Helfen vor Ort – Teil 1

Seit über 10 Jahren lebe bzw. reise ich in Ostafrika. In dieser Zeit habe ich einen umfassenden Einblick in die sozialen Bedingungen vor Ort, die gesellschaftlichen Regeln und Moralvorstellungen, aber auch in das System hinter vielen Hilfsprojekten gewonnen.

Aus dieser Erfahrung heraus muss ich leider sagen: „Touristen können relativ wenig tun, um tatsächlich zu helfen.“

Oft richten sie aus falsch verstandenem Mitgefühl und fehlgeleiteter Hilfsbereitschaft sogar mehr Schaden an.

Oft nicht bewusst: Die Reise geht in ein armes Land

Viele sind sich im Vorfeld gar nicht bewusst, dass sie in ein Entwicklungsland reisen.

Der Großteil der Menschen hier kann sich mit ihrem Einkommen gerade noch das Essen leisten, aber gute Bildung, medizinische Versorgung, Altersvorsorge, ein Generator, oder selbst ein Auto bleiben für die meisten Menschen Luxus. Ob Touristen sich nun schon vor Reiseantritt dieser Armut bewusst sind oder diese erst im Land selbst so richtig realisieren – die Erkenntnis ruft häufig spontane Hilfsbereitschaft hervor.

Bei solchen Eindrücken ist man versucht, das Leben der Einheimischen verändern zu wollen.

Was kann man tun? Was lieber nicht tun?

Doch ganz so einfach ist es für uns Europäer nicht, hier Gutes und Sinnvolles zu tun. Afrika funktioniert nicht nach westlichen Konzepten.

Wichtigster Safari Insider Tipp: Geben Sie niemals direkt an Menschen Geld. Da der Vater das Familienoberhaupt ist, entscheidet er über die Verwendung des Geldes – und er verwendet es selten zum Wohl der Familie.

Aus vielen Gesprächen und Besuchen vor Ort weiß ich, dass gefühlte 98 % aller Hilfsprojekte nicht (im Sinne der Initiatoren) funktionieren oder aufhören zu funktionieren, sobald sich die federführenden Ausländer zurückziehen.

Klar, das wird gegenüber den Spendern niemand zugeben, der unter Schmerzen ein Projekt geboren hat, aber leider ist das die unbequeme Wahrheit.

Wie Sie wirklich helfen können, und was gar keinen Sinn macht, erfahren Sie in den nächsten Wochen, wenn ich mehr Blogbeiträge zu diesem Thema poste.

In vielen Familien reicht das Geld nicht einmal für’s Essen, oft sind die Frauen und Mädchen die Leidtragenden.