Familiensafaris sind immer eine Herausforderung in der Planung, weil viele verschiedene Bedürfnisse und Erwartungen unter einen Hut gebracht werden müssen. Da ich häufig Anfragen für Familiensafaris habe, fasse ich gerne zusammen, was ich persönlich für wichtig erachte.

Ich hatte schon zahlreiche Familien mit Kindern als Kunden und alle waren begeistert vom Programm, vom Reiseverlauf und den Erlebnissen vor Ort. Ich hatte Kinder in jedem Alter, das Jüngste war  – glaub‘ ich – 6 Jahre alt, aber im Durchschnitt sind die Kinder 9, 10, 12 Jahre alt.

Welche Destinationen sind gut für Kinder geeignet?

Uganda und Tansania.

Warum die beiden Länder? Weil Rundreisen gut mit dem Auto zu absolvieren sind und Familien daher Kosten einsparen können. Die Kosten fürs Auto durch vier oder fünf Personen zu teilen ist billiger, als teure Inlandflugtickets (ohne Kinderermäßigung!) zu bezahlen. Zudem bieten Uganda und Tansania einfach mehr Möglichkeiten für Kulturtourismus, Wanderungen, Bootsfahrten, Aktivitäten in einem Dorf und so fort.

Wie alt sollten die Kinder sein, um eine Safari machen zu können?

Das hängt ganz von Ihren Kindern und den Eltern ab!

Ich hatte Eltern, die mit Vier- und Fünfjährigen auf Safari gingen; ich hatte aber auch Anfragen, die Bedenken hatten, mit ihren Zehn- oder Zwölfjährigen in den Busch zu fahren.

In erster Linie hängt es von der Persönlichkeit der Kinder ab. Wenn Ihr Kind mit 6 Jahren schon längere Autofahrten (von 4 – 6 Stunden) aushält, den Anweisungen der Eltern (bzw. des Personals) Folge leistet und eher als pflegeleichtes Kind gilt, dann kann es schon in diesem Alter auf Safari gehen.

In zweiter Linie hängt eine Familiensafari aber auch ganz stark von der Mentalität der Eltern ab. Erfahrungsgemäß haben besorgte oder von vornherein ängstliche Eltern weniger Entspannung auf einer Familiensafari. Wenn von Anfang an Bedenken und Ängste überwiegen, sollten Eltern möglicherweise nicht Ostafrika in Betracht ziehen, sondern Südafrika.

Dabei ist meiner Einschätzung nach Malaria die einzige wirklich Herausforderung für eine Familiensafari – und auch nicht das ganze Jahr.

In den Wintermonaten von Juli bis September gibt es beispielsweise einige höher gelegene Orte in Tansania, die malariafrei sind. Sansibar gilt ohnehin als malariafrei. Die paar Tage, die dann in einem Malariagebiet zugebracht werden, können gut mit effektiver Moskitolotion und vorausschauendem Verhalten überbrückt werden.

Wie sieht eine familien- und kinderfreundliche Rundreise aus?

Wo möglich geringere Distanzen fahren

Klar, es geht nicht immer, aber wo es geht, sollten die Transfer-Distanzen gering gehalten werden. Wenn sich eine lange Fahrt nicht vermeiden lässt, müssen wenigstens die Tage zuvor und danach entschleunigt und familienfreundlich gestaltet werden.

Abwechslungsreiche Routen

Man sollte Kindern Alternativen abseits von Wildtieren bieten. Sie haben Freude an Bewegung und keine Berührungsängste. Kurze Wanderungen, Dorfbesuche oder andere kulturelle Highlights sind deshalb optimal für sie.

Beispielsweise ist ein Maasai-Besuch für die Kinder ein besonderes Highlight. Das Dorf ist keine Show und hat keinen Museums-Charakter, sondern es handelt sich um ein echtes, lebendiges Dorf, das man für eine Stunde oder länger besuchen kann. Die Maasai sind aufgeschlossen, zeigen Ihnen alles, was Sie wissen wollen. Die Kinder lernen, wie man Feuer macht, sie kommen nahe an die Kühe, Ziegen und Schafe und Esel der Maasai ran, können mit Maasai-Kindern etwas unternehmen. Kinder können sich den Maasai-Tänzen anschließen oder sehen, wie eines der Häuschen von innen aussieht. Da gibt es viel zu beobachten und zu erleben.

Unterschiedliche familienfreundliche und kindertaugliche Camps

Ich empfehle meinen Kunden gerne einen Mix aus verschiedenartigen Unterkünften. In den Parks empfehle ich atmosphärische Zeltcamps, aber außerhalb der Parks, z. B. in den Städten oder an Orten mit besserer Infrastruktur, kann man ruhig auf Hotels mit Pools zurückgreifen.

Gerade Besuche in Dörfern bleiben den Kindern in Erinnerung. Oft stehen dabei Nutztiere und ihr Alltag mit ihnen im Vordergrund.

Ruhetage einbauen

Es muss ja nicht immer das Meer oder Sansibar sein.

Unterwegs im Busch einen ruhigeren Tag einzubauen, z. B. irgendwo am Wasser oder auf einer Farm, ist genauso reizvoll. Sowohl Tansania als auch Uganda bieten unzählige Möglichkeiten, eine Familienreise zu entschleunigen und erholsamer zu machen.

Welche Aktivitäten dürfen Kinder machen, welche nicht?

Pirschfahrten, Kulturtourismus, Wanderungen und Spaziergänge stellen für Kinder kein Problem dar.

Boat Safaris (Kanu-Safaris) sind ebenfalls allen Altersgruppen erlaubt.

Einzige Ausnahme: In den allermeisten Parks dürfen Walking Safaris erst ab 12 Jahren gemacht werden, in weniger „gefährlichen“ Parks schon ab 6 Jahren.

Wie macht man eine Familiensafari richtig spannend für Kinder?

Pirschfahrten dauern (je nach Park) gut und gerne mindestens drei, vier Stunden, bevor man ins Camp zurückkehren kann. In vielen Fällen ist man auch den ganzen Tag unterwegs.

Um Kinder bei Laune zu halten, braucht es nicht viel: Denken Sie sich Spiele aus für die Kinder. Wer als erster fünf vorher definierte Tiere sieht, gewinnt. Oder: Bereiten Sie zu Hause schon Listen der wichtigsten Tiere (mit Platz für Zeichnungen oder Kommentaren) vor, die die Kinder dann am Abend oder während einer Pause ausfüllen können.

Wie ist die Familie auf Safari untergebracht?

In vielen Unterkünften gibt es Familienzimmer oder miteinander verbundene Zimmer (also Familieneinheiten). Meist aber nur eine.

Safari-Insider-Tipp: Buchen Sie eine Familiensafari rechtzeitig. Scheuen Sie sich nicht, mit der Reiseplanung bereits im September/Oktober des Vorjahres zu beginnen, wenn Sie unbedingt die Familienzimmer buchen wollen.

Für Reisende, die zu spät buchen, bleibt nichts anderes übrig, als zwei (oder mehrere) Zelte nebeneinander zu buchen Kinder unter 16 müssen in den Nationalparks mit mindestens einem Erwachsenen im Zelt/Zimmer schlafen. D.h. Mama und Papa müssten sich auf die Zelte aufteilen und jeweils mit ihren Kindern nächtigen.

Familieneinheiten bestehen oft aus zwei Zelten, die miteinander verbunden sind.

Muss es unbedingt eine Privat-Safari sein?

Meine Meinung: JA.

Der Vorteil einer Privat-Safari (so wie ich sie konzipiere) ist, dass Sie und Ihre Kinder das Tempo bestimmen. Wenn Sie später starten möchten oder eine kürzere Runde drehen wollen, dann richtet sich Ihr Driverguide nach Ihnen. Oder wenn Sie früher ins Camp zurückkommen möchten, weil die Kinder schon erschöpft sind.

Vor der Reise machen sich die Eltern immer sehr viele Gedanken, wie die Kinder denn mit solchen Touren und Strapazen umgehen, aber aus meiner Erfahrung heraus sind die Kinder härter im Nehmen als von den Eltern erwartet. Bei den Feedbacks meiner Kunden wurde mir noch nie gesagt, dass es zuviel gewesen wäre, sondern eher immer, dass sie noch einen Tag oder zwei anhängen hätten wollen…

Welche Gefahren warten auf Kinder?

Während in Kenia oder Südafrika Zäune um die Hotels und Lodges in den Nationalpark verlaufen, stehen speziell die Camps in Tansania komplett in der Wildnis, d.h. ohne Zäune, ohne Abgrenzungen. Wildtiere bewegen sich frei durchs Areal – insbesondere in der Nacht und in der Dämmerung.

Die wichtigste (und einzige) Regel für Kinder ist daher: In den Camps, die in den Nationalparks liegen, dürfen Kinder ohne Aufsicht der Erwachsenen nicht alleine durchs Areal laufen – und zwar zu keiner Tageszeit.

Kinder haben sich an die Anweisungen der Eltern oder des Personals zu halten und dürfen sich nur unter Aufsicht (z. B. von einem Wachmann oder den Eltern) im Areal bewegen. Das gilt für den Gang zum Frühstück genauso wie für den Gang (vom Zelt) zum Abendessen oder für die Zeit während der Mahlzeiten.

Das gilt im Übrigen auch für Erwachsene: Jedes Camp in der Wildnis hat Wachmänner, die die Gäste (egal ob groß oder klein) z. B. vom Restaurantzelt zum Schlafenszelt geleitet.

In allen anderen Unterkünften, die außerhalb von Nationalparks, in den Bergen oder am Strand liegen, gibt es keine besonderen Dinge zu beachten – außer dass es nirgends Sicherheitsvorkehrungen (z. B. Geländer, Absperrungen) gibt.

Fazit

Auf den ersten Blick scheinen Tansania oder Uganda nicht ganz so kindergerecht wie Kroatien oder Griechenland zu sein, aber genau das Gegenteil ist der Fall: Die Afrikaner sind verrückt nach Kindern, haben Verständnis für Familien und behandeln Familien mit Kindern äußerst zuvorkommend und warmherzig.

Das, was aus europäischer Sicht an „Sicherheit“ fehlt, machen die Menschen in Tansania und Uganda mit ihrer Begeisterung für Kinder wieder wett.

Lust auf eine gemeinsame Reiseplanung mit mir bekommen?

Schicken Sie mir Ihre Anfrage!