schulter klopfen. Und mich tierisch daran laben, dass sich mein Traumjob – nämlich besondere, maßgeschneiderte Safaris für meine Kunden zu konzipieren – nicht in Schall und Rauch aufgelöst hat.